Mittwoch, 26. September 2018
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Hilpoltsteins Grundschule nimmt Erstklässlern die Angst vor dem ersten Schultag

Leo Löwes unnötiges Bauchgrummeln

Hilpoltstein
erstellt am 11.09.2018 um 17:17 Uhr
aktualisiert am 15.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (HK) 91 Kinder in vier Klassen, eine davon im Ganztagsbetrieb, keine bösen überraschungen aus dem Ministerium, selbst das Wetter im Innenhof passt: Der erste Schultag in Hilpoltstein bleibt vor unliebsamen Störungen verschont. Lediglich die neue Datenschutzgrundverordnung trübt die Freude etwas.
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Peter Benz nimmt den Erstklässern die letzten Bedenken vor dem aufregenden Tag in der Grundschule.
Peter Benz nimmt den Erstklässern die letzten Bedenken vor dem aufregenden Tag in der Grundschule.
Kofer
Hilpoltstein
91 Erstklässler warten gespannt, auf das, was auf sie zukommt. Einigen geht es da bestimmt wie Leo Löwe, der in dem kleinen Theaterstück nervös auf der Bühne auf und abgeht. "Leo hat Magengrummeln", erklärt Lehrerin Andrea Hofbeck. Es ist nämlich sein erster Schultag, und er weiß noch nicht so genau, was da passieren wird. Doch schnell verfliegen seine Bedenken. Denn auch Hase, Igel, Hund und Elefant - alle dargestellt von Zweitklässlern - sitzen mit ihm in der Bank. Jeder kann auch schon etwas. Der Hase hoppelt, der Igel kugelt sich und Leo kann von allen am besten fauchen. Das gibt Zuversicht. Leos Erkenntnis: Jeder kann etwas besonders gut.

"Ich glaube, dass Leo recht hat", sagt Peter Benz. Der Schulleiter fragt seine gespannten Erstklässler auch gleich, was sie Besonderes können. "Handstand", sagt einer in der ersten Reihe, "Handwerken" ein anderer. Und zwar alles mögliche, vor allem zusammen mit seinem Papa, erklärt er auf Nachfrage. Benz will ihn gleich beim Hausbau einspannen, aber da wiegelt der Erstklässler geschickt ab: "Mein Papa hat keine Zeit", erklärt er zu Erheiterung der vielen Eltern und Großeltern, die dicht gedrängt im Innenhof stehen. Das Eis ist gebrochen. Jetzt melden sich viele Kinder. "Ich kann ganz gut lesen", sagt ein Mädchen mit leiser Stimme. "Ich kann schon rechnen", erklärt ein anderes. Beide sind bereit, den von Benz angebotenen Job als Hilfslehrer anzunehmen. Der Unterricht ist also nicht in Gefahr.

Dafür sorgt auch Julia Maurer, die erste Lehrerin, die aufgrund einer Stellenausschreibung der Hilpoltsteiner Grundschule angestellt worden ist. Maurer leitet die 1b und hat die geforderte Schwimmausbildung. Auf die legen Benz und seine Konrektorin Ute Stengel-Freund großen Wert. Auch im nächsten Schuljahr soll wieder so eine Stelle ausgeschrieben werden. Neben der Schwimmausbildung gehört auch die Bereitschaft, in einer Ganztagsklasse zu arbeiten, zum Anforderungsprofil, wie Benz betont. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich die Ganztagsklasse inzwischen prächtig entwickelt. Fast zu prächtig. "Wir mussten dieses Jahr zum ersten Mal sogar auswählen", sagt Benz.

Die Ganztagskinder sind auch die einzigen, die schon vor dem ersten Schultag wissen, wer ihre Lehrerin wird. Denn die Eltern brauchen Planungssicherheit. Alle anderen im Innenhof warten jetzt neugierig, wer ihre Lehrerin wird und welche Freundin oder Freund noch in die gleiche Klasse kommt. Denn eine Liste, die schon vor dem Schulstart öffentlich aushängt, gibt es nicht mehr. Erst im vergangenen Jahr eingeführt, um unnötige Spannung zu vermeiden, ist sie jetzt schon wieder Geschichte. "Leider ist auch das nicht mehr möglich", erklärt Benz den Eltern.

Datenschutzgrundverordnung lautet das Zauberwort oder besser gesagt: das Reizwort. Benz warnt alle Eltern und Großeltern, die eifrig den Schulstart knipsen, dass sie die Fotos nicht in die sozialen Netzwerke stellen dürfen: "Sie machen sich strafbar." Außerdem müssen Eltern eine Einverständniserklärung unterschreiben, damit Bilder ihres Kindes auf der Homepage der Schule erscheinen dürfen. Das gelte auch für die Klassenfotos. "Wo soll das Ganze noch hinführen?", fragt Benz. "Ich persönlich finde das übertrieben."
 

Kleinere Klassen im Landkreis

4364 Grundschüler und 1990 Mittelschüler sind gestern im Landkreis Roth ins neue Schuljahr gestartet. Diese Zahlen hat das Staatliche Schulamt Roth/Schwabach veröffentlicht. Obwohl die Schülerzahlen annähernd unverändert blieben, gibt es sieben Grundschulklassen und zwei Mittelschulklassen mehr als im vergangenen Jahr. Die erfreuliche Konsequenz daraus: Die durchschnittlichen Schülerzahlen im Landkreis sanken auf 21,28 (Grundschule) und 19,70 (Mittelschule).

Neue Schulleiter gibt es im Landkreis nur an der Grundschule Roth-Kupferplatte (Verena Thiel), an der Anton-Seitz-Mittelschule Roth (Steffen Vogel) und an der Grundschule Großschwarzenlohe/ Kleinschwarzenlohe (Simone Kühnert). Neu zuständig im Schulamtsbezirk für die Ausbildung der Referendare sind Heiko Schnütgen (Mittelschule Allersberg), Christian Haubner (Grundschule Rednitzhembach) und Christoph Weidmann (Grundschule Schwanstetten).

Zur Umsetzung der Digitalisierungsinitiative im Freistaat Bayern soll heuer jede Schule ein Konzept erarbeiten, wie Schüler den Umgang mit neuen Medien lernen sollen. In den Mittelschulen soll das Fach Informatik ab dem Schuljahr 2019/20 wieder ein Pflichtfach werden.

 
Robert Kofer
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