Sonntag, 20. Januar 2019
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Schäffler des MTV begeistern die vielen Zuschauer bei ihren ersten Auftritten in der Innenstadt

Uralte Tradition kommt gut an

Ingolstadt
erstellt am 13.01.2019 um 19:41 Uhr
aktualisiert am 17.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Mit 14 rundum geglückten Auftritten sind die Ingolstädter Schäffler am Samstag und Sonntag in die Saison 2019 gestartet. Hunderte begeisterte Zuschauer verfolgten bislang das lautstarke Spektakel. Nach sieben Jahren Pause sind die Brüder im Kranze wieder bis zum Faschingsende an jedem Wochenende unterwegs, um die uralte Tradition aufleben zu lasen und die Menschen auf die Straßen zu locken.
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Die Ingolstädter Schäffler sind seit Samstag los: Die über 20 Tänzer, Vortänzer, Fassschläger und Reifenschwinger Willi Hagn (vorne) legten sich unter anderem am Rathausplatz ins Zeug. Viele weitere Auftritte folgen.
Die Ingolstädter Schäffler sind seit Samstag los: Die über 20 Tänzer, Vortänzer, Fassschläger und Reifenschwinger Willi Hagn (vorne) legten sich unter anderem am Rathausplatz ins Zeug. Viele weitere Auftritte folgen.
Hammer
Ingolstadt
"Aba heit is koid": Gemäß der bekannten Melodie der Schäffler absolvierten die MTV-Mitglieder am Samstagvormittag vor dem Alten Rathaus bei (ziemlich) kaltem Wetter ihren ersten Tanz der Kampagne 2019. Aber zumindest hatte es kurz zuvor aufgehört zu schneien und zu regnen.

"Alles hat wunderbar geklappt. Wir machten keine Fehler, und allen Zuschauern hat es gefallen", zog Reiner Büchl, der Leiter der Schäfflergilde, gestern Abend eine positive Bilanz.

Dicht an dicht drängten sich am Samstag kurz vor 11 Uhr über 200 Besucher in einem großen Rund vor dem Alten Rathaus, um den ersten Schäfflertanz miterleben zu können. Zu den Klängen der Blaskapelle Mailing zogen 20 Tänzer, ein Vortänzer, ein Reifenschwinger, ein Fassschläger und rund zehn Kasperl fröhlich juchzend vom Münster zum Rathausplatz.

Hier waren erst einmal die bunt kostümierten Kasperl an der Reihe. Sie schlugen munter Räder und verteilten eifrig Bussis. Auch OB Christian Lösel, der das rund 20-minütige Spektakel mit drittem Bürgermeister Sepp Mißlbeck und weiteren Ehrengästen auf der Rathaustreppe verfolgte, wurde "abgeschmust", wie es bei der MTV-Gilde heißt.

Dann ging es los. Zu den Klängen von "Aba heit is koid" verfielen die 20 Tänzer mit ihren Buchsreifen gleich in den typischen Schritt der Schäffler. Gekonnt schwangen sie ihre Buchsbögen. "Das ist richtig anstrengend", sagte Josef Dieling hinterher. Er und die anderen Tänzer präsentierten unter anderem die große und kleine Krone und den Laubengang.
Kasperl dürfen bei den Darbietungen der Schäfflergilde ? hier bei der DK-Geschäftsstelle ? nicht fehlen.
Kasperl dürfen bei den Darbietungen der Schäfflergilde - hier bei der DK-Geschäftsstelle - nicht fehlen.
Hammer
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Perfekt zum Takt der Musik lief auch das traditionelle Schlagen von Metallringen am Holzfass ab. Sein großes Können bewies auch Reifenschwinger Willi Hagn: Keinen Tropfen Schnaps verschüttete er beim Umherwirbeln der kleinen Gläser mit dem Reifen. Dann warf Hagn ein Glas in Richtung eines Kasperls, der es gekonnt auffing. Ein dreifaches Hoch auf alle Bürger der Stadt erschallte anschließend aus seiner Kehle - und später auch auf den DONAUKURIER, als die Schäfflergilde vor der DK-Geschäftsstelle in der Mauthstraße auftrat.
Schäffler in Ingolstadt

Oberbürgermeister Christian Lösel (auf dem Holzfass stehend) überhäufte dann die Brüder im Kranze mit Lob. "Ich bin stolz auf die Schäfflergilde, weil sie seit 1902 unsere Kultur und Tradition pflegt." Alle sieben Jahre versprühten die Schäffler Lebensfreude in der Stadt. Lösel würdigte die Gilde auch für die gute Nachwuchsarbeit. Und zum Beweis stellte er den Minischäffler Max Hagn (5) vor.

Oberschäffler Reiner Büchl dankte den vielen Sponsoren und dem städtischen Gartenamt. Dieses hat den Buchs für die Reifen der Schäffler zur Verfügung gestellt und die Kränze gebunden.

Der Applaus für das Spektakel in der Stadt war groß - und die Begeisterung spürbar. "Es ist schön, wenn das Brauchtum der Schäfflergilde gepflegt wird und die Jugend eifrig mitmacht", sagte Petra Eller aus der Nähe von Bamberg . Sie hat - wie manch andere Zuschauer auch - zum ersten Mal einen Schäfflertanz gesehen.

Nach dem Auftritt auf dem Rathausplatz zog der bunte Tross weiter vor die Geschäftsstelle des DONAUKURIER in der Mauthstraße. Hier verfolgten Dutzende begeisterte Bürger das Spektakel. Und auch hier glänzten die Akteure. Kommentar der 14-jährigen Maxi aus Kösching: "Der Auftritt hat mir sehr gut gefallen."
 

Drei Fragen an...

 
Hammer, Cornelia, Ingolstadt
Ingolstadt

Reiner Büchl, dem Leiter der Ingolstädter Schäfflergilde. Bis zum Ende der Faschingszeit am 5. März legen die Brüder im Kranze jedes Wochenende fünf bis acht Auftritt hin.

Herr Büchl, "Aba heit is koid" lautet ja euer Motto. Wie steht man denn die Tänze bei Kälte durch?

Reiner Büchl: Die wichtigsten Utensilien sind eine lange Unterhose und ein langes Unterhemd. Außerdem tanzen wir uns jedes Mal warm.

Heuer ist eine außergewöhnlich lange Schäfflersaison. Da ist Stehvermögen gefragt!

Büchl: Ja, Kondition ist ganz wichtig. Und natürlich Kameradschaft. Auch ein guter Durst schadet nicht.

Manche Vereine klagen über Nachwuchssorgen. Wie sieht es denn bei der Schäfflergilde aus?

Büchl: Bei uns läuft alles bestens. Wir haben acht neue junge Leute dabei.

Die Fragen stellte

Karlheinz Heimisch
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Karlheinz Heimisch
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