Dienstag, 11. Dezember 2018
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Die Schichtstreichung ist erst einmal vom Tisch - doch nicht jeder Mitarbeiter ist guter Dinge

Schlechte Stimmung bei Audi

Ingolstadt
erstellt am 12.10.2018 um 20:48 Uhr
aktualisiert am 17.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Deutliche Worte sind in der Betriebsversammlung der Dauernachtschicht Freitagfrüh bei Audi gefallen.
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Greifer für unterschiedliche Modelle in der Produktion: Audi steht am Beginn der Flexibilisierung, die auch helfen soll, die Kapazitätsschwankungen in den Griff zu bekommen.
Greifer für unterschiedliche Modelle in der Produktion: Audi steht am Beginn der Flexibilisierung, die auch helfen soll, die Kapazitätsschwankungen in den Griff zu bekommen.
Eberl
Ingolstadt
Anlass war das Vorhaben der Unternehmensführung, eine Wechselschicht auf der A4/A5-Linie zu streichen. Werkleiter Albert Mayer hatte einen schweren Stand und musste sich Pfiffe anhören, ehe er mitteilte, dass "das vertraglich vereinbarte Schichtsystem in Ingolstadt beibehalten werde".

Deutliche Kritik kam laut Teilnehmern von Seiten des Betriebsrates. "Mit Ihrem Verhalten schüren Sie nur Ängste und Wut in der Mannschaft. Das lassen wir uns nicht gefallen", sagte Jörg Schlagbauer laut Teilnehmern. Der oberste IG-Metaller und stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei Audi warnte das Management davor, die Schichtstreichung juristisch durchzusetzen. "Wir können auch drohen. Dieser Gang kann zum jüngsten Gericht werden, wenn Sie nicht darüber nachdenken. " An ein Missverständnis in der Kommunikation wolle er nicht glauben. "Das ist doch Pfiikaas", rief er demnach den Mitarbeitern zu. Am Mittag erschien dann eine Mitteilung im Audi-Intranet, in der er wie folgt zitiert wurde: "Wir haben bestehende Verträge zur Produktionsfahrweise und daran gilt es sich zu halten. Wenn das Unternehmen aufgrund massiver Veränderungen der Rahmenbedingungen erneut Handlungsbedarf sehen sollte, muss die Unternehmensleitung auf uns zukommen. Anders geht es gar nicht. " Werkleiter Mayer räumte in seinem Situationsbericht des Unternehmens laut Mitteilung ein, dass es sich bei der Fahrweisen-Kommunikation Anfang der Woche um Missverständnis gehandelt habe, was er bedauerte.  Bei den Teilnehmern der Versammlung machte sich zumindest etwas Erleichterung breit. "Die harten Worte des Betriebsrats waren voll angebracht. Die Herren in der Unternehmensleitung können doch nicht alles mit uns machen. Ich hoffe, dass jetzt endlich mal wieder Ruhe einkehrt", sagt ein Teilnehmer unserer Zeitung.

"Der Betriebsrat will mal wieder eine Show abziehen, aber er wird nachgeben - vielleicht nicht gleich, aber zum Jahreswechsel", sagt dagegen ein anderer Mitarbeiter aus der Produktion, der sich deswegen auch entschloss, nicht zur Versammlung zu gehen, wie er gegenüber unserer Zeitung erklärt. Ähnlich denkt ein anderer Mitarbeiter aus der A4-Produktion, der aus ähnlichen Gründen nicht an der Versammlung teilnahm: "Alle, die ich so kenne, glauben weder dem Betriebsrat noch dem Unternehmen", sagt er. "Das ist doch alles immer vorher schon abgesprochen. " Er glaube, dass der Betriebsrat viel mehr wisse, als er bekanntgebe. "Wir sind stinksauer, haben Existenzängste und Angst vor Lohnkürzungen. Wir wissen überhaupt nicht, wie es weitergehen soll", sagt er.
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