Dienstag, 18. Dezember 2018
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Hunderte Helfer in Vohburg im Einsatz - Region schrammt an Katastrophe vorbei

Explosion zerstört Raffinerie

Vohburg
erstellt am 02.09.2018 um 18:32 Uhr
aktualisiert am 06.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Vohburg (DK) Der vergangene Samstag wird in der Region lange in Erinnerung bleiben: Eine riesige Explosion erschütterte nicht nur die Bayern oil-Raffinerie in Vohburg im nördlichen Landkreis Pfaffenhofen, sondern war über Dutzende Kilometer zu hören und spüren. 15 Menschen, alle vom Raffineriegelände, mussten laut Bayernoil ärztlich behandelt werden. Die meisten waren leicht verletzt, nur einer schwerer. Der Schaden geht in die Millionen.
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Um kurz nach 5 Uhr riss ein gewaltiger Knall die Menschen aus den Betten und ließ Fensterscheiben zerbrechen und Ziegel von den Dächern fliegen, als in dem Erdöl verarbeitenden Betrieb östlich von Ingolstadt ein Prozessteil für Flüssiggas in die Luft ging. Ein über Kilometer sichtbarer Feuerball erzeugte eine schwarze Rauchsäule, die großflächig in Richtung Manching und Ingolstädter Süden zog.

Das Ausmaß der Zerstörungen wird beim Blick von oben sichtbar. Links hinter vden Rauchschwaden das Kraftwerk Irsching.
Das Ausmaß der Zerstörungen wird beim Blick von oben sichtbar. Links hinter vden Rauchschwaden das Kraftwerk Irsching.
THW Pfaffenhofen
Vohburg
Das Pfaffenhofener Landratsamt rief Katastrophenalarm aus. 2200 Menschen in Teilen Vohburgs sowie den umliegenden Ortschaften Irsching und Knodorf waren aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Rund 250 wurden in Turnhallen betreut, bis um 12 Uhr die Evakuierungsanordnung aufgehoben werden konnte; gegen 17 Uhr dann der Katastrophenalarm. Schon gegen 9 Uhr hatte sich die Lage entspannt gehabt, da die Feuerwehren den Brand unter Kontrolle brachten und das Gas kontrolliert abbrennen lassen konnten. Erst am Sonntagnachmittag waren die letzten Flammen gelöscht.
Fotostrecke: Brand Bayernoil in Irsching
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Die Region schrammte damit an einer noch größeren Katastrophe vorbei. "So schlimm die Explosion ist, so bedauerlich die Verletzten sind, doch der Schaden hat sich in Grenzen gehalten", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der ebenso wie Umweltminister Marcel Huber (beide CSU) zur Unglücksstelle gekommen war. Herrmann sprach von "einem perfekten Einsatz" der alarmierten Kräfte aus der gesamten Region, die "in kürzester Zeit vor Ort waren" (Herrmann) und ganz besonders ein Übergreifen der Flammen auf das große Tanklager und die Kesselwagen auf den Gleisen in der Raffinerie verhindern konnten. Zu Spitzenzeiten waren rund 600 Einsatzkräfte vor Ort, die meisten in Reserve für den schlimmsten Fall, der aber glücklicherweise doch nicht eintrat.
Fotostrecke: Das THW im Einsatz in Irsching
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Die Ursache für das Leck in der Anlage und die Explosion ist noch nicht bekannt. "Die Schadensanalyse wird sehr schwierig. Die betroffenen Teile sind alle kaputt", sagte Jürgen Deinert, der Leiter der Instandhaltung und Projektabwicklung bei Bayernoil. "Zum Glück", so Deinert, seien zur Unglückszeit mit 30 bis 35 Leuten vergleichsweise wenige Beschäftigte und Fremdarbeiter auf dem Raffinerieareal gewesen, auf dem fast alle Gebäude teils völlig zerstört sind. Der Schaden alleine an den Produktionsteilen geht in die Millionen. Der Betrieb wird wohl über Monate stillstehen.
Fotostrecke: Explosion Bayernoil
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Die Anlage wurde gestern an die mit den Brandermittelungen beauftragte Kriminalpolizei aus Ingolstadt übergeben. Die Versorgung der tankstellen in Bayern, die zu einem beträchtlichen Teil mit Produkten aus Vohburg beliefert werden, ist nach Einschätzung von Experten nicht beeinträchtigt.
Christian Rehberger
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