Donnerstag, 17. Januar 2019
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Bezirksligist gewinnt Hallenmeisterschaft im Fußballkreis Neumarkt/Jura - Eklat im Duell zwischen Roth und Weißenburg

Wettelsheim stürmt von Null auf Hundert

Weißenburg
erstellt am 13.01.2019 um 20:52 Uhr
aktualisiert am 17.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Weißenburg (HK) Der Schluss-punkt war dem Mann des Tages vorbehalten: Mit seinem neunten Turniertreffer machte Julian Dürnberger für den SV Wettelsheim den 2:0-Sieg im Finale gegen den Bayernligisten ASV Neumarkt perfekt. Das Team aus dem Treuchtlinger Ortsteil gewann damit zum ersten Mal überhaupt die Hallenmeisterschaft im Fußballkreis Neumarkt/Jura.
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Der Bezirksligist war am Ende nicht nur ein verdienter, sondern auch ein überraschender Meister. Denn den SV Wettelsheim hatte vor der Endrunde in der vollbesetzten Weißenburger Landkreishalle eigentlich niemand auf dem Zettel. Das Team von Trainer Tobias Grimm war auch selbst ohne große Erwartungen an den Start gegangen. Schließlich stand der SVW seit 1997 - damals noch im Altkreis Jura - nicht mehr in einer Hallenendrunde. Zuletzt hatte sich der Verein aus dem Jura-Süden jahrelang gar nicht mehr für die Hallenmeisterschaft angemeldet. In dieser Saison waren die Wettelsheimer zum ersten Mal überhaupt wieder in der Winterrunde des Fußballkreises Neumarkt/Jura dabei und starteten nun von Null auf Hundert durch. Als Kreismeister sind die Wettelsheimer ebenso wie der Vizemeister Neumarkt für die Bezirksmeisterschaft am kommenden Samstag, 19. Januar, in Erlangen qualifiziert.

Fußballerisch ließ die Finalrunde der besten Acht aber mitunter etwas zu wünschen übrig. Dafür gab es eine außerordentlich gute Stimmung in der Halle, für die vor allem der große Fanblock der DJK Göggelsbuch selbst dann noch sorgte, als die Mannschaft aus dem Allersberger Ortsteil nach den Gruppenspielen aus dem Rennen war.

Der TSV Weißenburg als Ausrichter musste sich nach den Plätzen eins und zwei in den vergangenen beiden Jahren diesmal mit dem vierten Platz begnügen, war allerdings auch an einem Eklat beteiligt, der zu einem Spielabbruch führte. Doch der Reihe nach.

Die Gruppenphase war eng und umkämpft. Die Gruppe A gewann der Kreisligist SV Rednitzhembach mit sieben Punkten vor dem Bayernligsten ASV Neumarkt (4), dem Kreisligisten Göggelsbuch (3) und dem Bezirksligisten TSV Freystadt (2). Auch in der Gruppe B wurde Freystadt Letzter - in diesem Fall der punktlose A-Klassist und Außenseiter TürkSpor. Davor stritten sich die drei Bezirksligisten SV Wettelsheim, TSV Weißenburg und TSG Roth (jeweils sechs Punkte) um die beiden zwei Halbfinalplätze. Wettelsheim gewann das Derby gegen Weißenburg mit 1:0. Das Siegtor erzielte ausgerechnet Julian Dürnberger, der beim TSV Weißenburg die komplette Jugend durchlaufen hat. Dann gewann Roth mit 3:2 gegen Wettelsheim. Und schon hier war es hitzig. Im entscheidenden Gruppenspiel zwischen Roth und Weißenburg kochte es dann über. Der TSV musste gewinnen, dominierte klar und führte souverän mit 3:0. Die TSG haderte dagegen von Beginn mit den Schiedsrichterentscheidungen und hatte schnell eine hohe Foulbelastung. Die in Weißenburg bekannten "Uhl-Uhl-Uhl-Rufe" der TSV-Fans für ihren beliebten Torwart Johannes Uhl fassten die gereizten Rother irrtümlicher Weise als rassistische Äußerung gegen ihren dunkelhäutigen Spieler Kevin Walthier auf. Dieser spritzte dann nach dem 3:0 mit der Wasserflasche in den Weißenburger Block. Die Emotionen schaukelten sich dadurch weiter hoch, die Rother Mannschaft verließ letztlich sogar das Parkett und die Referees mussten das Spiel vorzeitig beenden. Das Match wurde mit 3:0 für Weißenburg gewertet, was im direkten Vergleich der drei punktgleichen Teams den ersten Platz für Weißenburg (3:1 Tore) vor Wettelsheim (3:3) und Roth (3:5) bedeutete.

Die Rother reisten daraufhin erbost ab und traten auch nicht mehr zum Sechsmeterschießen gegen die DJK Göggelsbuch um den fünften Platz an. Nachdem Hallensprecher Roland Mayer das Missverständnis mit den "Uhl-Rufen" per Durchsage aufgeklärt hatte und das Freystädter Duell um den siebten Platz mit 7:6 im Siebenmeterschießen an den TSV gegangen war, hatten sich die Gemüter wieder etwas beruhigt.

Im ersten Halbfinale setzte sich der SV Wettelsheim nach Toren von Dürnberger (3) und Michael Halbmeyer (1) glatt mit 4:1 gegen Rednitzhembach durch. Im zweiten Halbfinale stand es nach regulärer Spielzeit 1:1 zwischen dem TSV Weißenburg und dem ASV Neumarkt. Das Sechsmeterschießen entschieden die Neumarkter mit 2:1 für sich.

Im Spiel um den dritten Platz merkte man dem TSV Weißenburg die Enttäuschung über das verpasste Endspiel deutlich an. Der 1:2-Anschlusstreffer gegen Rednitzhembach fiel erst mit der Schlusssirene. Im Endspiel gegen Neumarkt hatte dann der SV Wettelsheim ein klares Chancenplus. Zu den beiden Toren von Kevin Rasch und Julian Dürnberger kamen noch satte vier Pfostentreffer.

Bei der Siegerehrung verteilten Kreisspielleiter Markus Hutflesz und Kreivorsitzender Thomas Jäger dann Preise im Gesamtwert von fast 7000 Euro für die acht Endrundenteilnehmer. Weil die TSG Roth bereits abgereist war (Hutflesz: "Ist nicht gut, müssen wir aber so akzeptieren"), wandert deren Preis weiter an die Kreismeisterschaft der Frauen, die am kommenden Samstag, 19. Januar ebenfalls in Weißenburg ausgetragen wird.

Uwe Mühling
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