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Harry Wagner von der Technischen Hochschule leitet Modellprojekt - Erste Flüge für 2019 geplant

Flugtaxi Ingolstadt: Neuer Mann am Steuer

Ingolstadt
erstellt am 25.07.2018 um 20:03 Uhr
aktualisiert am 29.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Das geplante Flugtaxi Ingolstadt hat seit gestern eine Art Chefpiloten: Harry Wagner, Professor für Automotive and Mobility Management an der Technischen Hochschule Ingolstadt, leitet ab sofort das Modellprojekt Urban Air Mobility (UAM).
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Drohnen oder Flugtaxis, hier im Bild eine Studie von Audi und Airbus, sollen ab 2019 in der Modellregion Ingolstadt fliegen.
Drohnen oder Flugtaxis, hier im Bild eine Studie von Audi und Airbus, sollen ab 2019 in der Modellregion Ingolstadt fliegen.
Deck/dpa
Ingolstadt
Außerdem wurde bei dem gestrigen Kick-off-Workshop in Ingolstadt ein Testfeld benannt: Die ersten Flüge sollen im Korridor zwischen den Flughäfen Manching-Ingolstadt und dem rund 20 Kilometer entfernten Siegenburg (Landkreis Kelheim) stattfinden. Voraussichtlich schon ab Ende 2019, wie Wagner erklärte. "Ein derartiges, ausgewiesenes Flugtaxi-Testfeld ist einzigartig in Deutschland und Europa."
 
 

Bei dem Treffen, an dem rund 70 Vertreter verschiedener nationaler und internationaler Unternehmen, Organisationen und Institutionen teilnahmen, wurden die nächsten Projektschritte definiert: So entstanden drei Arbeitsgruppen für Technik und Infrastruktur, für Strategie und Wirtschaft sowie für Anwendungsbeispiele und Bürgerbeteiligung. Zum weiteren Vorgehen sagte Wagner: "Wir werden uns wahrscheinlich länger mit den Regularien beschäftigen müssen. Technologisch sind wir schneller." Neben Airbus wollen in Deutschland mehrere Unternehmen mit Fluggeräten abheben, die umgangssprachlich unter dem Sammelbegriff Flugtaxi laufen. In Fachkreisen wird die englische Bezeichnung VTOL (vertical take-off and landing) benutzt. Gestern beispielsweise waren Holocopter, Lilium und Quantum Systems mit an Bord. Das Testfeld, so wurde ausdrücklich betont, soll allen Anbietern zur Verfügung stehen. Was die Regularien im Testbetrieb betrifft, so begleiten die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) und Eurocontrol das Modellprojekt. "Es wird spannend: Ganz Europa wird von Ingolstadt lernen", sagte Munish Khurana von Eurocontrol.
 
Harry Wagner hat als Termin für die ersten Flugtaxi-Textflüge in der Region Ende kommenden Jahres im Blick.
Harry Wagner hat als Termin für die ersten Flugtaxi-Testflüge in der Region Ende kommenden Jahres im Blick.
Betz/Stadt Ingolstadt
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Einen neuen Kurs soll Flugtaxi Ingolstadt auch hinsichtlich der Finanzierung finden. Der Freistaat, der Bund und die EU sind wohl willens, das Projekt zu unterstützen. Aber wie? Auch das soll sich jetzt zeigen. "Wir müssen in Dialog treten mit den Fördermittelgebern, welche Anträge wir konkret stellen können", sagte Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl (CSU), der das Projekt ursprünglich angestoßen hat. Vassilis Agouridas, Leiter der EU-Forschungsinitiative UAM, hofft auch auf Geldgeber aus dem Finanzsektor.

Fest steht: Ingolstadt hat in Sachen Urban Air Mobility eine Vorreiterrolle übernommen, einen Vorsprung herausgeholt, den andere Städte wohl kaum mehr einholen werden können. Aber einen Wettlauf soll es auch gar nicht geben: "Das ist erst der Anfang", erklärte Vassilis Agouridas. "Unser Ziel ist eine europäische UAM-Community."
 
Suzanne Schattenhofer
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