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Viele Ehrenamtliche aus der Region halfen am Wochenende in den Alpen- Ihre Hilfe wird weiter benötigt

Dauereinsatz im Schnee

Ingolstadt
erstellt am 13.01.2019 um 21:08 Uhr
aktualisiert am 17.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Hunderte Helfer aus der Region sind im Moment in den von den Schneemassen betroffenen Landkreisen in der Alpengegend unterwegs, um die dortigen Einsatzkräfte zu unterstützen. Darunter befinden sich auch 16 Mitglieder des Ingolstädter Ortsverbandes des Technischen Hilfswerks (THW), die im Berchtesgadener Land Schnee räumen. Seit Sonntag auch mit Unterstützung von sechs Ingolstädter Feuerwehrlern.
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Einsatz im Berchtesgadener Ortsteil Buchenhöhe: Auch Ingolstädter THWler halfen am Wochenende beim Schneeräumen im Süden Bayerns mit.
Einsatz im Berchtesgadener Ortsteil Buchenhöhe: Auch Ingolstädter THWler halfen am Wochenende beim Schneeräumen im Süden Bayerns mit.
Nicole Endres/THW
Ingolstadt
Am Samstag lief die Meldung der Regierung von Oberbayern bei der Integrierten Leitstelle Ingolstadt auf, dass im Berchtesgadener Land dringend eine Drehleiter benötigt werde. "Dann haben wir das Personal rekrutiert, heute um 5 Uhr war Abmarsch - und um 8 Uhr waren sie in Neukirchen", erzählte Bernhard Jenisch von der Berufsfeuerwehr gestern. Mit Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte und dem Mannschaftstransportwagen der Freiwilligen Feuerwehr Unsernherrn. Dass das Ingolstädter Kontingent nicht größer ausfällt, hat einen einfachen Grund: "Ingolstadt hat in der Summe 16 freiwillige Feuerwehren und eine Berufsfeuerwehr", sagte Jenisch.


In den umliegenden Landkreisen gibt es dagegen Hunderte freiwillige Feuerwehren. Entsprechend zahlreich ist die Zahl der Helfer. 170 Ehrenamtliche von 25 verschiedenen Einheiten aus dem Landkreis Eichstätt, unter anderem aus Großmehring, Kösching, Pförring, Gaimersheim, Lenting und Stammham, waren am Wochenende im Einsatz. Sie waren gemeinsam von Lenting aus nach Grabenstätt im Landkreis Traunstein gefahren, wo sie in einer Schule auf Feldbetten übernachteten. Am Samstagmorgen hieß es dann für das Eichstätter Kontingent: auf zum Einsatzabschnitt Reit im Winkl. Dort befreiten sie vor allem die Dächer öffentlicher Gebäude von der Schneelast. Am Sonntag war klar: Der Einsatz im Landkreis Traunstein wird andauern. Die ehrenamtlichen Kräfte des ersten Hilfeleistungskontingents durften gestern Abend zwar ihre Sachen packen und den Heimweg antreten - aber die Ablösung steht schon in den Startlöchern.

Um drei Uhr am Montagmorgen sollte sich von Lenting aus das zweite Kontingent in Bewegung Richtung Reit im Winkl setzen. Wieder mit etwa 150 Leuten in über 30 Fahrzeugen. Gott sei dank gibt es bis jetzt keine Verletzten zu beklagen", sagte Kreisbrandrat Martin Lackner. Probleme, auch für das zweite Hilfeleistungskontingent genügend Ehrenamtlich zu finden, hatte er keine - im Gegenteil: "Auch wenn jetzt insgesamt über 300 unserer Aktiven im Einsatz sind oder waren, gibt es immer noch welche, die traurig sind, weil sie nicht mitfahren konnten."

Auch aus dem Landkreis Pfaffenhofen fanden sich genug Freiwillige, nachdem die Regierung von Oberbayern Hilfe angefordert hatte: Fast rund um die Uhr haben 124 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren, des BRK und des THW von Freitag bis Samstagabend zwei gefährdete Seniorenheime im Landkreis Miesbach vom Schnee befreit. Es war ein harter Einsatz, berichtet der Pfaffenhofener Kreisbrandrat Armin Wiesbeck. "Aber die Männer und Frauen haben hervorragend zusammengearbeitet."
Die Einsätze gehen weiter: Gestern Abend setzte sich in Ingolstadt ein Tross der Johanniter in Bewegung. Ihr Ziel ist Bad Tölz. Dort sollen sie für Betreuung und Verpflegung zuständig sein.
Die Einsätze gehen weiter: Am Sonntagabend setzte sich in Ingolstadt ein Tross der Johanniter in Bewegung. Ihr Ziel ist Bad Tölz. Dort sollen sie für Betreuung und Verpflegung zuständig sein.
Brandl
Ingolstadt



Einige Hilfskräfte aus dem Landkreis sind immer noch unterwegs: Noch bis mindestens heute Abend ist das THW Pfaffenhofen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen vor Ort, um Schnee zu räumen, so Andreas Englbrecht vom THW.

Bald müssen die Freiwilligen vielleicht schon wieder ausrücken: "Je nach Entwicklung ist es möglich, dass für Dienstag ein zweites Hilfeleistungskontingent abgerufen wird", so die Pfaffenhofener Landratsamtssprecherin Alice Köstler-Hösl. "Die Vorbereitungen hierfür sind getroffen, die Einsatzkräfte stehen auf Abruf bereit."

Schon gestern Abend sind Einheiten der Johanniter-Unfall-Hilfe zum Einsatz in Bad Tölz alarmiert worden. Von Ingolstadt aus starteten 26 Helfer der Fachgruppen Betreuung und Verpflegung in Ingolstadt.

Im Dauereinsatz sind gerade die Helfer des THW-Ortsverbandes Ingolstadt. Am Freitagmorgen hatten sich neun Helfer auf den Weg in den Landkreis Berchtesgadener Land gemacht. Ab Samstag wurden sie von zwei Kollegen mit einem Lkw-Ladekran zur Absicherung unterstützt, dazu kamen am Sonntag fünf THWler mit Bagger und Lkw-Kipper nach. "Wir rechnen damit, dass uns die ganze Geschichte noch eine Woche beschäftigen wird", sagte gestern Ortsverbandssprecher Rainer Straszewski. Allerdings nicht für die gerade eingesetzten Freiwilligen. "Wir arbeiten gerade an einer Ablösung." Denn die Arbeit "rauf auf die Dächer, runter mit dem Schnee" sei auf Dauer körperlich sehr belastend, gerade, wenn der Schnee durch den Regen richtig schwer geworden sei. Dazu seien die THWler ja auch nur begrenzt von ihren Arbeitgebern freigestellt. "Das A und O ist die Verfügbatrkeit der Helfer", sagt Straszewski.
 
Katrin Straßer, Desirée Brenner, Thorsten Stark
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