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Ideen für Umbau der Ortsdurchfahrt in Unterrödel vorgestellt - Bürgerversammlung wohl am 15. Oktober

Vom Kreisverkehr bis zum Dauerblitzer

Unterrödel
erstellt am 14.09.2018 um 16:26 Uhr
aktualisiert am 20.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (HK) Die ganze Palette von Möglichkeiten für einen verkehrsberuhigten Ausbau der Ortsdurchfahrt von Unterrödel ist in der Hilpoltsteiner Stadtratssitzung am Donnerstagabend vorgestellt worden. Vom Kreisverkehr in der Dorfmitte bis hin zum Dauerblitzer. Verwirklicht werden soll das Vorhaben bis zum Jahr 2020. Beschlossen ist aktuell aber noch nichts. Das Wort haben jetzt erst einmal wieder die Bürger.
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Langsamer durch Unterrödel rollen sollen die Fahrzeuge nach der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt. Wie das gelingen soll, darüber können die Dorfbewohner bei einer Bürgerversammlung im Oktober mit den Planern debattieren.
Langsamer durch Unterrödel rollen sollen die Fahrzeuge nach der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt. Wie das gelingen soll, darüber können die Dorfbewohner bei einer Bürgerversammlung im Oktober mit den Planern debattieren.
Münch
Unterrödel
Planer zu sein, ist manchmal eine undankbare Aufgabe. Im Fall des Planungsbüros aus Lauf, das vom Staatlichen Bauamt den Auftrag für die neue Ortsdurchfahrt von Unterrödel erhalten hat, geht die Undankbarkeit sogar so weit, dass auch Unmögliches geschafft werden soll. Denn die Anregungen, die nach der ersten Bürgerversammlung zum Thema Ortsdurchfahrt im Oktober 2016 aus Unterrödel kamen, waren teilweise komplett widersprüchlich.

Während also die einen Anwohner einen Kreisverkehr an der Abzweigung in Richtung Thalmässing als größtes Heilmittel sahen, um die Ortsdurchfahrt zu beruhigen, lehnten andere Anwohner einen Kreisverkehr kategorisch ab. Einig sind sich die Unterrödeler nur darin, dass das Tempo der Verkehrsteilnehmer auf ihrer Hauptstraße unbedingt gesenkt werden muss. Wie das gelingen soll, darüber können die Unterrödeler nun bei einer weiteren Bürgerversammlung debattieren, die wohl am Montag, 15. Oktober, stattfinden wird. Zuvor werden die Ideen des Planungsbüros im Feuerwehrhaus ausgelegt.

Wer sich diese Pläne genau ansieht, wird eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen entdecken, die den Planern zufolge beliebig kombiniert werden können. Die Liste der verschiedenen Möglichkeiten reicht von Fahrbahnteilern mit Querungshilfen für Fußgänger an den beiden Ortsausgängen in Richtung Hilpoltstein und Heideck über eine Fußgängerampel am Feuerwehrhaus oder schmälere Straßen mit entsprechend breiteren Gehwegen bis hin zum besagten Kreisverkehr oder einer stark verkürzten Abbiegespur in Richtung Thalmässing. Sogar einen Standort für einen Dauerblitzer haben die Planer eingezeichnet. "So ein Dauerblitzer ist das A und O - da kann man sich viele andere Sachen sparen", sagte Hedwig Waldmüller (SPD). Bürgermeister Markus Mahl (ebenfalls SPD) bremste jedoch die Euphorie, weil Dauerblitzer von staatlicher Seite nicht gewünscht seien.

Letztlich gelte es, "die Wünsche und das Machbare" zusammenzubringen, wie es Mahl ausdrückte. Fertig sein soll die Planung im Lauf des kommenden Jahres. Umgesetzt werden sollen die Pläne dann im Jahr 2020. Zuvor müssten aber die Anwohner noch verbindlich und präzise Auskunft bekommen, welche Kosten auf sie zukommen, forderte Gerhard Schwing von den Freien Wählern.

