Dienstag, 21. August 2018
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Vorschlag der Verwaltung: Stadt könnte ihr das Technische Rathaus abkaufen - Neubau des Altenheims weitere Option

Ausweg für Stiftung Heilig-Geist-Spital zeichnet sich ab

Ingolstadt
erstellt am 19.07.2018 um 21:22 Uhr
aktualisiert am 23.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Das Behördendeutsche gebiert immer wieder echte Perlen.
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Sanierungsfall: Das Mitte der 1970er-Jahre erbaute Altenheim an der Fechtgasse könnte an anderer Stelle neu entstehen.
Sanierungsfall: Das Mitte der 1970er-Jahre erbaute Altenheim an der Fechtgasse könnte an anderer Stelle neu entstehen.
Foto: Eberl
Ingolstadt
Rechtsreferent Dirk Müller präsentierte gestern im Sozialausschuss den wirklich schönen Begriff der "Unterhaltungslast", von der man sich (da wird es noch wortgewaltiger) am besten "befreien sollte". Der Zusammenhang, in dem der oberste Jurist der Stadt dieses Fachjargon bemühte, ist jedoch ernst und nur bedingt unterhaltsam: Die finanziell schwer angeschlagene Stiftung Heilig-Geist-Spital (sie betreibt, unterstützt von der Stiftung van Schoor, das Heilig-Geist-Spital und das Anna-Ponschab-Haus) braucht dringend einen Ausweg, da sonst der Stiftungszweck - die Betreuung und Pflege alter Menschen - gefährdet ist. Dafür legt die Verwaltung jetzt einen Vorschlag vor.

Die Vermögenslage ist komplex: Der Stiftung gehört das ehemalige Spital an der Spitalstraße, das nach dem Krieg auf Trümmern wiedererrichtet wurde und heute von der Stadt als Technisches Rathaus angemietet ist. Doch das Dach ist, wie oft berichtet, stark sanierungsbedürftig; die Stadt musste 1,2 Millionen Euro zuschießen, anders hätte die Stiftung die aufwendigen Arbeiten nicht bezahlen können. Das meint Müller mit "Unterhaltungslast": Der Bauunterhalt wird für den Immobilieneigentümer zu teuer. Zu allem Unglück wurde im vergangenen Herbst auch noch versehentlich ein Abflussrohr des Rathauses zubetoniert. Die damit dringend nötigen "Havariemaßnahmen" (auch eine nette Formulierung) rissen ein weiteres Loch in die Bilanz. Insgesamt wies die Stiftung 2017 ein Defizit von 1,2 Millionen Euro aus.

Es sei nicht leicht, eine Lösung anzubieten, sagte der Rechtsreferent, zugleich der Verwalter der Stiftung, "da noch viele elementare Fragen beantwortet und Entscheidungen über die grundsätzliche Richtung getroffen werden müssen". Das gilt ebenso für das Mitte der 1970er- Jahre erbaute Altenheim Heilig-Geist-Spital an der Fechtgasse. Es muss grundlegend saniert werden, doch da stellt sich die Frage, ob sich das überhaupt noch lohnt, oder ob ein Neubau an anderer Stelle wirtschaftlich nicht sinnvoller wäre. Müller visiert einen Standort "in der Nähe der Innenstadt" an (aber noch keinen konkreten), also nicht mehr mitten in der dicht bebauten Altstadt wie bisher.

So sieht der Lösungsvorschlag der Verwaltung aus: Die Stadt kauft der Stiftung das Gebäude an der Spitalstraße (Technisches Rathaus) ab. Zugleich löst sie deren Erbbaurecht für das Areal des Altenheims an der Fechtgasse komplett ab. Müller: "Damit erhält die Stiftung neues Kapital. Dies würde die finanzielle Basis für den Neubau des Altenheims schaffen. Die Stiftung würde so kein Tafelsilber veräußern, denn ihr historisches Grundstockvermögen bliebe damit erhalten. "

Darüber können die Stadträte jetzt ausgiebig diskutieren.
 
Christian Silvester
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