Dienstag, 22. Mai 2018
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Angespannte Situation in den Wäldern

Frühjahr zu warm und zu trocken

Altmannstein
erstellt am 15.05.2018 um 18:26 Uhr
aktualisiert am 18.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Altmannstein (DK) Zu Beginn der Frühjahrskultur sind im Bereich der Waldbesitzervereinigung Altmannstein (WBV) und Umgebung die Temperaturen und Niederschläge noch zufriedenstellend für die Wälder der Region gewesen, gibt der Geschäftsführer der WBV, Josef Lohr, einen Zwischenstand über den Waldzustand.
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Ausreichend Niederschläge bei viel zu milden Temperaturen hatten über die Wintermonate für eine bessere Bodenfeuchte als in den Vorjahren gesorgt, so dass die jungen Bäume im März und April noch gut mit Wasser versorgt wurden. Bei der Frühjahrspflanzung wurden über die WBV rund 100000 Forstpflanzen bestellt und zum Teil von den Waldbesitzern selbst oder von Baumschulen gepflanzt.

Unter Anleitung der WBV-Förster wurden alleine in den Waldpflegeverträgen und im Auftrag auch auf privaten Flächen 35 000 junge Bäume in den Waldboden gesetzt. Die Forstpflanzen teilen sich in 60 Prozent Nadel- und 40 Prozent Laubholz auf, wobei beim Nadelholz Douglasie und Tanne einen zunehmend größeren Stellenwert einnehmen. Regional sehr unterschiedlich auftretende Niederschläge und warme Temperaturen sorgten im April bereits für den ersten Trockenstress bei den jungen Pflanzen.

Waren es die nassen Witterungsbedingungen im Januar oder hatte so mancher Waldbesitzer noch die Nase voll von der Käferaufarbeitung im Sommer und im Spätherbst des Vorjahres? So war zumindest der Eindruck, denn zum Jahresbeginn war es relativ ruhig Wald, so Lohr. Noch im Dezember 2017 meldeten die Mitglieder zur besseren Vermarktungsplanung der WBV einen geplanten Gesamteinschlag über die Wintermonate von 5600 Festmetern Holz, vorsorglich wurden laut Lohr Verträge mit verschiedenen Abnehmern in einem Volumen von 22000 Festmetern abgeschlossen. Aber auch diese Menge sollte nicht reichen. Letztlich wurden von den Waldbesitzern bis Ende April mehr als 35000 Festmeter Rundholz zum Verkauf bereitgestellt. "Diese unerwartete Holzmenge stellt uns logistisch vor große Probleme", so Lohr.

Die Wirkungen der verschiedenen Sturmereignisse sind an den Rundholzabsatzmärkten angekommen. Die Aufarbeitung und Abfuhr von Sturmholz in den Hauptschadensgebieten in Deutschland und Tschechien ist im vollen Gange. In den weniger betroffenen Gebieten wurde der Frischholzeinschlag bisher nur in geringem Umfang zurückgenommen. Entsprechend gut sind die Sägewerke derzeit mit Nadelstammholz versorgt. Durch die Versorgung mit sogenannten Ganzzügen werden auf dem Schienenweg die Großsägewerke mit preislich attraktivem Schadholz in großen Mengen aus Sturmwurfgebieten beliefert.

Früh und teils massiv einsetzender Schwärmflug von Buchdrucker und Kupferstecher heizt die Situation weiter an. Sorgen bereitet die zusätzliche Marktbelastung, die möglicherweise aus dem zu befürchtenden Käferholzanfall entstehen könnte, und die Qualitätseinbußen durch die verzögerte Aufarbeitung. Das einzig Positive ist derzeit die gute Baukonjunktur und die daraus resultierende Nachfrage nach Nadelschnittholz. Das Überangebot an Rundholz hat dazu geführt, dass der Preis für Sägenadelrundholz enorm unter Druck geraten ist.
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