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Heute wird über den Bebauungsplan des Gießereigeländes abgestimmt – und dann weiter diskutiert

Aus einem Guss

Ingolstadt
erstellt am 14.02.2012 um 21:48 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:09 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) In der Computersimulation steht das Hotel- und Kongresszentrum bereits auf dem ehemaligen Gießereigelände im Herzen Ingolstadts. Bis es tatsächlich so weit ist, wird es allerdings noch dauern. Heute muss im Stadtrat zunächst der Bebauungsplan verabschiedet werden.
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Wenn heute im Stadtrat um Zustimmung für den Bebauungsentwurf auf dem Gießereigelände gebeten wird, werden die Hände in der Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen auf den Tischen liegenbleiben. „So werden wir dem Entwurf nicht zustimmen können“, erklärte Fraktionsvorsitzende Petra Kleine gestern. Die vorgeschlagene Gestaltung des Areals mit dem geplanten Museum für Konkrete Kunst und Design (MKK) in der Gießereihalle im Norden und dem Kongresszentrum im Osten sei durchaus ansprechend.
 
Hotel Gießereigelände
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Ingolstadt
Das Problem biete sich dem Betrachter aus Süden und Südwesten. Von dort aus gesehen, verschwindet – so befanden es die Grünen in ihrer Fraktionssitzung am Montag – alles andere hinter der hohen Fassade des Hotels. Das verleihe dem Quartier die Anmutung eines „reinen Hotelstandorts“, erklärt Kleine. „Ein potemkinscher Bau, der die öffentliche Nutzung des Areals in den Hintergrund drängt.“

Bei der CSU steht die Mehrheit für den Bebauungsplan. „Wir werden einstimmig dafür stimmen“, kündigte Fraktionschef Joachim Genosko gestern an. Die Bebauung der Brache mit MKK, Audi-Akademie und Kongresshotel könne „faktisch und politisch“ nur als Einheit diskutiert werden, betont Genosko. Sollte der Bebauungsplan in der vorgeschlagenen Form heute abgelehnt werden, werde er deswegen die Grundsatzfrage zum Kunstmuseum in der Gießereihalle noch einmal stellen, machte er deutlich.

So weit allerdings wird es wohl kaum kommen. Auch die Freien Wähler, so erklärte Fraktionsvorsitzender Peter Gietl, haben in Sachen „Höhe und Masse“ des geplanten Hotels keine Bedenken. Diese Frage sei in der Fraktion ausführlich besprochen worden, bei der Vorstellung der Modelle am vergangenen Montag seien fast alle Stadträte der FW anwesend gewesen. „Wir würden begrüßen, wenn die Entscheidung jetzt so fallen würde“, sagt Gietl.

Ein Ende der Diskussionen sei damit allerdings sicher noch nicht erreicht. Schließlich gebe es noch einiges zu entscheiden, etwa die Gestaltung der Fassade. Eine ansprechende Bebauung des einstigen Industriegeländes mitten in der Stadt sei eine „Chance, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen“.

Joachim Werner, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, drückt auf die Bremse. „Im Grunde wird ja jetzt noch gar nichts entschieden“, sagt er. Der Bebauungsplan lege schließlich nur die Höchstmaße der Gebäude fest. Und da hätten die am Montag vorgestellten Simulationen eindeutig belegt, dass „es nicht zu hoch wird“. Kritiker hatten befürchtet, der Neubau könne das Stadtbild zwischen Kavalier Dallwigk und Neuem Schloss empfindlich stören. Über die genaue Gestaltung könne erst diskutiert werden, wenn auch ein konkreter Bauplan vorliege, so Werner. Der Stadt jedenfalls empfahl er, die Diskussionen um die Architektur der neuen Gebäude „ab einem möglichst frühen Zeitpunkt öffentlich zu führen.“

 

Von Johannes Hauser
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