Donnerstag, 18. Oktober 2018
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Schießstand wird für 3,3 Millionen Euro saniert

Feuer frei

Ingolstadt
erstellt am 10.10.2018 um 19:58 Uhr
aktualisiert am 14.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (sic) Die Königlich-Privilegierte Feuerschützengesellschaft schießt meist eher im Verborgenen: im Keller der Bezirkssportanlage Südwest.
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Sanierungsfall: der Schießstand im Südwesten.
Sanierungsfall: der Schießstand im Südwesten.
Eberl /Archiv
Ingolstadt
Dort hat der Verein einst sein Heim eingerichtet bekommen. Doch seit bekannt ist, dass die Stadt den Schießstand für 3,3 Millionen Euro sanieren muss und aus dieser Verpflichtung wegen eines 1974 abgeschlossenen, eindeutigen Vertrags nicht herauskommt, haben die Privilegierten Feuerschützen in der Stadt gewisse Bekanntheit erlangt. Einige Bürger, die dem Schießsport nicht anhängen, fragen, warum ein Verein von so viel Geld aus Steuermitteln profitieren dürfe.

Es gab seither Gespräche, einen Ortstermin, rechtliche Prüfungen und Debatten in Stadtratsgremien. Bald stand fest: Die Stadt muss für die Sanierung des Schießstands aufkommen. Eine Verlagerung des Vereinsheims wäre nicht billiger. Zudem sei wegen der Pulverdämpfe eine Lüftungsanlage nötig. Die 1983 eingebaute versorgt in der Bezirkssportanlage zusätzlich eine städtische Turnhalle. Ein weiteres Argument für die Sanierung. Und noch eines: Ein neues Heizungs- und Lüftungssystem senke die Kosten: Um 17000 Euro im Jahr, hat die Stadt errechnet. Deshalb erteilte der Stadtentwicklungsausschuss dem Sanierungsplan am Dienstag sein Einvernehmen. Einstimmig.

Die Arbeiten sollen laut der Beschlussvorlage im September nächsten Jahres beginnen und rund 15 Monate dauern. Auch der Brandschutz wird dabei auf den neuesten Stand gebracht.

Der Tagesordnungspunkt 2.3 führte den Ausschuss wieder zu einem alten Ingolstädter Dilemma: Wohnraummangel versus Landschaftsschutz. Das Baugebiet Unsernherrn Nord tangiert leicht den zweiten Grünring um die Stadt. Lokalpolitisch Interessierte erinnern sich an die jahrelangen Auseinandersetzungen um ein Bauvorhaben im Grünring zwischen Hundszell und Haunwöhr. So arg kam es im Fall Unsernherrn nicht, doch der Grundkonflikt klang auch am Dienstag im Stadtentwicklungsausschuss klar an. ÖDP-Stadtrat Raimund Köstler teilte mit, dass seine Partei dem Bebauungsplan nicht zustimmen werde, "so lange das mit dem Grünring nicht geklärt ist". Darauf die Erwiderung von OB Christian Lösel (CSU): "Sie sind aber schon für neuen Wohnraum? " Antwort Köstler: "Da sehe ich keinen Zusammenhang. " Manfred Schuhmann (SPD) gab in dieser Situation den Brückenbauer: Er wisse, dass ein Teil seiner Fraktion den Bebauungsplan im Stadtrat ebenfalls ablehnen werde. "Aber ich habe mich zur Zustimmung durchgerungen. Obwohl ich ein Gründungsmitglied des Ingolstädter Kreisverbands des Bundes Naturschutz bin! " Schuhmann sieht die Sache so: Das Baugebiet "reicht zwar in den Grüngürtel hinein, aber es ist dort eh von Bebauung umzingelt". Die neuen Häuser "runden den Ort sinnvoll ab". Außerdem brauche die Stadt die 120 Wohneinheiten dringend. "Hier kann man ein Baugebiet noch am ehesten vertreten. "

Am Ende lehnten mit Köstler drei weitere Stadträte, darunter die Vertreter von BGI und Grünen, den Bebauungsplan ab. Die anderen acht stimmten dafür.



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