Freitag, 16. November 2018
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43-Jähriger soll Geschäftspartner um 50000 Euro betrogen haben

Betreiber eines Biergeschäfts vor dem Amtsgericht

Ingolstadt
erstellt am 05.11.2018 um 18:22 Uhr
aktualisiert am 10.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) 18-facher Betrug, Insolvenzverschleppung und zudem keine Sozialabgaben für die drei Mitarbeiter entrichtet: Die Vorwürfe gegen einen früheren Ingolstädter Unternehmer aus der Getränkebranche sind genauso zahlreich wie heftig. Dem 43-Jährigen wird gerade am Amtsgericht der Prozess gemacht.
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Amtlich verschlossen: Die Stadt sperrte im Januar 2017 den Laden des Angeklagten in der Ingolstädter Innenstadt, weil bekannt geworden war, dass gegen den Betreiber eine durch das Landratsamt Dachau verhängte und seit 2005 rechtskräftige Gewerbeuntersagung vorlag.
Amtlich verschlossen: Die Stadt sperrte im Januar 2017 den Laden des Angeklagten in der Ingolstädter Innenstadt, weil bekannt geworden war, dass gegen den Betreiber eine durch das Landratsamt Dachau verhängte und seit 2005 rechtskräftige Gewerbeuntersagung vorlag.
Hammer/Archiv
Ingolstadt
Es hörte sich alles so gut an, als der gebürtige Sachse den Schanzern die wunderbare Welt der modernen Bierkultur näher bringen wollte. Ingolstadt war mit seinem Geschäft am Nabel der Zeit angelangt, wo doch diese sogenannten Craftbiere mit ihren aromatisierten Hopfen in aller Herren Ländern angesagt waren und weiter sind. 300, 400, 500 Sorten und wahrscheinlich noch viel mehr füllten die Regale in dem Innenstadtgeschäft. Doch mit der Zeit kam ein fader Beigeschmack in die Unternehmensgründung, den die Öffentlichkeit zunächst nur erahnen konnte und am Rande wahrnahm. Das Geschäft zog vom Gründerort in eine benachbarte Örtlichkeit um, wo es nach einigen Monaten auch nicht mehr weiterging. Eine neuerliche Verlegung des Ladens in der Innenstadt folgte, doch die endete letztlich in einer amtlichen Schließung durch die Stadt Ingolstadt. Das Ordnungsamt versiegelte die Ladentür. Da wurde schon mehr als offensichtlich, dass etwas nicht ganz stimmen konnte. Doch selbst das trübte den unternehmerischen Drang des Bierexperten nicht, dessen Ausfluss damals in einem geplanten Laden in Eichstätt mündete. Doch dazu kam es nicht mehr - es blieb bei Plakaten und vollmundigen Ankündigungen. Denn inzwischen war doch nach und nach an die Öffentlichkeit gelangt, dass die beschriebenen Monate mit allerlei Verwerfungen verbunden waren, die nun in einem auf sechs Tage angelegten Prozess am Ingolstädter Amtsgericht aufgerollt werden.

Rund zwei Dutzend Zeugen sollen Richter Michael Fein und den beiden Schöffinnen von den Machenschaften des 43-jährigen Angeklagten berichten, dem die Staatsanwaltschaft die erwähnten 18 Fälle von Betrug und zudem Insolvenzverschleppung vorwirft. Außerdem soll er keine Sozialabgaben für die Angestellten gezahlt haben. Alleine die mutmaßlichen Betrugsfälle summieren sich auf einen Schaden von gut 50000 Euro.

Laut Anklage war die Masche über die betreffenden Monate identisch: Immer wieder hatte der Angeklagte flüssige Ware bestellt und dann nicht bezahlt oder die Vermieter um ihre zustehende Miete geprellt; deshalb auch die häufigen Umzüge. Wie gegenüber den Zeugen und dem Gericht, so zeigte sich der gescheiterte Unternehmer auch gegenüber seinen Geschäftspartnern offenbar recht redegewandt und lieferte vielerlei mutmaßlich fadenscheinige Begründungen und Entschuldigungen für den ausstehenden Geldfluss. Im Grundsatz kristallisiert sich vor Gericht heraus: Er könne für viele Sachen einfach nichts.

Ob er die Richter mit dieser Taktik überzeugen kann, dürfte aber mehr als fraglich sein. Denn immerhin hat der 43-Jährige schon ein sattes Vorstrafenregister mit einem guten Dutzend Eintragungen - vieles davon einschlägig. Er stand sogar wegen Betrugs unter offener Bewährung, als er Ingolstadt mit Bier beglücken wollte. Dass er dabei eine seit 2005 rechtskräftige Gewerbeuntersagung des Landratsamtes Dachau mitschleppte, kam auch erst mit der Zeit ans Licht. Viele der offenbar Geschädigten warten bis heute noch auf Geld. Wie einige vor Gericht schon sagten sagten, wurde ihnen bald klar, dass bei dem mutmaßlich notorischen Betrüger nichts zu holen ist.

Ein Urteil am Amtsgericht soll kurz vor Weihnachten fallen.
Christian Rehberger
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