Montag, 10. Dezember 2018
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Stadt reagiert auf überschrittene Grenzwerte im Trinkwasser mit Austausch von Armaturen

Blei-Alarm im Scheiner: Alles halb so wild?

Ingolstadt
erstellt am 11.10.2018 um 20:01 Uhr
aktualisiert am 15.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Die erhöhten Bleiwerte im Trinkwasser aus Leitungen des Christoph-Scheiner-Gymnasiums (DK berichtete am Mittwoch) rühren nach Untersuchungen der Kommunalbetriebe nicht aus dem öffentlichen Wasserversorgungsnetz, sondern sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Ausschwemmungen aus wenigen hausinternen Leitungen und/oder aus Armaturen, also Wasserhähnen, zurückzuführen. Nach Mitteilung der Stadt wird auf das Problem jetzt unmittelbar durch Austausch der fraglichen Bauteile reagiert.
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Wasserarmaturen enthalten oft geringe Anteile an Blei.
Wasserarmaturen enthalten oft geringe Anteile an Blei.
Eberl
Ingolstadt
Über diesen Sachverhalt informierten gestern Thomas Schwaiger, Vorstand der Kommunalbetriebe, und die stellvertretende Leiterin des Ingolstädter Gesundheitsamtes, Verena Eubel, im Rahmen einer Pressekonferenz, nachdem zuvor das Lehrerkollegium und Elternvertreter des Gymnasiums informiert worden waren. Die Vizechefin des Gesundheitsamtes hatte den Pädagogen und Eltern demnach tagsüber in der Schule Rede und Antwort gestanden. Die Erkenntnisse der jüngsten Untersuchungen sind auch in einem neuen Rundbrief an die Eltern verbreitet worden. Grund zur Besorgnis oder gar zur Panik, so der Tenor aller Auskünfte, bestehe nicht.

Bleibelastung im Schreiner



Laut Thomas Schwaiger handelt es sich bei den nun aufgedeckten Belastungen, die auch keinesfalls als gefährlich eingestuft werden, um Grenzwertüberschreitungen, die bei praktisch jeder Entnahme möglich sind, wenn Wasser länger (über Nacht oder noch eher über mehrere Tage hinweg) in einer Leitung oder unmittelbar in einer Armatur steht. (sogenanntes Stagnationswasser). Allgemein wird deshalb empfohlen, beim ersten Öffnen eines Wasserhahns etwa zwei Liter ungenutzt abfließen zu lassen, bevor Wasser zum Trinken oder zur Speisezubereitung genutzt wird. Wer solche (auch in Betriebsanleitungen empfohlene) Vorsicht walten lasse, so Schwaiger, sei immer auf der sicheren Seite.

Bleirohre werden im Ingolstädter Trinkwassernetz und in öffentlichen Gebäuden nach Auskunft des Chefs der Kommunalbetriebe seit vielen Jahrzehnten überhaupt nicht mehr verwendet. Wohl aber ist Blei aus fertigungstechnischen Gründen in geringen Mengen Teil vieler Legierungen, die für Wasserarmaturen verwendet werden. Entsprechende Grenzwerte sind über die Zeit immer weiter gesenkt worden, doch kann der Anteil in älteren Armaturen eben noch etwas höher sein. Im Scheiner-Gymnasium sollen jetzt innerhalb von zwei Wochen sämtliche Armaturen erneuert und ältere Leitungen unmittelbar beim Hausanschluss ausgetauscht werden.
 
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