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Am Hauptbahnhof noch nicht am Ziel angelangt

erstellt am 29.07.2007 um 21:55 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 16:29 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Großer Bahnhof für den neu gestalteten Bahnhofsvorplatz und das vergrößerte Parkhaus: Zahlreiche Gäste nahmen am Samstag an der feierlichen Inbetriebnahme teil. Die Stadt ist jedoch noch nicht am Ende der Reise angelangt, was die Pläne am Hauptbahnhof betrifft.
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Mit der alten Pferdebahn zuckelten die Ehrengäste vom Bahnhofsvorplatz zum Parkhaus. - Foto: Rössle
So wies OB Alfred Lehmann auf die Planungen für ein Hotel, für die Umgestaltung des Empfangsgebäudes und den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs hin. Der solle, so sagte Regionalbereichsleiter Günther Pilcher am Rande der Veranstaltung zum DONAUKU?RIER, voraussichtlich bis 2010 erfolgen. Die Stadt sei aber auch am Nordbahnhof unterwegs, fuhr Lehmann fort, wo die IFG ein Grundstück gekauft habe und die Situation für den öffentlichen Personennahverkehr verbessert werde.

Touristen-Information

Die städtische Tochtergesellschaft IFG hat auch das Parkhaus am Hauptbahnhof erweitert. Geschäftsführer Werner Richler betonte, man habe 8,5 Millionen Euro investiert, davon seien zirka 3,5 Millionen von der Stadt und vom Freistaat gekommen. Neben Geschäften ist in der neuen Passage auch eine neue Anlaufstelle der Touristen-Information untergebracht.

Von einer deutlichen Aufwertung des Ingolstädter Hauptbahnhofs sprach Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Bahn im Freistaat Bayern. Die ICE-Neubaustrecke zwischen München und Nürnberg habe 22 Prozent mehr Fahrgäste auf diesem Korridor gebracht. Von Ingolstadt aus sei man in 30 Minuten in Nürnberg, in 38 Minuten in München. "Das ist der schnellste Nahverkehr Deutschlands."

Zirka 6000 Menschen steigen im Schnitt an Werktagen am Ingolstädter Hauptbahnhof ein und aus. Einen Großteil davon, nämlich rund 4000 Fahrgäste, bringt die INVG, wie Robert Frank, neuer Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft in seiner Ansprache hervorhob. Gegenüber dem DONAUKURIER sagte Frank, im Südosten sei eine neue Haltestelle geplant, da es bisher keine Anbindung zum Hauptbahnhof gebe.

Mit der Pferdebahn wurden die Ehrengäste zum benachbarten Parkhaus gebracht, wo die Dekane Josef Blomenhofer und Thomas Schwarz das Gebäude segneten. Zu den Läden, die hier untergebracht sind, zählt auch der Schlüsseldienst von Mehmet Firat, der zufrieden ist, wie die Geschäfte laufen. "Ist doch klar bei den 400 bis 500 Pendlern, die hier täglich vorbeilaufen." Firat hat sich einen besonderen Service einfallen lassen: Man kann frühmorgens reparaturbedürftige Schuhe durch eine Klappe einwerfen und sie sich abends wieder fertig abholen.

Nicht ganz so zufrieden ist Tom Gehrke, der eine Wand im Parkhaus künstlerisch gestaltet hat: Zu sehen sind die wichtigsten Ingolstädter Baudenkmäler in Graumalerei. "Schade nur, dass es so versteckt ist in der Kassenpassage. Ich hätte lieber vorne bei der Tourist-Information gemalt."

Original-Waggon

Im Anschluss an den offiziellen Teil stieg das schon traditionelle Bahnhofsfest mit Freibier, Weißwurstfrühstück und Musik. Besonders gefiel den Besuchern die Fahrt mit der Pferdebahn, die von "Fritz" und "Ringo" gezogen wurde. Es handelt sich übrigens um den Original-Waggon Nummer 12 der Ingolstädter Tramway, die seinerzeit zwischen dem Hauptbahnhof und der Alten Post verkehrte. Der Wagen stand später jahrelang im Wald als Bienenhaus, wurde dann von der INVG gekauft und restauriert. Er ist seit 1998 bei besonderen Anlässen wieder unterwegs.

Die Kinder konnten sich bei dem Fest in einer Disco austoben oder die alte Dampflok erkunden, die von Eisenbahnfans vom Apian-Gymnasium gehegt und gepflegt wird. "Bei den Buben hier überwiegt allerdings das bergsteigerische Interesse", meinte Lehrer Gerhard Böck mit Blick auf die Kinder, die auf der alten D XI herumturnten, die bis 1930 auf der Strecke zwischen Ingolstadt und Riedenburg eingesetzt worden war. In ihrem dicken Bauch fährt heute als Modell die Miniaturausgabe der Lokalbahn herum.

 

Von Suzanne Schattenhofer
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