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Drei neue Hotels werben seit diesem Jahr über die Stadt verteilt um Übernachtungsgäste

Family Business

Ingolstadt
erstellt am 13.09.2018 um 21:05 Uhr
aktualisiert am 17.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Drei neue Hotels werben seit diesem Jahr über die Stadt verteilt um Übernachtungsgäste. Wenn sie sich auch in einigen Dingen unterscheiden - in einem sind sie gleich: Hinter allen Konzepten stehen familiäre Bande.
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KLARE FORMENSPRACHE

Zwei Brüder als Hoteliers: Thomas (l.) und Christian Kuttenreich betreiben das Roomreich.
Zwei Brüder als Hoteliers: Thomas (l.) und Christian Kuttenreich betreiben das Roomreich.
Gerlach
Ingolstadt
Das Haus ist ein Budget-Design-Hotel und wird unter der Woche vor allem von Geschäftsreisenden aufgesucht. An den Wochenenden und in der Urlaubszeit zählen zudem Privatreisende und Städtetouristen zu den Gästen. Das sagen die Inhaber, Thomas und Christian Kuttenreich, die das Hotel neu erbaut haben. Bis 2016 stand an selber Stelle der Pius-Hof, ein über 50 Jahre altes Hotelgebäude, das die beiden Brüder von ihren Eltern übernommen hatten. Somit betreiben sie in der zweiten Generation Hotellerie in der Schanz.

Der mehrfach erweiterte und damit zunehmend verwinkelte frühere Komplex war einfach in die Jahre gekommen, heißt es. "Mit einer Renovierung wäre weder ein modernes Haus entstanden, noch hätten sich brandschutztechnische Vorgaben umsetzen lassen", sagen die Kuttenreichs. Sie entschlossen sich deshalb zu einem Neubau mit 100 Zimmern. Ein lichtdurchlässiges Haus zu erschaffen, sei bei der Konzeption ein entscheidender Aspekt gewesen. Im Gebäude ist daher viel Glas verbaut - neben Stahl und Holz das tragende Element in der Gestaltung. Die Einrichtung ist hochwertig und wiederum auf das Wesentliche beschränkt. Natürliche Rohstoffe wie Eichenholz für das Massivparkett, Beton und Filz für die Wände schaffen ein positives Raumklima und unterstützen eine gute Akustik. "Wertigkeit ist uns wichtig, es soll für den Gast aber bezahlbar bleiben", erklären Thomas und Christian Kuttenreich. "Ein neues Hotel wird anders wahrgenommen, denn die Gäste achten zuerst auf die Optik, dann auf Lage, Preis und Bewertungen", ergänzen sie. Letztere seien für die Hotellerie dennoch wichtig. Deshalb werde im Roomreich großer Wert auf Service gelegt.
 

ALLES AUF SERVICE

Freude beim Start: Im Juli eröffneten Günther (l.) und Herbert Eckstein (2.v.r.) mit Geschäftsführerin Astrid Hauser und anderen Ehrengästen das Hotel am Campus.
Freude beim Start: Im Juli eröffneten Günther (l.) und Herbert Eckstein (2.v.r.) mit Geschäftsführerin Astrid Hauser und anderen Ehrengästen das Hotel am Campus.
Foto: Eberl
Ingolstadt
Das Grundstück gehörte den Brüdern Herbert und Günther Eckstein, die die Firma Eckstein Bedachungen leiten, schon. Die Eröffnung des Hotels sollte erfolgen, wenn die ersten Gebäude auf dem Campus stehen. Dann kam der Abgasskandal, der alle Pläne über den Haufen warf.

Seit Juli läuft zumindest der Betrieb im Hotel am Campus. Im Umfeld der Sanierungsfläche der ehemaligen Bayernoil-Raffinerie, wo der IN-Campus, wie man inzwischen weiß, immer noch entstehen soll, dem brachliegenden Meisterkaufgelände und anderen Flachbauten ragt das quaderfömige Gebäude mit seiner von weiß- und gelbgerahmten Fenstern gespickten erdfarbenen Fassade deutlich heraus. Beim Betreten des Hotels fallen einem sofort der Sichtbeton und das klare Design auf, bei dem ebenfalls Erdfarben dominieren.

Astrid Hauser leitet das Hotel mit 79 Zimmern auf fünf Stockwerken, zuvor arbeitete sie im Kempinski-Hotel Vier Jahreszeiten in München, davor war sie jahrelang als Chefstewardess weltweit unterwegs. "Ich weiß daher auch, was für Hotelgäste wichtig ist", sagt sie. Seit Mai bereitete sie sich mit dem Personal auf den Start im Juli vor. "Wir haben nicht das schönste Umfeld", sagt sie. Daher müsse man mit Service und Freundlichkeit punkten. So wurde den Mitarbeitern das "Hallo" am Telefon abgewöhnt, es gibt eine E-Auto-Ladestation, beim Einchecken wird das gebuchte Zimmer automatisch je nach Jahreszeit gewärmt oder gekühlt, um das schnelle WLAN zu testen, seien sie am Boden herumgerobbt - und erst als alle Handgriffe saßen, wurde eröffnet. "Wir wollten den Gäste ja keine Baustelle präsentieren", sagt Hauser. Und wegen all dieser Bemühungen habe man beim Hoteldienst HRS die derzeit beste Bewertung aller Ingolstädter Hotels.

