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Premiere für das "Fantasy-Festival"

Schwabach
erstellt am 12.03.2018 um 18:00 Uhr
aktualisiert am 15.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Schwabach (rsc) Mit Dominique Stalder (Foto: Stalder) lebt seit einigen Jahren ein Autor in Schwabach, der sich mit Fantasy-Romanen bundesweit einen Namen gemacht hat. Seiner Anregung ist es zu verdanken, dass Annette Edler als Leiterin der Stadtbibliothek für Schwabach das erste "Fantasy Festival" organisiert hat.
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Bei zwei Leseabenden haben sieben Autoren ihre Werke in der Stadtbibliothek vorgestellt.

Angesichts des etwas zu geringen Publikumszuspruchs muss die Bewertung zweigeteilt ausfallen: Zum einen haben die Lesungen sehr wohl einen umfangreichen, interessanten und qualitativ ansprechenden Einblick in das Genre und seine verschiedenen Unterkategorien gegeben. Zum anderen lassen sich aus den Erfahrungen Lehren ziehen, die für die Zukunft auf größere Nachfrage hoffen lassen. Es gibt also "Luft nach oben", wie Annette Edler es ausdrückte. Bessere Ansprache der regionalen Szene, exaktere Ausrichtung auf unterschiedliche Zielgruppen, ein anderer Veranstaltungsort und eventuell ein Rahmenprogramm für Kinder. Das alles will Edler als Überlegungen in die Vorbereitung für das nächste Fantasy Festival mit einbeziehen.

Schon die Besucher des Eröffnungsabends wurden nicht enttäuscht. Denn man hat viel über Fantasy-Literatur erfahren. Das Publikum stellte viele Fragen und diskutierte lange mit den Autoren. Am wichtigsten: In der Fantasyliteratur existiert ein Vielzahl an Subgenres, die das Gesamtangebot vielfältig machen. Die Autoren des Freitags bedienten drei: Irene Krauß schreibt Romane für Kinder. Ihre "Kalli-Wermaus-Reihe" handelt von einem elfjährigen Jungen, der in Kempten wohnt und sich aufgrund eines Nagetierbisses in jeder Vollmondnacht in eine Maus verwandelt.

Steffi Krumbiegel hat ebenfalls eine Romanreihe geschaffen. Hauptfigur ist ein junges Mädchen namens Nadja aus München, die sich als adelig entpuppt, tote Seelen sehen kann und eine Burg erbt, auf der es spukt. Stephan Lössl hat das Werk seiner 2015 verstorben Frau vollendet. "Winterfeuer" berichtet über Mystik und Totenkult auf den britischen Orkney-Inseln vor 5000 Jahren, die über das Element der Zeitreise mit der Gegenwart verknüpft sind. "High Fantasy" nennt man diese Ausrichtung. Steffi Krumbiegel produziert "Urban Fantasy", denn ihre Geschichten sind mit realen Orten verknüpft.

Die vier Autoren des zweiten Abends erweiterten das Spektrum. Ein Beispiel für einen Fantasy-Krimi lieferte Alexander Bálly. Hawa Mansaray und Saskia Stanner verfassen "Romance Fantasy" . Ihre Liebesgeschichten spielen im Reich der Hexen und Vampire oder zwischen Himmel und Hölle. Dominique Stalder schließlich präsentierte Dark Fantasy, eine Spielart, die mitunter brutal, dämonisch und mit Elementen des Horrors daherkommt. Das Festivals hat zwar nicht alle Erwartungen erfüllt. Aber es hat ambitionierte Autoren mit interessanten Ansätzen nach Schwabach geführt, die spannende und anspruchsvolle Abende mit Austausch auf gutem Niveau geboten haben.

Von Robert Schmitt
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