Samstag, 23. Juni 2018
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Mittelschüler durchlaufen an Informationstag Parcours mit vielen Mitmachstationen

Ausprobieren erleichtert die Berufswahl

Roth
erstellt am 12.03.2018 um 18:00 Uhr
aktualisiert am 16.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Roth (mkl) Es ist schon fast zur Tradition geworden, dass die Berufsschule Roth jährlich zu zwei Berufsorientierungstagen für Mittelschüler der siebten Klassen einlädt. "MuBiK - Mittelschule und Berufsschule in Kooperation" heißt diese Veranstaltung.
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Roth: Ausprobieren erleichtert die Berufswahl
Foto: Manfred Klier
Roth

517 Mädchen und Jungen aus 29 Klassen von 14 Schulen im Landkreis Roth und der Stadt Schwabach sind dieses Mal angemeldet. Schulleiter Michael Greiner bedankt sich beim Beratungslehrer Norbert Rückel und Konrektor Peter Maier aus Wendelstein für die umfangreiche Organisation.

Im Vorfeld haben die Siebtklässler aus 24 Workshops drei auswählen können, die dann im 45-Minutentakt durchlaufen werden. 17 Angebote sind hauseigen, sieben werden von externen Partnern gestellt. Selbermachen steht dabei im Mittelpunkt, damit die Teilnehmer wenigstens einen kleinen Einblick in Tätigkeit und Ausbildungsanforderungen der ausgewählten Berufe gewinnen können.

"350 Ausbildungsberufe gibt es", berichtet Peter Maier. Viele seien unbekannt. Dem solle durch diese Veranstaltung gegengesteuert werden. Eltern hätten einen entscheidenden Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder. Während bei den Mädchen Kauffrau, medizinische Fachangestellte und Verkäuferin die Favoriten seien, dominierten bei den Jungen Kfz-Mechatroniker, Elektroniker und Kaufmann. Im vergangenen Schuljahr seien noch 250 Flüchtlinge beschult worden, so der Schulleiter, heuer sei die Zahl auf 140 zurückgegangen.

Jetzt stehen die Nummernträger bereit, die in bewährter Form die Mittelschüler zu den einzelnen Stationen begleiten. Die jeweiligen Lehrkräfte verfolgen das Geschehen im Hintergrund. Bei den Friseuren werden Locken gewickelt, Haare geglättet und Fischgrätenzöpfe geflochten. Bei der Nagelgestaltung ist Malen angesagt. Mit Schwamm- und Airbrushtechnik fertigen die Maler farbenfrohe Drucke an. Die Tischler helfen beim Erstellen von Schlitz- und Zapfenverbindungen, bei den Zimmerern werden Balken verbunden. Bei den Elektronikern für Betriebs- und Gebäudetechnik werden Schaltungen aufgebaut.

Die technischen Assistenten unterweisen beim Aufbau einer Internetseite. Bei den Industriemechanikern sind Draht biegen, Arbeiten mit dem Messschieber und einfache pneumatische Schaltungen angesagt. In die Kunst des Weichlötens führen die Anlagenmechaniker ein. Aufbau, Testen und Laden einer Autobatterie müssen die Kfz-Mechatroniker beherrschen.

Die Landmaschinenmechatroniker demonstrieren die Arbeitserleichterung durch die Hydraulik. Berufskraftfahrer müssen sich mit Ladungssicherung, Luftfilter- und Reifenwechsel auskennen. Dazu muss man auch einmal unter den Lastwagen kriechen. Einmal am Steuer eines Brummis sitzen zu dürfen, ist sicher ein Erlebnis, auch wenn das Fahrzeug nur in einer Halle steht.

Einen zunehmend wichtigeren Bereich stellen die Pflegeberufe dar, ob Altenpfleger, Podologe oder Physiotherapeut. Der Therapiehund Vinka, ein Cavalier King Charles Spaniel, gehorcht seinem Frauchen Jenny aufs Wort. Er kann die Therapie an Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen unterstützen. Regens-Wagner-Zell informiert im Berufsfeld Heilerziehungspfleger über die Gebärdensprache, die für Menschen mit Hörbehinderung als Mittel der Kommunikation wichtig ist. Auch die Mimik des Sprechenden ist von besonderer Wichtigkeit. Gerade bei Mädchen begehrt ist der Beruf der Verkäuferin. Darüber informiert die Berufsschule Schwabach.

Die Mittelschüler, so berichtet Peter Maier, stehen bei der Berufswahl zu den Absolventen der anderen weiterführenden Schulen in Konkurrenz. Umso wichtiger sei eine fundierte und abgeschlossene Berufsausbildung, die den Fähigkeiten der Betreffenden gerecht wird. Dazu solle der Aktionstag neben vielen anderen Informationsangeboten einen Beitrag leisten. Vor allem Mathematik sei hinsichtlich der zunehmenden Elektromobilität von besonderer Bedeutung.

Von Manfred Klier
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