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Pläne für FCI-Trainingsplatz: SPD, Grüne, BGI und ÖDP fordern umfassende Aufklärung

Opposition fühlt sich hinters Licht geführt

Ingolstadt
erstellt am 10.08.2018 um 18:48 Uhr
aktualisiert am 15.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Wegen des geplanten Trainingsplatzes des FCIngolstadt beim Audi-Sportpark, dessen Realisierung nur auf Kosten eines Eingriffs ins benachbarte Landschaftsschutzgebiet möglich wäre (DK berichtete am Freitag), gerät die Stadtspitze jetzt unter Beschuss der Oppositionsparteien SPD, Grüne, BGI und ÖDP.
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In einem gemeinsamen Brief an Oberbürgermeister Christian Lösel (CSU) protestieren die Fraktionsvorsitzenden bzw. Parteisprecher gegen ihrer Auffassung nach vorenthaltene Detailinformationen in den bisherigen Stadtratsberatungen. Man stelle "absolut infrage, dass dem Stadtrat alle notwendigen Entscheidungsgrundlagen für den Beschluss vom 9. Mai vorgelegt wurden". Die Verfasser fordern eine umfassende nachträgliche Unterrichtung über Einzelheiten der Planung, die den Landschaftsschutz betreffen - nötigenfalls in einer Sondersitzung des Stadtrates oder des originär zuständigen Stadtentwicklungsausschusses.

Wie vom DK enthüllt, lässt sich das mit einem Grundstückstausch verbundene Projekt des FCI nur verwirklichen, wenn auch in den nahen Grünbereich eingegriffen wird. In einem internen Papier ist von "Baumfällarbeiten für ca. 60 Bäume" die Rede. In dem Brief der Oppositionspolitiker heißt es nun, dass "die in dem Artikel angesprochene Umweltproblematik" die Verfasser "über die Maßen überrascht und auch verärgert" habe. Weiter heißt es wörtlich: "In der Vorlage (für den Stadtratsbeschluss vom 9. Mai, Red. ) war mit keinem Wort auf den Zusammenhang zwischen der Errichtung des Hybridrasenplatzes und dem Landschaftsschutzgebiet eingegangen worden. Eine Behandlung des Tagesordnungspunktes im Stadtentwicklungsausschuss erfolgte nicht, obwohl der auch für Ökologie zuständig ist. "

Die Oppositionsprecher sehen sich dadurch hinters Licht geführt, denn, so heißt es weiter: "Mit dem Verschweigen dieser Problematik wurde unsere Zustimmung zu dem Tausch quasi erschlichen. Das ist schwerlich hinnehmbar und ein erneuter Beweis dafür, wie sehr die Rechte des Stadtrats von der Rathausspitze immer wieder missachtet werden. Wir erwarten nunmehr, dass Sie die Mitglieder des Stadtrats umfassend schriftlich informieren und behalten uns die Einberufung einer Sondersitzung ausdrücklich vor. Uns geht es darum, über sämtliche Aspekte des Tauschgeschäfts informiert zu werden. Dazu fordern wir auch eine dezidierte Stellungnahme des Umweltreferenten Dr. Ebner. "

Zur Nachbearbeitung des Themas gehört für die Oppositionssprecher auch "die Prüfung eines anderen Standorts für das neue Spielfeld". Den Vorgang als "alternativlos" darzustellen, so heißt es in dem Schreiben weiter, "reicht uns nicht aus". Es seien vielmehr jetzt nochmals Gespräche mit der IN Campus GmbH zu führen.

Die Verfasser des Schreibens "bedauern sehr, dass der FC Ingolstadt 04, aber auch unser Kulturreferat durch dieses unprofessionelle Vorgehen in eine schwierige Situation gerät. " Dies gelte es jetzt "schnellstmöglich zu beraten und zu korrigieren".
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