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Werner Emmer vom Energiebündel greift den Grünen-Abgeordneten Hofreiter wegen dessen Meinung zur Stromtrasse an

"Ich bin sehr enttäuscht von Ihrer Darstellung"

Schwanstetten
erstellt am 16.02.2014 um 19:15 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 19:09 Uhr | x gelesen
Schwanstetten (rsc) Gegenwind aus dem Landkreis Roth für Anton Hofreiter: Werner Emmer, der Chef des Energiebündels, und Wolfgang Scharpff, Kreisrat der Grünen, haben dem Vorsitzenden der Grünen-Bundestagsfraktion bei seinem Auftritt in Schwanstetten heftig widersprochen.
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Schwanstetten: "Ich bin sehr enttäuscht von Ihrer Darstellung"
Anton Hofreiter, Vorsitzender der Grünen-Bundestagsfraktion (rechts), unterstützt die Grünen im Landkreis. Darüber freuen sich die Kreistagskandidaten Monika Siebert-Vogt, Mario Engelhardt und Kreistagsfraktionssprecher Wolfgang Scharpff. Es gab aber auch viel Kritik an Hofreiter - Foto: Schmidt
Schwanstetten

Der Abgeordnete aus dem Landkreis München kam mit dem Ziel, seine Parteifreunde im Kommunalwahlkampf zu unterstützen und hat in seiner Rede die Notwendigkeit der Energiewende unterstrichen. Er sprach sich zudem für den Netzausbau und die neue Ost-Süd-Stromtrasse aus, die gegenwärtig im Landkreis Roth stark in der Diskussion steht.

Hofreiter trat darüber hinaus für eine Europäisierung des Netzes ein, um Schwankungen an windstillen und trüben Novembertagen auszugleichen. Ferner brauche man laut dem Abgeordneten auch einige neue Gaskraftwerke. „Sie lassen sich sehr schnell hochfahren“, so Hofreiter, „denn sie funktionieren wie eine Flugzeugturbine.“ Hofreiter begründete seine Meinung mit der Versorgungssicherheit. „Einen Blackout können wir uns nicht leisten“, sagte er.

„Energie muss regional erzeugt werden und die Speicherkapazitäten müssen ausgebaut werden“, widersprach Emmer. „Ich bin sehr enttäuscht von Ihrer Darstellung“, so der Vorsitzende des Vereins, der den Landkreis Roth mit Energie aus regenerativen Quellen stromautark machen will. Mit Blick auf den Bau der neuen Hochspannungsleitung machte Wolfgang Scharpff darauf aufmerksam, dass damit auch Strom aus Braunkohlekraftwerken gen Süden geleitet werde. „Auffallend ist, dass die Leitung im Braunkohlegebiet Lausitz beginnt und exakt in Oberbayern endet, wo man in Sachen Energieerzeugung seine Hausaufgaben nicht gemacht hat“, sagte Wolfgang Scharpff.

Anton Hofreiter erklärte, dass vor allem die SPD in den neuen Ländern am Erhalt des Braunkohlestroms interessiert sei. Er gab zudem zu, dass in der Leitung Strom aus Braunkohlekraftwerken fließen werde. Dennoch sei die Leitung notwendig. „Unser Strombedarf ist so enorm, dass alleine Speicherkapazitäten vor Ort nicht ausreichen werden, um Schwankungen auszugleichen“, sagte Hofreiter. „Solch große Energiemengen lassen sich nicht speichern, hier ist die Naturwissenschaft ausgeforscht“, erklärte der promovierte Biologe.

Es entspann sich auch eine Diskussion zur unterirdischen Verlegung der Leitung. Hofreiter erklärte dazu, man könne hier aufgrund der hohen Spannung nicht nur ein Kabel in die Erde legen. „Man muss einen befahrbaren Schacht bauen, ein riesiges Bauwerk also“, so Hofreiter. Für Wolfgang Scharpff allerdings kein Argument gegen eine unterirdische Hochspannungsleitung. „Entlang der Autobahnränder ist das durchaus möglich.“

Von Robert Schmitt
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