Montag, 17. Dezember 2018
Lade Login-Box.

Ab nächster Woche wird das Hallenbad Mitte abgerissen und macht Platz für die neue Jugendherberge

Die Fliesen fallen schon von der Wand

Ingolstadt
erstellt am 07.02.2017 um 21:43 Uhr
aktualisiert am 11.02.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Der Plan stand schon länger fest, jetzt rücken die Abrissbagger tatsächlich an. Das altehrwürdige Hallenbad Mitte wird ab nächster Woche dem Boden gleichgemacht, damit darauf die neue Jugendherberge entstehen kann. Nicht zuletzt wegen der Flüchtlingssituation hatte sich alles verzögert.
Textgröße
Drucken
Ingolstadt: Die Fliesen fallen schon von der Wand
Das 1961 gebaute Hallenbad Mitte ist arg in die Jahre gekommen und wurde im April 2016 stillgelegt, als das moderne Sportbad in unmittelbarer Nähe seinen Betrieb aufnahm. Die alte Sportstätte war zwischenzeitlich als Asylunterkunft reserviert. - Foto: Hammer
Ingolstadt

Die Bilder sind einem noch gut in Erinnerung. Zwei große weiße Zelte standen über Monate auf dem Ingolstädter Hallenbadparkplatz. Darin lebten geflüchtete Menschen im Rahmen des Notfallplans der Regierung von Oberbayern. Selbst das reiche Ingolstadt war bei der Unterbringung der Flüchtlinge an seine Grenzen gestoßen. Damit man nicht wieder auf eine Zeltstadt setzen musste, um Menschen vorübergehend zu beherbergen, plante die Stadt mit einem Gebäude, dessen Tage gezählt waren: Das Hallenbad Mitte sollte eine Plattform über dem Becken erhalten und als Notfallunterkunft dienen, sobald der allerletzte Schwimmer im April 2016 das mehr als 50 Jahre alte Gemäuer verlassen hatte.

Die Schwimmer wechselten ins kurz darauf eröffnete, brandneue Sportbad mit seinem 50-Meter-Becken nur einen Steinwurf entfernt an der Jahnstraße. Der Flüchtlingsstrom hatte da schon stark nachgelassen, sodass die Stadt wieder zu den ursprünglichen Plänen zurückkehren konnte: Das Hallenbad Mitte wird laut einem Stadtratsbeschluss der neuen Jugendherberge weichen. Der Abriss war im Juni letzten Jahres noch einmal abgenickt worden. Ab kommenden Montag sollen die Bagger anrücken, wie Thomas Hehl, der Chef der Stadtwerke Freizeitanlagen GmbH, gestern verkündete.

Ein paar Vorarbeiten für den Abbruch sind bereits erledigt. Einige Bäume wurden gefällt, die Bauzufahrt ist ausgewiesen. "Wir achten darauf, den Betrieb des Hallenbadparkplatzes so wenig wie möglich zu beinträchtigen", so Hehl. Die Baustellenzufahrt erfolgt ab der Jahnstraße gegenüber der Einmündung Münzbergstraße am Sportbad vorbei.

Etwa sechs Wochen werden die Arbeiter zunächst im Inneren stark anpacken. "Das Gebäude wird entkernt und eine Materialtrennung vorgenommen", erklärt der Geschäftsführer. Erst danach erfolgt der Abbruch von außen. Zunächst wird dann der Eingangsbereich des Gebäudes aus dem Jahr 1961 ein Fall für die Baggerschaufel, zuletzt das Schwimmbecken. Ende Juni, Anfang Juli soll das Hallenbad Mitte nur noch Geschichte sein.

Die Bagger kommen keine Sekunde zu spät. Seit der Betrieb eingestellt wurde, werde der Bauunterhalt immer schwieriger, sagt Hehl. "Es fallen schon die Fliesen von der Wand." Ein Bauzaun hatte in den vergangenen Wochen den Außenbereich schon vor Vandalismus geschützt.

Parallel zum Abbruch laufen jetzt auch die Planungen für die Nachnutzung der Hallenbad-Fläche an. Die Ingolstädter Jugendherberge soll hier ihr neues Domizil finden und den alten, in die Jahre gekommenen Standort im Kavalier Zweibrücken an der Friedhofstraße verlassen. Dafür sucht die Stadt einen Investor und dann auch einen Betreiber, erklärte Kulturreferent Gabriel Engert. Bisher hatte die Stadt die Einrichtung selbst betrieben. Sie soll nun in einem Ausschreibungsverfahren extern vergeben werden. Dazu hole man sich ein Beraterbüro an die Seite, so Engert. "Ein fremder Betreiber ist inzwischen bayernweit der Normallfall", sagte Engert auf DK-Nachfrage. Es sei sogar eher ungewöhnlich, wenn eine Kommune die Jugendherberge noch selbst betreue.

Mit der Vergabe an einen Investor und einen Betreiber rechnet der Referatsleiter bis Frühjahr 2018, ein Jahr später, im Frühjahr 2019 dürfte nach den jetzigen Planungen der Baubeginn sein.

Von Christian Rehberger
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!