Dienstag, 23. Oktober 2018
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Muss 29-Jähriger in psychiatrische Klinik?

Urteil nach Geiselnahme im Jugendamt von Pfaffenhofen erwartet

Ingolstadt
erstellt am 12.10.2018 um 07:00 Uhr
aktualisiert am 12.10.2018 um 19:28 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (dpa/lby) Knapp ein Jahr nach der Geiselnahme im Kreisjugendamt in Pfaffenhofen an der Ilm verkündet das Ingolstädter Landgericht am heutigen Freitag gegen Mittag das Urteil gegen den Täter. Die Strafkammer muss insbesondere darüber entscheiden, ob der 29-Jährige dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden muss.
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Ab ins Gefängnis? Die Geste von Verteidiger Jörg Gragert gegenüber dem Pfaffenhofener Geiselnehmer könnte so gedeutet werden ? tatsächlich wies der Anwalt seinem Mandanten am ersten Verhandlungstag den Weg zu dessen Platz im Gerichtssaal. Gestern forderte Gragert vier Jahre Haft für die Tat.
Der Pfaffenhofener Geiselnehmer und sein Verteidiger Jörg Gragert.
Bernd Heimerl
Ingolstadt
Hintergrund der Tat war, dass die heute fast drei Jahre alte Tochter des Mannes bei einer Pflegefamilie untergebracht ist. Der Vater hatte bei der Geiselnahme verlangt, dass das Mädchen zu der Mutter, seiner Freundin, zurückgebracht wird.
 

 
Der Mann hatte in dem Prozess zugegeben, fast fünfeinhalb Stunden lang eine Mitarbeiterin des Jugendamtes bedroht und bei einem Gerangel das Opfer mit einem Messer am Hals verletzt zu haben. Die Frau stand Todesängste aus und ist bis heute traumatisiert. Die Staatsanwältin hat dafür eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten verlangt, der Verteidiger hielt vier Jahre für ausreichend.

Polizisten überwältigten damals den deutschen Staatsbürger und befreiten die Geisel. Seit der Festnahme ist der Angeklagte auf richterliche Anordnung in einer Psychiatrie. In dem Prozess sagte eine Gutachterin, dass der Mann an einer Schizophrenie leide und deswegen auch in Zukunft schwere Straftaten von ihm nicht auszuschließen seien. Der Rechtsanwalt des Mannes hat diese Gefährlichkeitsprognose angezweifelt.
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