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Vertrag für Werksbahnhof unterzeichnet Lösel: "Ein Glücksmoment für die gesamte Region"

Nächster Halt: "Ingolstadt Audi"

Ingolstadt
erstellt am 21.07.2016 um 21:08 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:57 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Die Diskussionen und Verhandlungen haben viele Jahre gedauert, doch gestern ist das Projekt Audi-Bahnhalt mit der Vertragsunterzeichnung offiziell gestartet worden. Ende 2019 sollen die ersten Züge auf dem Werksgelände halten. Alle Partner lobten die unkomplizierte Zusammenarbeit.
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Ingolstadt: Nächster Halt: "Ingolstadt Audi"
Vertragsunterzeichnung im Historischen Sitzungssaal: Jörg Brewe und André Zeug (Bahn), Innenminister Joachim Herrmann, OB Christian Lösel, Audi-Produktionsvorstand Hubert Waltl, Audi-Betriebsratsvorsitzender Peter Mosch und Audi-Werkleiter Albert Mayer (v. l.). - Foto: Eberl
Ingolstadt

Der Lösungsansatz zur Linderung der Verkehrsbelastung lag schon immer sehr nah: direkt vor den Produktionsstätten, denn Audi genießt den großen Vorzug, dass die Bahntrasse Ingolstadt-Treuchtlingen mitten durchs Werk führt. Der Audi-Betriebsrat hat deshalb schon 1995 einen ersten Vorstoß unternommen, mit einer eigenen Haltestelle für Mitarbeiter das Betriebsgelände ans Schienennetz der Bahn anzuschließen - doch die unternehmensinternen Widerstände waren lange Zeit enorm. 1995 arbeiteten am Audi-Stammsitz rund 24 000 Kolleginnen und Kollegen, inzwischen sind es 45 000, und die stehen immer länger im Stau, wenn sie mit dem Auto zur Arbeit und wieder nach Hause fahren. Der Problemdruck ist gerade in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das hat das Projekt Bahnhalt beschleunigt. Die vier Partner - die Stadt, Audi, der Freistaat und die Bahn - fanden sehr kooperativ und unkompliziert zueinander, wie deren Vertreter gestern bei der Vertragsunterzeichnung für den Werksbahnhof betonten.

Die Ingolstädter erleben derzeit "eine glückliche Phase", sagte OB Christian Lösel. Man bringe jetzt nach dem IN-Campus und dem digitalen Gründerzentrum das dritte Großprojekt binnen kurzer Zeit auf den Weg. "Wenn eine Stadt einen dritten Bahnhof bekommt, dann ist das für uns ein absoluter Glücksfall!" Und darüber hinaus. Der Audi-Bahnhalt, der zum Fahrplanwechsel 2019/20 in Betrieb gehen soll, sei ein "Glücksmoment für die gesamte Region". Man rechne mit 3000 Ein- und Aussteigern am Tag; das werde die Straßen entlasten, so Lösel. Angesichts des weiter ungebremsten Wachstums der wirtschaftlich so erfolgreichen Stadt sei die Stärkung des Schienenverkehrs sehr wichtig. Der OB lobte auch die gute Kooperation der Partner, die das 13-Millionen-Euro-Projekt gemeinsam finanzieren. "Es ist nicht selbstverständich, dass öffentliches und privates Geld auf diese Weise zueinanderkommt!"

Zur Freude des Oberbürgermeisters beehrte auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann die Feierstunde im Historischen Sitzungssaal. Der CSU-Politiker grüßte die Ingolstädter mit einem Kompliment: "Das ist eine dynamische Stadt, in die ich immer gerne komme." Deshalb müsse der Freistaat schauen, "dass wir mit der Verkehrsinfrastruktur mithalten können". Der Audi-Bahnhalt sei da ein wichtiger Schritt. Herrmann ist zuversichtlich, dass mit ihm ein "Teil der Staus der Vergangenheit angehört". Der Innenminister hob auch hervor, dass die Landesgartenschau, die 2020 zwischen GVZ und Westpark stattfindet, von der neuen, öffentlich zugänglichen Zughaltestelle - sie bekommt den offiziellen Namen "Ingolstadt Audi" - sehr profitieren werde. Zwei Dinge lägen dem Freistaat besonders am Herzen, betonte Herrmann am Ende seiner Rede: "Den Kommunen helfen und die Unternehmen bei ihrer Entwicklung unterstützen."

"Die unkomplizierte Zusammenarbeit hat mich begeistert", betonte Prof. Hubert Waltl, der Audi-Produktions- und Logistikvorstand. Er nannte eine für das Projekt entscheidende Zahl: 45 000 Mitarbeiter am Ingolstädter Stammsitz, die jeden Tag auf das Betriebsgelände strömen - "das belastet natürlich die Verkehrsinfrastruktur", sagte Waltl. Er hob auch das Engagement des Audi-Betriebsrats für den Bahnhalt hervor. "Ich freue mich schon auf die erste Zugfahrt ins Werk!"

Ebenso André Zeug, Vorstandsvorsitzender der DB Station & Service AG. Er stellte die Details des Projekts Bahnhalt vor (siehe Kasten) und schloss mit den Worten: "Das ist heute ein besonderer Tag!"

Von Christian Silvester
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