Dienstag, 25. September 2018
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Lösel zieht Lehren aus der Aufregung über Trainingsplatzprojekt in Landschaftsschutzgebiet

FC-Übungsfeld: "Nicht glücklich gelaufen"

Ingolstadt
erstellt am 13.09.2018 um 18:53 Uhr
aktualisiert am 17.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (sic) Um den Streit über die mögliche Bebauung eines Stücks Landschaftsschutzgebiet direkt neben dem Stadion des FC Ingolstadt bildlich zu beschreiben, bietet sich eine Fülle von Formulierungen aus dem Wortfeld Fußball an; auch phrasentechnisch kann man hier in die Vollen gehen: Zuerst kam es zu einem verhängnisvollen Konter aus der Tiefe des Raumes, noch dazu zu einem psychologisch ungünstigen Zeitpunkt.
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Stadion am Rande eines Landschaftsschutzgebiets: Der Streit über den neuen Trainingsplatz für den FCI ist beigelegt. Er soll ?außerhalb des Bereichs des Altwasserarms? angelegt werden, so der OB.
Stadion am Rande eines Landschaftsschutzgebiets: Der Streit über den neuen Trainingsplatz für den FCI ist beigelegt. Er soll "außerhalb des Bereichs des Altwasserarms" angelegt werden, so der OB.
Eberl
Ingolstadt
Das führte zu verbalem Forechecking der Parteien. Ein überraschendes Dribbling Sepp Mißlbecks mit Sportsfreunden verfehlte das Ziel, weil sich andere Stadtratskollegen verärgert im Abseits wähnten. Doch jetzt ist die Dramatik raus aus dem Spiel. Und OB Christian Lösel lobt einen Fair-Play-Preis aus.

"Das ist alles nicht glücklich gelaufen", resümierte er im Rahmen des DK-Sommerinterviews (siehe die gestrige Ausgabe). Sowohl auf Seiten der Verwaltung als auch auf Seiten des Stadtrats. Es gelte deshalb zu ergründen, was alles schiefgegangen ist und welche Lehren man daraus ziehen müsse, um es künftig besser zu machen oder erst gar nicht mehr so weit kommen zu lassen.

Wie berichtet, hatte der Naturschutzbeirat der Stadt davor gewarnt, den Trainingsplatz für den FCI neben dem Stadion (als Ersatzfläche für das Übungsfeld an der Asamstraße, das für einen Schulneubau benötigt wird) zuzulassen, weil der größere Teil des Geländes in einem Landschaftsschutzgebiet liegt. Rund 60 Bäume wären damit der Säge geweiht. Doch die Warnung der Naturschützer erreichte weder die Stadträte noch das Kulturreferat, das bei der Planung und Verwaltung von Sportanlagen die Federführung inne hat. Wären die schriftlich eingereichten Bedenken des Beirats nicht irgendwo auf dem Verwaltungsweg hängengeblieben, hätte die Planung für den Trainingsplatz auf geschütztem Terrain wohl nie begonnen. "Es hat keiner gewusst, dass das geplante Feld in einem Landschaftsschutzgebiet liegt", sagte Lösel. Künftig müssten Eingaben des Naturschutzbeirats unbedingt die relevanten Ämter und alle Stadtratsmitglieder erreichen, betonte der OB. Er hält die Arbeit dieses Gremiums für "sehr wichtig".

Ein Gutes habe die Sache immerhin, ergänzte Lösel: "Wir haben uns alles nochmal ganz genau angeschaut. " Und so einen besseren Eindruck von dem geschützten Gebiet am Sportpark gewonnen. Das ermöglicht Änderungen in der Planung. "Sonst wäre mit dem Grundsatzbeschluss vieles schon erledigt gewesen", erklärte der OB. Es gebe noch Spielraum bei der Platzierung des Übungsfelds. "Wir müssen damit auf jeden Fall aus dem Bereich des Altwasserarms raus und weitgehend auch aus dem Magerrasen. " Er sei zuversichtlich, dass sich ein etwas versetzter Standort finden lässt. Eines sei auch wichtig zu erwähnen, so Lösel: "Es ist nichts passiert! " Alle Bäume stehen noch.

Wie berichtet, hat Sepp Mißlbecks spontaner Ortstermin mit von ihm ausgewählten Stadträten (ohne CSU, FW und Grüne) einigen Ärger verursacht. Offene Briefe des Missmuts machten die Runde. Gewiss ziehen die Akteure auch daraus eine Lehre.
 
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