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Johannes Langer hofft für eine Komplettlesung des "Herrn der Ringe" bei den Literaturtagen auf stimmgewaltige Mitstreiter

90 Gefährten gesucht

Ingolstadt
erstellt am 16.04.2012 um 19:41 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:10 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) 1300 Seiten, 62 Kapitel, drei Bände – der „Herr der Ringe“ ist in allen Belangen ein großes Werk. Bei den 19. Literaturtagen soll die Trilogie von J. R. R. Tolkien komplett vorgetragen werden. Initiator Johannes Langer sucht jetzt ausdauernde Vorleser und Zuhörer.
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Ingolstadt: 90 Gefährten gesucht
Monströse Lesung: Johannes Langer übt schon mal. Vom 26. bis 29. April soll im Rahmen der Literaturtage der gesamte „Herrn der Ringe“ vorgetragen werden. Dafür sucht der Organisator noch Vorleser. Die Harderbastei wird dafür in eine Fantasy-Landschaft verwandelt - Foto: Strisch
Ingolstadt
In der Harderbastei lodert ein Vulkan. Bissige Sitzmöbel fletschen die Zähne und eigentümliche Gewächse sprießen aus dem Holzboden. Genau das richtige Ambiente für die anstehenden Literaturtage, bei denen in diesem Jahr Fantasyliteratur einen Schwerpunkt bilden wird. Für die passende Umgebung sorgen Beate Diao von der Kunst-und-Kultur-Garage und 15 Jugendliche, die seit einem halben Jahr an der fantastischen Ausschmückung arbeiten. Derzeit feilen sie an den letzten Details. Etwa dem Schild „Bitte draufsetzen“, erklärt die 18-jährige Marie Giese. Schließlich sollen die Kunstwerke auch genutzt werden. „Wir haben darauf geachtet, dass alles gut besitzbar ist“, sagt Diao. Neben den Mitgliedern der offenen Projektgruppe „Fantastisch“ sind sieben Schulen aus der Region beteiligt, an denen im Kunstunterricht für die Ausstattung des Raums gearbeitet wird.

Die Stühle, Sofas, Sitzkissen und Sessel werden einiges auszuhalten haben. Mit dem Auftakt der Literaturtage am Donnerstag, 26. April, beginnt schon der erste Dauer-Belastungstest. Nach der Eröffnungsveranstaltung um 18 Uhr steht eine Lesung epischen Ausmaßes auf dem Programm. „Wir wollen alle drei Teile von ,Der Herr der Ringe’ am Stück vorlesen“, sagt Johannes Langer, Organisator der Literaturtage und Intendant des Altstadttheaters. „So etwas hat vor uns noch niemand gemacht.“ Langer schätzt, dass der Vortrag des Werkes von J. R. R. Tolkien bis zum Sonntag, 29. April, dauern wird – rund 60 Stunden.

Für diese Mammutaufgabe sucht Langer noch Unterstützer. Rund 90 Vorleser braucht er für das Projekt, hat er ausgerechnet. Gerade für jene, die in den Nachtstunden vortragen, wird die Extremlesung keine ganz leichte Aufgabe. „Wir werden schließlich auch vorlesen, wenn niemand zuhört“, betont Langer. „Wahrscheinlich empfiehlt es sich deswegen, in der Nacht sein Publikum selber mitzubringen.“ Vielleicht aber auch nicht. Marie erzählt von Jugendlichen, die bereits Wetten abschließen, wer am längsten zuhören kann, ohne einzuschlafen.

Vorlesen dürfen alle Tolkien-Fans. „Es macht nichts, wenn man sich mal verliest, oder nicht weiß, wie der eine oder andere elbische Name korrekt ausgesprochen wird“, betont Langer. Wichtig sei der Spaß an der „Urmutter aller Fantasy-Romane.“ Wer mitmachen möchte, kann sich per Mail an johannes.langer@ingolstadt.de wenden, oder sich telefonisch unter (08 41) 3 05 19 07 beim Kulturamt melden. Sind genügend Vorleser zusammen, wird Langer bei einem Treffen die Details klären. Jeder bekommt seinen Text vorab zugeschickt, um ihn zu üben. Laien sollen rund 30 Minuten lesen, Profis eine Stunde.

Natürlich wird Langer auch selbst vortragen. Außerdem haben sich unter anderem schon Lydia Nißl, die Geschäftsführerin des DONAUKURIER, Kulturreferent Gabriel Engert und der Schauspieler Werner Schnitzer gemeldet. Dazu ganz normale Tolkien-Fans. Wem der Vorlesemarathon nicht genug ist, kann sich am Montag, 30 April, gleich noch die \"Herr der Ringe\"-Verfilmung von Peter Jackson anschauen. Auch hier werden selbstredend alle drei Teile am Stück gezeigt, von 15 bis 2.30 Uhr.

Auf dem Podium wird bei dem Projekt auch der Intendant des Ingolstädter Stadttheaters zu hören sein. Knut Weber würdigt den „Herrn der Ringe“ als „ein Stück Weltliteratur“. Wäre das Werk eine Geschichte für eine Theaterbühne? Am Stück gespielt natürlich, 30 Stunden Theater mit Hunderten Komparsen . . .? Weber ist da eher skeptisch, räumt aber ein, dass das eine „interessante Idee“ wäre. Die Komplettlesung wird zeigen, wie viele Tolkien-Verrückte es in der Region überhaupt gibt. Vielleicht ergibt sich ja dann doch noch ein Anschlussprojekt für die Literaturtage 2013.

 

Von Johannes Hauser
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