Donnerstag, 17. Januar 2019
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Hütten ein Störfaktor?- Schmuckhändlerin aus der Ludwigstraße fürchtet um ihr Weihnachtsgeschäft

Aufregung hinterm Getränkestand

Ingolstadt
erstellt am 13.12.2018 um 21:28 Uhr
aktualisiert am 17.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) In der Innenstadt sollen zur Vorweihnachtszeit nicht nur die Glöckchen, sondern auch die Kassen klingeln. Das wünschen sich zumindest die Händler, die ihre Läden dort haben. Das mit dem Klingen und dem Lichterglanz klappt seit einigen Jahren ganz gut, seit der Weihnachtsweg samt Adventszauber vom Christkindlmarkt aus durch die Ludwigstraße hin zum Paradeplatz führt. Doch es gibt auch Sorgen, der Budenzauber halte Kundschaft vom Einzelhandel fern.
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Links Märchen und Crêpes, rechts Feuerzangenbowle: Cordula Polsner inmitten der Hütten, die auch vor ihrem Schmuckladen verlaufen. Darunter leide ihr Weihnachtsgeschäft, sagt sie.
Links Märchen und Crêpes, rechts Feuerzangenbowle: Cordula Polsner inmitten der Hütten, die auch vor ihrem Schmuckladen verlaufen. Darunter leide ihr Weihnachtsgeschäft, sagt sie.
Brandl
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So wie bei Cordula Polsner. Seit 27 Jahren führt sie ihren Juwelierladen an der Ludwigstraße. Sie stört sich zurzeit an drei Hütten, die quasi in zweiter Reihe entlang der Ladenfassaden in der Straße stehen - auch direkt vor ihrer Nase. In zwei davon werden Glühwein und Crêpes verkauft, bei der dritten handelt es sich um eine kleine Märchenhütte.

Polsner fühlt sich von möglichen Kunden dadurch abgeschnitten, wie sie sagt. "Der Umsatz geht spürbar zurück, und das seit vier Jahren", so die Schmuckhändlerin, die um ihr Weihnachtsgeschäft bangt. Zwar kämen Stammkunden ins Geschäft, "aber die Laufkundschaft bleibt aus", sagt sie. Polsner stört außerdem, dass der Abstand zwischen der Bowlehütte und ihrem Schaufenster nur knapp drei Meter beträgt. Ihrer Ansicht nach ist das wenig attraktiv, um an den Geschäften vorbei zu flanieren, was auf der anderen Seite der Ludwigstraße jedoch hervorragend gelinge. Gerne hätte sie zumindest die Märchenhütte woanders gesehen. "Vor dem ehemaligen Salamander-Haus wäre ein guter Platz. Das steht sowieso fast leer", sagt sie. Doch die zuständige städtische Veranstaltungs GmbH spielt da nicht mit.
Schon seit Jahren ärgert sich Geschäftsfrau Polsner über bei allen möglichen Anlässen zugestellte Schaufensterfronten in der Ludwigstraße. Dieses Bild hat sie vor Jahren mal sommertags zu Dokumentationszwecken selber gemacht.
Schon seit Jahren ärgert sich Geschäftsfrau Polsner über bei allen möglichen Anlässen zugestellte Schaufensterfronten in der Ludwigstraße. Dieses Bild hat sie vor Jahren mal sommertags zu Dokumentationszwecken selber gemacht.
privat
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"Wir können nicht überall alles einfach hinstellen", sagt Geschäftsführer Tobias Klein dem DK. Demnach seien die Standorte der Hütten abhängig von der Stromversorgung, die zudem keine Stolperfallen am Boden verursachen dürfe. Aus seiner Sicht sei man der Ladenbesitzerin ohnehin schon entgegengekommen, indem die Crêpes-Hütte etwas versetzt worden sei. Die Märchenhütte habe jedoch wegen einer Baustelle noch dazwischen Platz finden müssen. "Wir haben aber darauf geachtet, dass die Eingänge zu den Geschäften frei bleiben", sagt Klein. Er bekäme aus der Stadt positive Aussagen zu der Weihnachtsaktion - diese werde allgemein gut aufgenommen. "In dem Fall ist uns das Gesamtbild wichtig. Auf Einzelfälle reagieren wir, soweit das möglich ist."

Jeanette Scherrle vom Verkaufsstand für Feuerzangenbowle kann sich den Unmut ihrer Nachbarin nicht erklären. "Wir haben alles versucht, um Entgegenkommen zu zeigen", sagt auch sie. Demnach habe sie eine kostenlose Werbefläche an der Hütte zur Verfügung gestellt, was offenbar aber nicht auf Interesse stieß. Den Weihnachtsweg empfindet sie als Bereicherung für die Innenstadt, das habe ihr auch ein anderer Händler bestätigt. "Hütten gibt es um diese Zeit in fast jeder Stadt. Die machen die Kunden doch auch auf die Läden aufmerksam", findet sie.

Cordula Polsner hingegen macht sie Gedanken, wie es im nächsten Jahr mit ihrem Laden weitergeht. 2019 geht der Umbau in der Fußgängerzone weiter - auch vor ihrem Geschäft. "Dann drohen wahrscheinlich weitere Einbußen", fürchtet sie.
Michael Brandl
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