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Streit bei Geldausgabe - Rund 100 Polizisten im Einsatz

Großeinsatz in Asylunterkunft

Ingolstadt
erstellt am 24.05.2018 um 14:41 Uhr
aktualisiert am 28.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Zu einem Großeinsatz in der Asylunterkunft auf dem Parkplatz P3 an der Manchinger Straße sind am frühen Donnerstagnachmittag rund 100 Polizisten ausgerückt. Anlass war ein Tumult bei der Geldausgabe.
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Asylbewerberunterkunft in Ingolstadt
Johannes Hauser
Ingolstadt

Anlass des Streits war einmal mehr die monatliche Geldausgabe. Wie die Polizei am Einsatzort mitteilte, waren zwei nigerianische Bewohner der Asylbewerberunterkunft P3 an der Manchinger Straße „deutlich betrunken“ zur Auszahlung erschienen. Die beiden waren schon kurze Zeit vorher negativ aufgefallen, als sie mit vier anderen Nigerianern stark alkoholisiert in der Asylunterkunft unterwegs waren und Flaschen zu Boden warfen. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord meldet, waren deswegen schon zur Mittagszeit etliche Polizisten der hiesigen Inspektion in die Containersiedlung ausgerückt, um die Situation zu beruhigen.

Als es später an die Geldauszahlung ging, waren die beiden betrunkenen Nigerianer offenbar nicht in der Lage, den Erhalt des Geldes zu quittieren. Das allerdings ist vorgeschrieben. Als der Sicherheitsdienst die beiden Männer daraufhin aufforderte, das Verwaltungsgebäude, in dem das Geld ausgegeben wird, zu verlassen, kam es zu einem Wortgefecht. Ein dritter Asylbewerber wurde Zeuge der Auseinandersetzung und mischte sich ein. Schließlich bemerkten auch die anderen Anstehenden den Disput, es kam zum Tumult. Die Situation wurde offenbar so schnell unübersichtlich, dass die Helfer die Geldausgabe unterbrachen und die Polizei gerufen wurde.

Wie Matthias Schäfer, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Ingolstadt, erklärt, war in der Meldung an die Polizei von bis zu 50 aggressiven Bewohnern die Rede, die sich vor dem Gebäude versammelt hatten. Die Ingolstädter Polizei forderte deswegen zusätzliche Kräfte der Bereitschaftspolizei aus Eichstätt an. Auch der Einsatzzug des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, einige Hundeführer und Beamte der umliegenden Dienststellen eilten in die Manchinger Straße.

Die anfänglich etwas unübersichtliche Situation war laut Schäfer schnell wieder beruhigt. Die beiden Betrunkenen wurden auf die Dienststelle gebracht und in Sicherheitsgewahrsam genommen. Hier sollten sie bleiben, „bis sie sich wieder beruhigt haben und ausgenüchtert sind“, so Einsatzleiter Schäfer. Danach durchsuchte die Polizei die Asylbewerberunterkunft, um eventuell versteckten Alkohol sicherzustellen. „Zwei in diesem Zusammenhang gefundene Fahrräder sowie eine Kleinmenge Marihuana sind nun Gegenstand der weiteren Ermittlungen“, teilt das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mit. Da die Polizei mit rund drei Dutzend Fahrzeugen angerückt war, rief der Einsatz großes Aufsehen hervor. Einige Beobachter machten sich Sorgen, weil auch ein Krankenwagen vor der Asylbewerberunterkunft gesehen wurde. „Der hatte mit diesem Einsatz aber überhaupt nichts zu tun“, erklärt Schäfer.

Ein Kommentar von Thorsten Stark

Eines ist klar: Auch mit dem neuen Polizeiaufgabengesetz wird sich an der Situation in den Einrichtungen des Transitzentrums nichts ändern. Das ist nämlich eine ganz andere Baustelle - die allerdings die tägliche Arbeit der Polizisten in Ingolstadt und Umgebung weitaus stärker betrifft. Immer wieder werden im Transitzentrum Konflikte entstehen und sich zu Auseinandersetzungen hochschaukeln, so lange es derartige Einrichtungen gibt, in denen die Bewohner für längere Zeit auf engstem Raum irgendwie miteinander auskommen müssen.

Der aktuelle Vorfall zeigt: Es reichen stets Kleinigkeiten, um die Stimmung explodieren zu lassen. Und es zeigt die Verunsicherung der Sicherheitskräfte: Inzwischen müssen schon 100 Mann anrücken, um die Situation zu befrieden, die von ein paar betrunkenen Bewohnern ausgelöst worden ist. 100 Mann, die woanders fehlen. Es bleibt unbefriedigend.

Johannes Hauser
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