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Mehr als zehn Verhandlungstage angesetzt

Landgericht bestätigt Klage gegen Ingolstadts Alt-OB Alfred Lehmann in vollem Umfang

Ingolstadt
erstellt am 10.08.2018 um 09:31 Uhr
aktualisiert am 15.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Nun ist es amtlIch: Das Landgericht Ingolstadt hat am Freitag bestätigt, dass die Anklage gegen Ingolstadts Alt-OB Alfred Lehmann (CSU) und weitere zwei Mitangeklagte vor der 1. großen Strafkammer in vollem Umfang zur Hauptverhandlung zugelassen ist (DK berichtete bereits). Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft gegen Lehmann: Bestechlichkeit und Untreue.
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Ingolstadts Alt-OB Alfred Lehmann muss sich vor Gericht verantworten.
Ingolstadts Alt-OB Alfred Lehmann muss sich vor Gericht verantworten.
Foto: Hammer
Ingolstadt
Mit Eröffnungsbeschluss vom 31. Juli hat die 1. Strafkammer des Landgerichts Ingolstadt unter Vorsitz von Landgerichtsvizepräsident Jochen Bösl das Hauptverfahren gegen Lehmann und zwei Mitangeklagte eröffnet. „Die Anklage wurde gegen alle drei Angeklagten in unveränderter Form zugelassen“, heißt es in einer Mitteilung des Landgerichts Ingolstadt.  Der ehemalige Oberbürgermeister hat sich danach wegen des Vorwurfs von zwei Fällen der Bestechlichkeit in einem besonders schweren Fall, hiervon einmal in Tateinheit mit zwei Fällen der Untreue in einem besonders schweren Fall, zu verantworten.   

Der Altoberbürgermeister selbst  sagte noch am Donnerstagabend unserer Zeitung, er sei zuversichtlich, die Vorwürfe vor Gericht entkräften zu können und betonte, dass er im Amt „zu jedem Zeitpunkt die Interessen der Stadt und ihrer Tochtergesellschaften gewahrt“ habe.   



Wie berichtet, wird Lehmann vorgeworfen, als Amtsträger Wohnungen in einem Sanierungsgebiet an der ehemaligen Pionierkaserne und in einem Neubaukomplex beim ehemaligen Altstadtkrankenhaus vergünstigt erhalten zu haben. Auch die Beteiligten der jeweiligen Baugeschäfte sind angeklagt. Bei der Unternehmerin aus dem Kreis Eichstätt, die zusammen mit ihrem mittlerweile verstorbenen Mann von der IFG das Gebäude auf dem früheren Pioniergelände erwarb, in dem Lehmann später  mehrere Studentenwohnungen gekauft hat,  lautet der Vorwurf auf Bestechung in einem besonders schweren Fall. Beim dritten  Angeklagten, über den der Kauf der Privatwohnung Lehmanns im Neubau  des Wohnkomplexes auf dem Gelände des früheren städtischen Krankenhauses lief, lautet die Anklage ebenfalls auf Bestechung in einem besonders schweren Fall − mit Beihilfe zur Untreue in einem besonders schweren Fall.

Aufgrund der Komplexität und des Umfangs der Anklage rechnet das Landgericht mit mehr als zehn Verhandlungstagen. Die genauen Termine sollen in den nächsten Wochen feststehen. In diesem Jahr wird der Prozess laut Landgericht wohl nicht mehr beginnen. In der Presseerklärung des Landgerichts heißt es: „Es ist mit einem Prozessbeginn nicht vor Anfang 2019 zu rechnen.“ In der Hauptverhandlung wird die Strafkammer mit drei Richtern einschließlich des Vorsitzenden und zwei Schöffen besetzt sein.
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