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Den Norden der Stadt bewachte einst das Fort Max Emanuel

erstellt am 27.04.2007 um 21:33 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 16:23 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (ksd) Wo lag es nun eigentlich, das Fort Max Emanuel? Selbst eingefleischte Ingolstädter können diese Frage meist nicht beantworten. Abhilfe schafft nun ein wissenschaftlicher Band, der nicht nur die geografische Lage, sondern auch Entstehung, Geschichte und Hintergründe der ehemaligen Feste zwischen Etting und Aufgraben klärt. "Von der Kasematte bis zum Konstruktionsbüro" heißt das soeben erschienene Buch des Wahlingolstädters Karl Bauer und gibt mit diesem Titel gleich ein wenig Antwort auf die Frage.
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Heute Teil von Audi

Denn auf dem heutigen Gelände der Technischen Entwicklung des Automobilherstellers Audi stand in den Jahrzehnten zwischen 1866 und 1946 die Befestigungsanlage, die Bauer, Audi-Ingenieur im Ruhestand in rund zehnjähriger Arbeit erforschte. 312 Seiten stark ist der Sonderband der Schriftenreihe "Globulus" der Natur- und kulturwissenschaftlichen Gesellschaft, in deren Rahmen Bauer publizierte. Der zudem mit zahlreichen Abbildungen versehene Band ist unter der ISBN-Nummer 978-3-928671-38-5 in den Buchhandlungen erhältlich.

Bei einer kleinen Vorstellungsrunde der Neuerscheinung in der Buchhandlung Stiebert gab Bauer, seines Zeichens auch Schriftführer des "Fördervereins Bayerische Landesfestung Ingolstadt" hauptsächlich seinen Vereinskollegen einen kleinen Überblick über die Historie das fast vergessenen Forts im Norden der Stadt. Nach jahrelangen Planungen wurde es als nördlichster Teil des geschlossenen Festungsringes um die Stadt gebaut. Wahrhaft wehrhaft durch seine Architektur mit Kehlreduit (zur Verteidigung selbst der eigenen Innenanlagen) und Kasematten und ihren undurchdringlichen Ring aus Dornenpflanzen, erlebte das Fort weniger militärische Nutzung als eine durchaus wechselhafte Geschichte im Spiegel der Zeiten.

Nach seiner Sprengung im Jahr 1946 – im Zuge allgemeinen Abbaus der "total überalterte Landesfestung Bayern" – diente das Gelände schließlich gar als jährliche Motocross-Wettbewerbsstrecke, ehe es nach langen Interessenskonflikten und Kaufverhandlungen im Jahr 1969 in den Besitz der damaligen Auto Union überging. Seitdem ist das Fort allgemein vergessene Geschichte: Mit dem Kapitel von Bau und Komplettierung der Technischen Entwicklung endet der Sonderband.

Karin Derstroff
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