Überwiegend richtet sich das Angebot an Geschäftsreisende. Gäste von Media-Saturn schätzen die Nähe und Anbindung. Mit dem Wirtshaus am Auwaldsee gibt es eine Partnerschaft. Dort finden viele Hochzeiten statt, allerdings fehlen Übernachtungsmöglichkeiten. Das Hotel wiederum, das nur Frühstück anbietet, verweist seine Gäste auf die Gaststätte. Denkbar ist natürlich auch eine Zusammenarbeit mit dem FC Ingolstadt. Gästefans wären ebenfalls mögliche Kunden.

Und irgendwann könnte auch der IN-Campus noch viele Übernachtungsgäste bescheren. "Es geht ja vorwärts", sagt Hauser mit Blick auf die Sanierung nebenan. "Und wenn die fertig sind, sind wir auch bereit."
 

MARKANTES DESIGN

Inhaberin Carolin Block (rechts) und Tochter Victoria vor dem neuen Hotel im Ingolstädter Nordosten.
Inhaberin Carolin Block (rechts) und Tochter Victoria vor dem neuen Hotel im Ingolstädter Nordosten.
Foto: Brandl
Ingolstadt
Wer den markanten Rundbau, der sich über drei Etagen in den Himmel schraubt, sieht, der könnte sich an ein berühmtes Bauwerk in New York erinnert fühlen. Tatsächlich hat Inhaberin Carolin Block sich von der Architektur des Guggenheim Museums in der US-Metropole inspirieren lassen, als sie vor knapp drei Jahren entschied, das Hotel Ammerland, das noch ihre Eltern eröffnet haben, abzureißen und durch einen barrierefreien und voll klimatisierten Neubau zu ersetzen.
Entstanden sei so ein Haus, das dem Gast nicht einfach nur Zimmer, sondern Erlebniswelten mit Komfort biete, wie Block sagt. Dabei führt das Hotel quasi ein Doppelleben - das ist jedoch völlig beabsichtigt. "Unter der Woche sind wir ein reines Business-Hotel, ab Donnerstag wird das Haus zum Leisure-Hotel", umschreibt sie das Konzept. Wenn die Geschäftsleute sich aus Ingolstadt verabschieden, checken demnach Wochenendreisende, Hochzeitspaare und Touristen in dem Vier-Sterne-Hotel ein. "Kein Zimmer gleicht dem anderen", sagt Block. "Die Ausstattung richtet sich an bestimmten Themen aus. " Wer sich also während seines Aufenthalts einmal fühlen möchte wie der berühmteste Geheimagent der Welt, der kann das Gentlemen Deluxe Zimmer buchen, das nach Motiven aus James Bond-Filmen gestaltet ist - inklusive funktionierendem Roulettetisch. Andere Zimmer heißen Park Avenue, Maui und Royal Polo und vermitteln internationales sowie exotisches Flair. Insgesamt verfügt das Block Hotel & Living über 50 Zimmer mit 80 Betten und eine Tiefgarage inklusive E-Tankstelle. Auch die Sicherheit spielt eine wichtige Rolle im Haus. Demnach sichert ein Kartensystem neben den Zimmern auch die Flure vor dem Zutritt Unbefugter.
Bittet Block ihre Gäste in die Lobby, spricht sie vom Wohnzimmer. Übertrieben ist das nicht. Alles hier wirkt wie im Salon eines großen Familienanwesens. Behagliche Eleganz prägt das Bild. Einen tragenden Akzent setzt der freistehende offene Elektrokamin. Block hatte das Hotel Ammerland, das beim Abriss über 50 Jahre alt war, vor 18 Jahren von ihren Eltern übernommen. Die Familie betreibt Hotellerie in der fünften Generation.
 

"BUSINESSLASTIG"

Rund 3500 Betten gibt es in den 46 Hotels in Ingolstadt, die meisten davon belegen Geschäftsreisende unter der Woche. "Wir sind eine businesslastige Destination", sagt der bald scheidende Ingolstädter Tourismuschef Jürgen Amann. Daran änderten auch die drei neuen Hotels nichts. Trotzdem sagt Amann: "Da sind drei tolle neue Häuser dazugekommen, die das Angebot stärken. " Block sei designorientiert, Roomreich entspreche dem Zeitgeist und das Hotel Am Campus verfüge über eine sehr gute Lage. Und gerade in Hinblick auf die Landesgartenschau 2020 könne er sich vorstellen, dass das Angebot noch größer wird.







 
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