Die Ortsdurchfahrt von Unterrödel genießt zwar den Status eines Pilotprojekts des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bauen und Verkehr und könnte über das Amt für Ländliche Entwicklung auch Geld aus dem Fördertopf für Dorfernerungen erhalten. Streit ist aber nicht auszuschließen, solange nicht klar ist, wie es nach der Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung weiter geht - und schon gar nicht, wenn in den Planungen beispielsweise auch die Rede davon ist, für breitere Gehwege einzelne Gartenmauern entlang der Ortsdurchfahrt versetzen zu lassen, weil diese derzeit auf öffentlichem Grund stehen.

Weil neben den Vertretern des Laufer Planungsbüros auch Christoph Eichler vom Staatlichen Bauamt Nürnberg die Hilpoltsteiner Stadtratssitzung besuchte, kamen neben der Ortsdurchfahrt von Unterrödel auch noch andere Verkehrsthemen im Stadtgebiet zur Sprache: Neues zur geplanten Umgehung von Meckenhausen und Sindersdorf gebe es in der nächsten Stadtratssitzung am 27. September, sagte Bürgermeister Mahl. Die neue Ampelschaltung für den Altstadtring kommt im nächsten Jahr, sagte Eichler. Auf Nachfrage von Jürgen Moosmann (CSU) erklärte der Mann vom Straßenbauamt, dass es für die Zeit der Kuppenabflachung am Kränzleinsberg - verbunden mit einer langen Vollsperrung - noch keine beschlossene Umleitungsstrecke gebe.

Auf Nachfrage von Michael Greiner (Freie Wähler) erklärte Eichler, dass die heuer von der CSU ins Spiel gebrachte Ostumfahrung so gut wie nichts bringen würde, während die schon vor Jahren von den Freien Wählern geforderte Westumfahrung sehr wohl eine entlastende Wirkung für den Altstadtring hätte. Bekannt ist aber auch: Diese Umfahrung lehnten die Hilpoltsteiner beim Bürgerentscheid 2015 mehrheitlich ab.

Apropos Altstadtring: Die Einmündung zur Industriestraße wird erst 2019 umgebaut, wie in der Sitzung am Donnerstag bekannt wurde. Mit dem Grunderwerb, der für den gepanten Umbau nötig ist, hat es bisher nämlich noch nicht geklappt.
 

AUS DER SITZUNG

  • In seinem aktuellen Finanzbericht hat Hilpoltsteins Kämmerer Klaus Waldmüller einen kleinen Rückschlag vermeldet. Wegen einiger Ausfälle bei der Gewerbesteuer würden die Steuereinnahmen heuer nicht ganz so stark steigen wie noch vor einigen Monaten erwartet. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt noch bei der Gewerbesteuer von einen unerwarteten Sprung nach oben profitiert. Trotz der jetzigen Ausfälle rechnet Waldmüller für heuer noch mit einem Einnahmeplus von mehr als drei Prozent.
  • Nicht nur für die Stadt Greding, sondern bald auch für die Gemeinde Georgensgmünd ist die Stadt Hilpoltstein künftig ein Dienstleister in Sachen Verkehrsüberwachung. Gegen die Stimmen der beiden FW-Mitglieder Gerhard Schwing und Alfred Waldmüller hat der Stadtrat einer entsprechenden Zweckvereinbarung zugestimmt. In Georgensgmünd werden - wie in Hilpoltstein und Greding - die parkenden Autos künftig von der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft kontrolliert. Die als nicht sehr umfangreich eingeschätzten Verwaltungsarbeiten für die Georgensgmünder Strafzettel werden nun im Hilpoltsteiner Rathaus erledigt, wo bereits eine entsprechende Arbeitsstelle eingerichtet ist. Für die Kontrolle des fließenden Verkehrs hat Georgensgmünd bereits eine Kooperation mit der Stadt Spalt.
  • Nach langer Zeit wird es im Hilpoltsteiner Stadtgebiet wieder einmal ein Gelöbnis geben. Das gab Bürgermeister Markus Mahl bekannt. Die Vereidigung werde am 22. Oktober am Rothsee stattfinden.
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