Innovation und Software
38-jähriger Franzose neuer Audi-Vorstand

Geoffrey Bouquot kommt vom Zulieferer-Konzern Valeo – In Ingolstadt verantwortet er ein neues Ressort

03.06.2024 | Stand 03.06.2024, 19:48 Uhr |

Geoffrey Bouquot leitete zuletzt das Forschungs- und Entwicklungsressort des französischen Autozulieferers Valeo. Am Montag gab Audi bekannt, dass der 38-Jährige bei der Volkswagen-Konzerntochter künftig das neue Ressort für Innovation und Software verantworten wird. Foto: Audi AG

Der Ingolstädter Autohersteller Audi hat einen neuen Vorstand: Der Franzose Geoffrey Bouquot wird künftig ein neu eingeführtes Ressort verantworten, das Ressort Innovation und Software-Defined-Vehicle. Dies gab Audi am Montagmittag bekannt. Bouquot kommt vom französischen Zulieferer-Konzern Valeo. Dort leitete er das Forschungs- und Entwicklungsressort mit 20000 Ingenieuren.

Bouquot war nach dem Studium in Paris in der Wirtschaft und als technischer Berater im französischen Verteidigungsministerium tätig. Mit 38 Jahren ist der Franzose relativ jung, er spricht vier Sprachen (plus ein wenig Chinesisch, wie er selbst in einem Interview einmal sagte) und gilt in Frankreich als einer der aufstrebenden Top-Manager in der Autobranche; er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Manager soll Software-Entwicklung anschieben

Das neue Vorstandsressort soll die Entwicklung besonders im neuralgischen Software-Bereich stärken, zumal Audi-Chef Gernot Döllner im März das Entwicklungsressort im Audi-Vorstand selbst übernommen hatte – vom zur Audi-Formel-1 gewechselten Oliver Hoffmann. Wie aus Audi-Kreisen zu vernehmen ist, gibt es offenbar immer noch große Probleme mit der Software-Entwicklung und -Implementierung gemeinsam mit der Volkswagen-Konzern-Software-Schmiede Cariad. Angeblich befürchtet man, dass die für dieses Jahr geplanten Einführungen des A6 e-tron sowie des A5 (des ehemaligen A4, ein Modell mit Verbrennermotor) durch größere Schwierigkeiten bei der Software-Entwicklung behindert werden. Nun soll also wohl der dynamische Bouquot hier stark anschieben.

„Konsequente Neuausrichtung der Organisation“

„Geoffrey Bouquot wird mit Technologiekompetenz, Innovationskraft und Führungsqualität einen entscheidenden Beitrag für Audi leisten“, erklärte Döllner laut einer Mitteilung im Audi-Mynet dazu. Geoffrey Bouquot indes versprach: „Ich möchte gemeinsam mit dem Team und dem Ökosystem bei Audi eine positive Aufwärtsentwicklung anstoßen.“ Mit der Entscheidung für ein eigenes Vorstandsressort „Innovation und Software-Defined-Vehicle“ (SDV) bekräftigt der Aufsichtsrat dem Audi-internen Netzwerk zufolge „seine konsequente Neuausrichtung der Organisation und stellt Software weiter in den Mittelpunkt“.

„Mit der Entscheidung für das neue Vorstandsressort stärken wir die langfristige Technologie- und Innovationsstrategie und fokussieren die Ausrichtung auf die Entwicklung von SDVs“, stellt Manfred Döss, Aufsichtsratsvorsitzender der Audi AG, fest. Er sei überzeugt, dass Geoffrey Bouquot wichtige Impulse setzen werde, „um mit dem gesamten Vorstandsteam die Audi Agenda erfolgreich umzusetzen“.

Vier Ringe sollen wieder mehr glänzen



Jörg Schlagbauer, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Audi AG erklärte: „Die Berufung von Geoffrey Bouquot mit den Schwerpunkten auf das Software-Defined-Vehicle und Innovation in den Audi-Vorstand unterstreicht den Anspruch der Belegschaft auf Vorsprung durch Technik. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und frischen Wind, damit die Vier Ringe wieder mehr glänzen.“

Ein Kern-Element der Audi Agenda sei die konsequente Beschleunigung der Entwicklungsarbeit durch die Einführung einer Matrix-Organisation. Damit geht ein Paradigmenwechsel einher, führendes Element der Fahrzeuge wird die Software.