Donnerstag, 18. Oktober 2018
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Technische Hochschule, Katholische Universität und Klinikum planen Kooperation

Gemeinsam Richtung Zukunft

Ingolstadt
erstellt am 10.10.2018 um 21:54 Uhr
aktualisiert am 14.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Die Digitalisierung hat längst auch in Arztpraxen und Kliniken Einzug gehalten.
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Machen gemeinsame Sache: Oberbürgermeister und Klinikums-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Lösel (von links), THI-Präsident Walter Schober, die Geschäftsführer des Klinikums, Andreas Tiete und Monika Röther, sowie Prof. Jens Hogreve von der KU Eichstätt-Ingolstadt.
Machen gemeinsame Sache: Oberbürgermeister und Klinikums-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Lösel (von links), THI-Präsident Walter Schober, die Geschäftsführer des Klinikums, Andreas Tiete und Monika Röther, sowie Prof. Jens Hogreve von der KU Eichstätt-Ingolstadt.
Eberl
Ingolstadt
Und sie wird alle Bereiche der Medizin in Zukunft weiter prägen und verändern. Diese Zukunft soll auch in Ingolstadt mitgestaltet werden. Das ist das Ziel einer bisher nicht da gewesenen Kooperation der Technischen Hochschule, der Katholischen Universität und des Klinikums. Im Kern der Zusammenarbeit stehen zwei Stiftungsprofessuren, die für eine Laufzeit von fünf Jahren vom Klinikum vorfinanziert werden. Wie Oberbürgermeister Christian Lösel gestern Abend erklärte, hat der Aufsichtsrat - dem er vorsteht - diesen Schritt dem Krankenhauszweckverband einstimmig em-pfohlen. Der Verband soll dafür jährlich 400000 Euro aus Gewinnrücklagen verwenden.

Kooperation zwischen THI und Klinikum



THI-Präsident Prof. Walter Schober kündigte an, dass die beiden Lehrstühle und die dazugehörigen Studiengänge wie Bio- und Medizininformatik, medizinische Sensortechnik oder Medizinrobotik wohl "im Sommersemester 2020, spätestens im Wintersemester 20/21" starten könnten. Wenn die Anschubfinanzierung auslaufe, werde die Hochschule die Professuren übernehmen. Sie sollen den Anfang eines neuen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen sein. Eines Tages könnten hier bis zu 1000 Studierende eingeschrieben sein und das Themenfeld - neben der Mobilität - zu einem zweiten Schwerpunkt an der THI machen.

Ziel der Kooperation ist es, moderne Technik und Forschung im Klinikum direkt zur Anwendung zu bringen. So könnte etwa Künstliche Intelligenz die Datenströme des Krankenhauses verarbeiten und damit die Diagnostik verbessern. Mit Hilfe von Medizininformatik und moderner Sensortechnik könne ein bildverarbeitender Computer etwa besser als ein Mensch einschätzen, wie gefährlich zum Beispiel ein Melanom sei, erklärte Schober. Die Geschäftsführer des Klinikums, Monika Röther und Andreas Tiete, erhoffen sich durch die Kooperation nicht nur eine Verbesserung der medizinischen Versorgung ihrer Patienten, sondern auch, für potenzielle Mitarbeiter attraktiver zu werden. Die gesamte Branche richte sich im Zuge der Digitalisierung neu aus und "das dabei erforderliche Tempo kann das Klinikum Ingolstadt alleine nicht vorlegen", so Röther.

Mit im Boot ist auch die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt. Sie wird ethische Fragen, die Digitalisierung und angewandte Wissenschaft aufwerfen, behandeln. "Es geht etwa um die Frage, welche Regeln in einen Algorithmus eingebaut werden, der später die Entscheidung eines Arztes unterstützen soll", erklärte Prof. Jens Hogreve.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer nahm über Lösels Smartphone an dem Pressegespräch teil. Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates des Klinikums äußerte sich "euphorisch" über den gestern befassten Beschluss des Gremiums und betonte die "große Chance", die in der Kooperation liege.
 
Johannes Hauser
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