Mittwoch, 23. Mai 2018
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Gründerpreise vergeben: Alle 18 Wettbewerbsteilnehmer dürfen sich als Gewinner sehen

Sechs Ideen, die in die Zukunft weisen

Ingolstadt
erstellt am 12.04.2018 um 20:56 Uhr
aktualisiert am 16.04.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Nie war die Auswahl größer, nie zuvor aber auch die Entscheidung enger: Unter 18 durch die Bank soliden Geschäftsideen mit einigen durchaus exotisch anmutenden Projekten hat die Jury des Ingolstädter Gründerpreises ihre Favoriten gefunden. Am Mittwochabend war Prämierungsfeier.
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Einfach praktisch veranlagt: THI-Präsident Walter Schober verdingte sich bei der Prämierungsfeier als Fotoassistent. Dank auch körperlicher Größe gelang es ihm mit Leichtigkeit, den ansonsten nützlichen, aber bei den Aufnahmen störenden Beamer kurz zu verdunkeln.
Einfach praktisch veranlagt: THI-Präsident Walter Schober verdingte sich bei der Prämierungsfeier als Fotoassistent. Dank auch körperlicher Größe gelang es ihm mit Leichtigkeit, den ansonsten nützlichen, aber bei den Aufnahmen störenden Beamer kurz zu verdunkeln.
Fotos: Hauser
Ingolstadt
Seit sieben Jahren läuft der frühere Businessplanwettbewerb der Region nun schon unter neuem Namen, doch auch in der gesamten, nun 17-jährigen Geschichte dieses Ideenwett-streits war der Andrang (ganz überwiegend) junger Gründer nie größer. 37 Bewerber hatten ursprünglich für die Runde 2017/18 vorgesprochen, sich dann aber nicht alle zu einer Teilnahme durchgerungen. Die 18 verbliebenen bedeuteten dennoch eine Rekordebeteiligung. Und alle, so betonte Organisator Jörg Tiedt von der Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt vor der eigentlichen Preisverleihung im DK-Verlagshaus, hatten "durchweg extrem gute" Bewerbungen abgegeben.

Wie schon bei der Kandidatenvorstellung vor einigen Wochen (DK berichtete) teilten sich Tiedt und THI-Professor Michael Jünger die Moderation des Abends. DK-Chefredakteur Stefan König als Gastgeber sprach allen Teilnehmern seine Anerkennung aus und sah - ebenso wie andere Redner in ihren Grußworten - nur Gewinner.

Schließlich haben alle allein durch ihre Anmeldung eine Sichtung ihrer Geschäftsidee und erste Coachings durch erfahrene Berater aus Wissenschaft und Wirtschaft erfahren. Jetzt, so König, könne nur weiterhin viel Erfolg und Durchhaltevermögen gewünscht werden: "Bleiben Sie sich treu, bleiben Sie authentisch."

Und das sind die sechs Preisträger, die keinesfalls in einer Rangfolge zu sehen sind, sondern in durchaus verschiedenen Branchen und Dienstleistungssektoren laut Jury allesamt besonders vielversprechende Projekte angestoßen oder sogar schon umgesetzt haben. Präsentiert wurden sie von Vertretern der Firmen und Organisationen, die den Gründerpreis Ingolstadt ausloben oder unterstützen.
  • "Stories of Airplants" heißt die Firma von Gerhard Sedlmair aus Reichertshausen (Landkreis Pfaffenhofen). Mit luftwurzelnden Pflanzen schafft er Raumdekorationen der besonderen Art - "ein Produkt, das mich total überrascht hat", wie Laudator Stefan König bekannte. Neben der sauber skizzierten Geschäftsidee haben sich die Juroren in diesem Fall auch von einem überzeugenden Auftritt des jungen Geschäftsmannes bei der Kandidatenvorstellung beeindrucken lassen.
Das Teilnehmerfeld der Gründerpreisrunde 2017/18 war groß wie nie zuvor. Die Jury hatte 18 Bewerbungen auszuwerten und einzuordnen.
Das Teilnehmerfeld der Gründerpreisrunde 2017/18 war groß wie nie zuvor. Die Jury hatte 18 Bewerbungen auszuwerten und einzuordnen.
Fotos: Hauser
Ingolstadt

