Sonntag, 19. August 2018
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Ist Ex-Audi-Chef Rupert Stadler frei? Landgericht München II schweigt zum Ausgang

Rätselraten um Haftbeschwerde

Ingolstadt
erstellt am 10.08.2018 um 21:47 Uhr
aktualisiert am 15.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Dreieinhalb Wochen nach einer Haftbeschwerde des beurlaubten Audi-Chefs Rupert Stadler ist zwar über die Eingabe entschieden, aber das Ergebnis unter Verschluss. Das Landgericht München II verweigerte am Freitag auf mehrfache Anfrage jede Auskunft, „weil bisher nicht alle Parteien informiert sind“.
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Ob Rupert Stadler wegen Verdunklungsgefahr noch  in der JVA Augsburg-Gablingen sitzt, bleibt daher offiziell unbeantwortet. Sein Münchner Verteidiger hatte am 18. Juli Haftbeschwerde eingereicht und wartete am Freitagnachmittag angeblich immer noch auf den Bescheid vom Landgericht. Dass eine Entscheidung gefallen ist, steht indes fest, die ermittelnde Staatsanwaltschaft hatte den Beschluss nach Informationen unserer Zeitung bereits am Vormittag vorliegen. Sie wollte sich aber  nicht äußern, weil sie der Verteidigung Stillschweigen nach außen hin zugesagt hatte.

Stadlers Anwalt antwortete am Freitag weder auf eine E-Mail noch auf Anrufe mit der Bitte um Rückmeldung. So bleiben nur Mutmaßungen: Hat der Verteidiger den Bescheid des Landgerichts doch erhalten und nur geschwiegen, um seinem Mandanten die Heimfahrt ohne Medienrummel zu ermöglichen? Es erscheint zumindest unwahrscheinlich, dass Stadler – sollte die Beschwerde erfolgreich gewesen sein – ein weiteres Wochenende in Haft bleiben muss, nur weil die Postzustellung des Beschlusses so lange dauert. „Normalerweise geschieht das per Fax, das geht schnell und zuverlässig“, wundert sich ein Insider aus der Justiz. „Das hätte am Freitag vom Landgericht noch ganz schnell nachgeholt werden können, und alle wären informiert gewesen.“

Zweite Option: Die Haftbeschwerde des Anwalts ist abgewiesen worden, und er möchte erst über die weitere Strategie nachdenken, bevor er sich äußert. Stadler hätte in diesem Fall die Möglichkeit, das Oberlandesgericht als nächste Instanz anzurufen, um eventuell doch freizukommen. Der Manager  wird seit 30. Mai in der Diesel-Affäre als Beschuldigter geführt. Der Vorwurf lautet auf Betrug und mittelbare Falschbeurkundung.
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