Dienstag, 20. November 2018
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Auf 60 Hektar entsteht dort der IN-Campus

Das größte Projekt seiner Art: Audi stellt Sanierung der Raffinerie vor

Ingolstadt
erstellt am 14.06.2018 um 13:42 Uhr
aktualisiert am 18.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Die Zahlen und Summen sind gewaltig. So wie es das ganze Projekt ist, das Audi mit der Stadt im Ingolstädter Südosten angepackt hat. Bis Ende 2022 wird das frühere Bayernoil-Raffineriegelände komplett saniert. Dort soll der IN-Campus als Hochtechnologiestandort entstehen.
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Nach 43 Jahren Raffineriebetrieb (1965 bis 2008) sind 22 der 75 Hektar großen Fläche neben dem FCI-Stadion noch verseucht.  Bis teils zu einer Tiefe von zehn Metern  wird der Boden mit aufwendigen Verfahren  gereinigt. Spezialisten setzen den zwischen Stadt und Audi geschlossenen Sanierungsvertrag um, der in seiner Dimension in Deutschland einmalig ist. Das betonten gestern mehrere Redner, als der Fortschritt der Arbeiten erstmals öffentlich vorgestellt wurde. „Das größte Umweltprojekt, das die Stadt je gesehen hat“, sagte OB Christian Lösel. Zudem ist es das größte Flächenrecycling- und -sanierungsprojekt, das in ganz Deutschland läuft. Aus einem brachliegenden Gelände werde „ein Zukunftsareal“, freute sich Lösel, der regelrecht euphorisch wirkte. Das Projekt habe „bundesweiten Modellcharakter“. 

Eine Abstromsicherungsanlage  mit zehn großen Pumpen sorgt dafür, dass belastetes Grundwasser nicht vom ehemaligen Raffinieriegelände auf Nachbargrundstücke und in die nahe Donau abfließt. Außerdem können mit einer Bodenwaschanlage rund 90 Prozent des vorhandenen Untergrunds gereinigt werden. Die übrige Menge wird fachgerecht entsorgt.
Eine Abstromsicherungsanlage mit zehn großen Pumpen sorgt dafür, dass belastetes Grundwasser nicht vom ehemaligen Raffinieriegelände auf Nachbargrundstücke und in die nahe Donau abfließt. Außerdem können mit einer Bodenwaschanlage rund 90 Prozent des vorhandenen Untergrunds gereinigt werden. Die übrige Menge wird fachgerecht entsorgt.
Eberl
Ingolstadt

15 Hektar gibt Audi nach der Sanierung der Natur zurück. Direkt angrenzend ist immerhin Ingolstadts einziges Naturschutzgebiet.  Auf den restlichen 60 Hektar will Audi den IN-Campus  umsetzen und „absolute Spitzentechnologie verwirklichen“ (Lösel). Der erste Bauabschnitt wird auf einer dann altlastenfreien Fläche im Herbst gestartet, wo bis Ende 2020 das sogenannte Projekthaus für Audi-Abteilungen und Dienstleister mit 1400 Arbeitsplätzen entstehen wird. Der Rest der Fläche soll dem Sanierungsfortschritt folgend entwickelt werden. Entsprechend fließen auch die Gelder für die Investitionen. Nach DK-Informationen hat die Audi-Mutter  Volkswagen  für die Entwicklung einen Betrag von 450 Millionen Euro freigegeben.
 

 
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„Eine einmalige Gelegenheit: ein ganzes Grundstück dieser Größe, verkehrstechnisch sehr gut gelegen“, betonte auch Thomas Vogel von Audi, der Geschäftsführer der IN-Campus GmbH, die als Joint Venture des Autobauers mit der Stadt die Sanierung   und die Entwicklung schultert. Er erinnerte auch daran, dass die Sanierung eine Herausforderung sei,  „das wussten wir von Anfang an“.
 
Die aufwendige Säuberung läuft seit 2016 von Norden (der Donau) nach Süden in mehreren Schritten und mit mehreren Verfahren ab (siehe Kasten). Ende 2022 soll alles abgeschlossen sein. Gewaltige Mengen an Erdmaterial müssen nicht nur für die Reinigung bewegt werden. Wegen des hohen Grundwasserstandes soll die gesamte Geländeoberfläche um 50 bis 80 Zentimeter angehoben werden. Dazu brauche man eine Million Kubikmeter unbelastetes Material, hieß es gestern. Der gereinigte Untergrund kann genutzt werden. Es müsse aber auch viel antransportiert werden.
 
Die Sanierung läuft nach Plan, sagte Andrea Robien, Fachexpertin in der Abteilung Umweltschutz von Audi. Man sei im Boden bisher weder auf andere als die dokumentierten Schadstoffe noch auf eine andere böse Überraschung gestoßen. Das spreche natürlich auch für die Qualität der umfangreichen Beprobung, deren Ergebnisse dem Sanierungsvertrag zugrunde liegen.
 
Wer sich mehr über das Projekt informieren möchte, hat ab sofort an einer grünen Infobox   an der Eriagstraße die Möglichkeit. Der Container ist  donnerstags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.  Termine für Gruppen können per E-Mail an in-campus.sanierung@audi.de angefragt werden.
 
Christian Rehberger
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