 
  • "Mirrads" heißt das Projekt der Stahr+Seitle GbR. Gründer Peter Stahr aus Ingolstadt und sein Team haben sich auf Spiegel als flexible Werbeflächen verlegt. Die mit digitaler Technik ausgestatteten sogenannten Smart-Mirrors eignen sich zum Einsatz quer durch den öffentlichen Raum und den Dienstleistungs- und Gastronomiebereich - halt überall dort, wo hohe Publikumsfrequenzen erzielt werden. Laudator Hannes Schleeh vom regionalen Gründerzentrum lobte bei der Prämierung eine Idee, "die bei allen Beteiligten Synergien schafft".
 
  • "Schneepardi Creations": Auch hier verrät der Name bereits ein wenig von der Stoßrichtung des Unternehmens. Gründerin Julia Kipp hat ihr Hobby zum Beruf gemacht - ein Rezept, das ja nicht immer tragfähig und zu empfehlen ist. Hier allerdings hat es offenbar gefruchtet, wie Norbert Forster, Chef der städtischen Tochtergesellschaft IFG, bei der Preisverleihung befand. Er bescheinigte der Jungunternehmerin aus Pfaffenhofen beim Schneidern von Tierkostüme für alle möglichen privaten oder öffentlichen Feiern "Kreativität und handwerkliches Geschick". Die Firmeninhaberin selbst sieht ihre jetzigen und potenziellen Kunden überall dort, wo man "Spaß haben und den Alltag hinter sich lassen kann".
 
  • "Flügelmacher" heißt das Unternehmen von Ika Schnelle aus Oberhausen (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen), das sich auf besonders sicher zu tragende sportliche Sonnenbrillen ohne Seitenbügel spezialisiert hat. Johannes von Koch von der Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt befand, dass in diesem Produkt enormes Entwicklungspotenzial steckt, zumal Action, Sport und abenteuerliche Freizeitbeschäftigungen heutzutage hoch im Kurs stehen wie nie.
  • "School in One" ist eine von Sascha Utikal, Michael Sand, Florian Fuchs und Lisa Schmidt entwickelte App, die Lehrern, Schülern und ihren Eltern eine Basis für papierfreie Kommunikation schafft. Schultermine und individuelle Nachrichten, die zwischen den Beteiligten ausgetauscht werden sollen, sind der Idee nach für alle App-Anwender unmittelbar und quasi überall verfügbar, ohne dass so schnell etwas in Vergessenheit geraten kann. Die Jury erkannte dem Team aus Ingolstadt den Sonderpreis des Regionalmanagements zu. Irma-Geschäftsleiterin Iris Eberl wertete die Software als "Lösung gegen Stressfallen im Alltag".
 
  • RthTec: Das etwas kryptische Firmenkürzel steht für ein Start-up, das von Gordon Elger, Maximilian Schmid, Alexander Hanss und E Liu aus der Technischen Hochschule Ingolstadt heraus gegründet worden ist. Das Quartett hat sich einer Qualitätskontrolle für LEDs angenommen, mit der Industriezweige, die diese effektiven Beleuchtungsmittel massenhaft einsetzen, künftig wahrscheinlich erhebliche Kosteneinsparungen erzielen können. THI-Präsident Walter Schober, der den Sonderpreis der Firma Bayern Consult überreichen konnte, sprach von einer für den Wirtschaftsstandort Deutschland typischen "technischen Innovation mit Qualität".

Alle Preise sind mit einem Geldbetrag und/oder dem Anspruch auf weitere Coachings durch erfahrene Fachleute verbunden. Der DK wird die Preisträger im Laufe der nächsten Wochen durchweg noch etwas ausführlicher im Lokalteil vorstellen. Für die Initiatoren des Gründerpreises gilt es indessen, bereits das Augenmerk auf die nächste Wettbewerbsrunde zu lenken. Ab September und dann noch bis zum Jahresende können sich neue Bewerber anmelden. Alles Wissenswerte hierzu finden Interessierte unter der Netzadresse www.gruenderpreis-in.de.
Bernd Heimerl