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DGB-Diskussionsveranstaltung mit Landtagsabgeordneten und -kandidaten aus sechs Parteien in Kösching

Informativer Meinungsaustausch

Kösching
erstellt am 21.06.2018 um 18:40 Uhr
aktualisiert am 25.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Kösching (DK) "Sie haben jetzt die unterschiedlichen Standpunkte gehört.
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Bei der DGB-Veranstaltung diskutierten (von links) Klaus Bittlmayer für Bündnis 90/Die Grünen, Dominik Eigner für die Linke, Eva Gottstein für die Freien Wähler, Moderatorin Arina Wolf (Thema Verkehr), Christian De Lapuente für die SPD, Tanja Schorer-Dremel für die CSU und Thomas Schön für die FDP.
Bei der DGB-Veranstaltung diskutierten (von links) Klaus Bittlmayer für Bündnis 90/Die Grünen, Dominik Eigner für die Linke, Eva Gottstein für die Freien Wähler, Moderatorin Arina Wolf (Thema Verkehr), Christian De Lapuente für die SPD, Tanja Schorer-Dremel für die CSU und Thomas Schön für die FDP.
Foto: Lamprecht
Kösching
Bilden Sie sich eine Meinung. Sprechen Sie mit anderen Leuten darüber. Entscheiden Sie, und vor allen Dingen: Gehen Sie wählen". Das war die Botschaft, die Günter Zellner, DGB-Regionsgeschäftsführer Oberbayern, den Zuhörern der vom Gewerkschaftsbund organisierten Diskussionsrunde in Kösching am Ende mit auf den Weg gab.

Davor stand eine gut zweieinhalbstündige, moderierte Podiumsdiskussion, in der die Kandidaten von sechs Parteien - Klaus Bittlmayer für Bündnis 90/Die Grünen, Dominik Eigner für die Linke, Eva Gottstein für die Freien Wähler, Christian De Lapuente für die SPD, Tanja Schorer-Dremel für die CSU und Thomas Schön für die FDP - Gelegenheit bekamen, ihre Standpunkte zu dem Themenkomplexen Verkehr, Bildung und Wohnen darzustellen. Ein Angebot, dass sie rege nutzten.

"Wir haben im Vorfeld eine Auswahl getroffen, welche Parteien heute Abend hier sitzen, und zu der stehen wir", sagte Zellner und fügte an: "Der DGB steht für Menschenfreundlichkeit und gegen Rassismus. Sollte es heute Abend also irgendwelche derartigen Äußerungen geben, behalten wir uns vor, entsprechend zu handeln. "

Nötig wurde das allerdings nicht: Die Diskussion verlief trotz durchaus unterschiedlicher Standpunkte und regen Meinungsaustauschs zum Teil auch mit dem Publikum in geordneten und ruhigen Bahnen. Zu verdanken war das zum einen der gelungen Fragestellung der Moderatoren, zum anderen aber auch den gut vorbereiteten Politikern.

Große Überraschungen, was den Inhalt der Aussagen anging, suchte man an diesem Abend zwar fast immer vergebens, aufschlussreich und informativ war die Veranstaltung dennoch, denn viele der Fragen, die die Moderatoren stellten, waren nicht nur intelligent, sondern durchaus provokant formuliert.

Besonders heiß diskutierte Themen, zu denen es teils sogar Nachfragen aus dem Publikum gab, waren dabei der öffentliche Personennahverkehr beziehungsweise die Frage, wie man ihn attraktiver gestalten könnte, die Frage, ob das bayerische Schulsystem den Herausforderungen der Zeit gewachsen ist, und schließlich auch der soziale Wohnungsbau.

Klar wurde bei allen drei Themen, dass die Vorstellungen der Parteien für eine optimale Lösung teils weit auseinander liegen: So forderte etwa die Linke einen vollständig kostenlosen ÖPNV, den die CSU für absolut nicht umsetzbar hält, während der Kandidat der FDP hier zum Querdenken mittels Mitfahrbänken oder Telearbeit aufrief.

Uneinigkeit herrschte erwartungsgemäß auch, als es um die Frage der vom Freistaat verkauften Sozialwohnungen ging, und auch bei der Frage nach einer von einigen Parteien wie auch Bürgern im Saal geforderten Einführung der Gemeinschaftsschule konnten sich die Politiker nicht verständigen.

Das allerdings war aber auch gar nicht der Sinn des Abends, schließlich sollten die Gäste vor allem über die unterschiedlich Standpunkte der Parteien in den drei Bereichen informiert werden, und eben das gelang schließlich gut.

Und dann gab es noch einen Punkt, bei dem seltene Einigkeit auf dem Podium herrschte: Auf die Frage aus dem Publikum, ob das Schulsystem der Migration gewachsen sei, lautete die Antwort einhellig: Ja. Migration gebe es schon immer, Migranten an Schulen auch. Es sei eine Herausforderung, aber keine neue und eine, die machbar sei. "In der Audi arbeiten Menschen aus 88 Nationen, und es funktioniert bestens", zog De Lapuente den Vergleich, "In einer Schule geht das noch viel leichter. Man muss die Kinder nur machen lassen. "
Susanne Lamprecht
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