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Über 15.000 Arbeiter legen Arbeit nieder

Warnstreik bei Audi

erstellt am 07.05.2013 um 11:11 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:19 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (dk) Die Forderungen der IG Metall sind deutlich: 5,5 Prozent mehr Lohn und 60 Euro mehr Ausbildungsvergütung fordert die Gewerkschaft in der aktuellen Tarifrunde. Forderungen, die die Gewerkschaftler für angemessen halten. Doch die Arbeitgeber sind davon mit ihrem Angebot noch weit entfernt.
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Warnstreik Audi
Mehrere tausend Audi-Arbeiter haben heute für kurze Zeit die Arbeit niedergelegt.
Uwe Ziegler

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat die IG Metall ihre Mitglieder zu Warnstreiks aufgerufen. Vergangenen Freitag eröffneten die Arbeiter bei Cassidian in Manching und bei Osram in Eichstätt die Welle der Warnstreiks in der Region. Die größte Arbeitsniederlegung war der Warnstreik am Dienstag bei Audi.

Fotostrecke: IG Metall Warnstreik bei Audi
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Schon rund 4000 Mitarbeiter der Nachtschicht sind heute früh eine Stunde eher nach Hause gegangen. Am Vormittag legten zwischen 10.30 und 12 Uhr rund 11.800 Gewerkschaftler bei Audi die Arbeit nieder.

Vor einer Rampe haben sich die Streikenden eingefunden, um den Rednern und Vertretern der IG Metall zu lauschen. "Wir fordern 5,5 Prozent. Nicht mehr und nicht weniger", ruft Audi-Betriebsrat Jörg Schlagbauer der Menge entgegen. "Das bisherige Angebot ist eine unverschämte Provokation. Wir fordern eine angemessene Lohnerhöhung." Für diese Worte erhält Schlagbauer viel Applaus, laute Pfiffe aus den Trillerpfeifen und begeisterte Zurufe. 2,3 Prozent hätten die Arbeitgeber angeboten, "das sind Peanuts für diese Wirtschaftsbosse", sagt Schlagbauer. 

Die Streikenden verschaffen ihrer Forderung mit Pfeifen, Ratschen und Trommeln lautstark Gehör.
Stephanie Wilcke

5,5 Prozent mehr Lohn und ein Plus von 60 Euro für Werksstudenten und Azubis ist die bundesweite Forderung der IG Metall. "Bei Audi könnten wir noch mehr fordern", ist Jörg Schlagbauer überzeugt. "Doch wir sind solidarisch mit unseren Kollegen." Schlagbauer rechtfertigt die IG-Metall-Forderungen mit der guten Wirtschaftslage, von der auch die Arbeitnehmer profitieren sollten. Für überzogen hält Schlagbauer die Forderungen nicht, auch nicht mit Blick auf die Gewinnbeteiligung bei Audi. "Das ist kein Jammern auf hohem Niveau. Denn Einmalzahlungen als Erfolgsbeteiligung sind nicht nachhaltig", erklärt Schlagbauer.

Jörg Schlagbauer ist "guter Dinge" dass die Gewerkschaftler ihre Forderungen durchsetzen können. Doch momentan ist das Angebot der Arbeitergeber noch weit von den 5,5 Prozent der IG Metall entfernt. 2,3 Prozent mehr Lohn, allerdings nur für elf Monate, bieten die Arbeitgeber. Der Chef des Audi-Gesamtbetriebsrates, Peter Mosch, gibt sich kämpferisch. Zunächst werden die Warnstreiks weitergehen. Aber die IG Metall könne noch nachlegen, um ihre Forderung von 5,5 Prozent mehr Lohn durchzusetzen.

Am Mittwoch findet erneut eine Kundgebung der IG Metall statt. Diesmal aber in Nürnberg. Sollte es zu keinem Ergebnis kommen "wird aus dem Warnstreik ein Arbeitskampf". 

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dk/bli/swe
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