Dienstag, 23. Oktober 2018
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Oliver Tissot unterhält beim Weinfest des FCN-Fanclubs - Reise vom Frankenschnellweg bis nach Frankreich

Wenn der Kaplan Liebenstadt vergeblich sucht

Liebenstadt
erstellt am 10.10.2018 um 17:55 Uhr
aktualisiert am 13.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Liebenstadt (HK) "Alles fränkisch" lautet das Motto des Weinfests, das der 1. FCN-Fanclub "Wir Clubberer" alle zwei Jahre in Liebenstadt veranstaltet. Bei der jüngsten Auflage ist Oliver Tissot als Stargast aufgetreten. Der Lachverständige und Wortakrobat - wie er sich auf seiner Homepage bezeichnet - brachte im voll besetzten Zelt die Liebenstädter nach seinem Auftritt vor vier Jahren bereits zum zweiten Mal in Hochstimmung.
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Oliver Tissot begeistert die Gäste des Fränkischen Weinfests in Liebenstadt.
Oliver Tissot begeistert die Gäste des Fränkischen Weinfests in Liebenstadt.
Schultheiß
Liebenstadt
"Ich hab extra was angezogen wie Liebenstadt", begann Oliver Tissot. Genauer war es ein knallroter Anzug mit weißen Herzen. "Seien Sie ehrlich, es sieht scheußlich aus", sagte er und hatte damit schon einmal alle Lacher auf seiner Seite. Und Tissot war damit auch gleich mitten im aktuellen Liebenstädter Geschehen. Das Dorf sei so unbedeutend, dass der neue Kaplan statt hierher nach Laibstadt gefahren ist. Weil er ohne Plan gefahren sei, heiße es ja "ka Plan".

Gut informiert war Tissot über die Liebenstädter Vorkommnisse - über welche Kanäle auch immer er informiert worden war. Einen gewichtigen Anteil hatte wohl Moni, die Frau des Feuerwehrvorsitzenden, die er immer wieder erwähnte. Da passte die Geschichte vom alten Feuerwehrauto des Dorfes, vor dem man sich bisher in Acht nehmen musste. Nun gebe es ein neues, "aber trotzdem muss man aufpassen, denn das alte tuckert noch hinterher".

Heidecks Bürgermeister Ralf Beyer erfuhr, dass er als Pechvogel in Erinnerung bleiben wird. Denn jetzt, da das Freibad saniert ist, gebe es womöglich bald Fördergelder für solche Vorhaben. Wer solche Namensnennungen nach der Pause nicht haben wolle, könne ihm noch Geld zustecken, gab sich Tissot humorvoll bestechlich.

Das aber tat anscheinend niemand, denn immer wieder hörte man von lustigen örtlichen Begebenheiten. So von einem Landwirt, der beim Silieren am Sonntag bemerkte, dass er keine Silofolie mehr hatte. Er rief den Wolfgang an, der bei einem Markt arbeitet, und ihm helfen konnte. "Das ist Liebenstädter Zusammenhalt", lobte Tissot.

"Wir Franken haben die Welt zumindest sprachlich sehr geprägt", sagte er. "Es gab einst das Frankenreich, dann den Fränkischen Reichskreis und heute noch Frankreich." Und den Frankenschnellweg. Aber da fahren die Fremden schnell weg aus Franken - wegen der Autobahn mit den Ampeln. Einen nicht ernst gemeinten Ratschlag, wie man am nächsten Tag ins Fernsehen kommt, war zum Schluss zu hören: "Das Zelt abfackeln, denn die ganze Feuerwehr ist ja schon da."

Zweimal eine Dreiviertelstunde Wortakrobatik, dafür bedankte sich der Fanclub-Vorsitzende Georg Wurm bei Oliver Tissot. Der lang anhaltende Beifall der vielen Gäste zeigte auch deren Begeisterung. "Sie hatten vor vier Jahren versprochen, dass Sie wiederkommen, wenn der Club aufsteigt - und das auch eingehalten", blickte Wurm freudig zurück.
Eva Schultheiß
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