Donnerstag, 17. Januar 2019
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Im Frühjahr wird der nächste Abschnitt der Fußgängerzone saniert - Lob und Kritik von den Anliegern

Stein auf Stein

Ingolstadt
erstellt am 11.01.2019 um 19:33 Uhr
aktualisiert am 16.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Die erste Etappe ist geschafft: Am östlichen Ende der Ludwigstraße hat die Fußgängerzone seit vergangenem Jahr ein neues Pflaster. Im Frühjahr folgt der zweite Bauabschnitt. Der Granitbelag kommt bei den Geschäftsleuten gut an - es gibt aber auch Kritik.
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Noch ist auch am fertigen Abschnitt der Fußgängerzone einiges zu tun (links): Auf die Asphaltfläche kommen noch Spielgeräte. Rechts eines der eingelassenen Schilder mit bedeutenden Jahreszahlen.
Noch ist auch am fertigen Abschnitt der Fußgängerzone einiges zu tun (links): Auf die Asphaltfläche kommen noch Spielgeräte. Rechts eines der eingelassenen Schilder mit bedeutenden Jahreszahlen.
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"Wir sind erleichtert, dass die Baustelle weg ist. Das neue Pflaster finden wir schön", sagt Parwin Foroughi-Frank, Inhaberin der Boutique Mode am Schloss. Auch ihre Kundinnen äußerten sich positiv über den neuen Belag. "Weil er für Absatzträgerinnen sehr gut begehbar ist", so die Frau, die vor allem den Einsatz der Bauarbeiter hervorhebt: "Sie waren sensationell und haben gearbeitet wie wahnsinnig", sagt sie. Aufgefallen sei ihr aber, dass das Wasser in den Rinnen nicht überall komplett abfließt. Reste seien in der Kälte gefroren.

Auch Fabian Sieber, der das Backwerk betreibt, findet das Ergebnis "optisch gut". Er freut sich schon darauf, die Terrasse für seine Gäste in die Mitte der Fußgängerzone verlegen zu können. Dort entsteht ein Band für Buden und Gastronomie. "Der Kundenzulauf hat wieder deutlich angezogen, da profitieren wir auch von Primark", sagt er. Ihm sei allerdings aufgefallen, dass manche Flecken auf dem Pflaster - entstanden etwa durch verschüttete n Kaffee - schwer weggingen. "Auch nicht mit Schrubben und der Kehrmaschine", so Sieber. Er befürchte, dass dies in Sommern ohne Regen zum Problem werden könnte. Der Einzelhändler vermisst auch öffentliche Mülleimer. Sie wurden im Zuge der Sanierung abmontiert. So deponierten Passanten ihren Müll in den Eimern, die er eigentlich seinen Kunden zur Verfügung stellt.

Das ist auch Jana Mertens, Mitarbeiterin im Bekleidungsgeschäft Jack Wolfskin, aufgefallen. "Viele werfen ihren Müll einfach auf die Straße, weil die Tonnen noch fehlen", sagt sie. Nachdem sich der Laden im Frühjahr durch den aufgestellten Bauzaun vom Betrieb in der Fußgängerzone abgeschnitten gefühlt hatte, sei man nun froh, dass die Kunden ohne Umwege wieder ins Geschäft fänden. Mertens habe jedoch festgestellt, dass vom Resultat nicht alle begeistert seien. "Es gibt Kunden, die sagen, es sei schade, so viel für die Sanierung auszugeben."
 
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Stefan Lahme, Inhaber von Sichtbetont City, ist froh über den neuen Belag. "Das Pflaster ist gut, sauber und angenehm beim Gehen", stellt er fest. Das freue ihn vor allem angesichts der "chaotischen Planungsphase", während der sein Geschäft "wochenlang von der Umgebung angeschnitten" gewesen sei.

Differenzierter betrachtet Juwelier Karl-Heinz Elfinger die Situation vor seiner Ladentür. Auch er beurteilt die Maßnahme zunächst positiv, wenn auch noch einige Feinheiten zu erledigen seien. Seit etwa Oktober zähle er auch wieder mehr Besucher im Geschäft. "Das Pflaster wirkt sauber, gut und hell, das muss sich jetzt natürlich auf die gesamte Fußgängerzone übertragen", sagt er. Auch ihm sei aufgefallen, dass Mülltonnen fehlten. Zudem müssten die Ränder des Pflasters an den Gebäuden noch sauber verarbeitet werden. Elfinger interessiert zudem, ob die Baustelleneinrichtung während der Unterbrechung der Sanierung auf dem Paradeplatz verbleibt. Diese ist, wie berichtet, für 2020 wegen der Landesgartenschau vorgesehen, weil die Stadt ihren Besuchern keine Baustelle zumuten möchte. Eine Entscheidung, für die der Geschäftsmann kein Verständnis aufbringen kann: "Die Arbeiter sind jetzt eingespielt. Das sollte es doch im Interesse aller sein, dass es schneller vorangeht", findet er. Auch vermisst er Aktionsflächen, die den sanierten Abschnitt jetzt schon ins Bewusstsein rücken. Etwa durch Verkaufsstände, Skulpturen oder Dekoration. "Aber stattdessen werden die Preise für die Tiefgaragen erhöht, obwohl die Fußgängerzone noch gar nicht fertig ist. Das ist ein Schlag ins Gesicht", findet Elfinger. "Eine Fußgängerzone ist eben nur dann schön, wenn sich dort auch Kunden aufhalten", sagt er.

Auch bei Kaufhof sei man froh, dass die Baustelle weitergezogen ist, sagt Geschäftsführer Ralf Kammermeier. Eine seriöse Einschätzung darüber, wie sich das aufs Geschäft auswirke, ließe sich jedoch noch nicht machen. "Dafür ist es noch zu früh", sagt er. Er gehe zudem davon aus, dass bedingt durch die andauernde Sanierung die fertig gepflasterten Abschnitte noch nicht ganz zur Geltung kommen könnten.
Michael Brandl
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