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Double Wolfgang Krebs hält Neidhammel-Laudatio auf Horst Seehofer

"Niemand verdient den Orden mehr als wir"

Nürnberg
erstellt am 19.01.2015 um 18:59 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 19:18 Uhr | x gelesen
Nürnberg (jsm) Narretei, Frohsinn, Heiterkeit, Politik, Geschichte und zwischen den Zeilen Satire und Ironie – von allem ist am Sonntag auf der „Weltbühne“ bei der Prunksitzung der Nürnberger Luftflotte des Prinzen Karneval etwas dabei. Höhepunkt der über fünfstündigen Show war die Verleihung des Ordens „Wider die Neidhammel“ an den bayerischen Ministerpräsidenten.
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Nürnberg: "Niemand verdient den Orden mehr als wir"
In die Knie geht Ministerpräsident Horst Seehofer, als das Nürnberger Kinderprinzenpaar den Orden anlegt. - Foto: Sturm
Nürnberg

Der 50. Träger des erstmals 1966 an Hans Sachs verliehenen Sonderordens der einzig fliegenden Faschingsgesellschaft Europas ist Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. Wie vor ihm schon Franz Josef Strauß, Helmut Kohl, Günther Beckstein oder sein Double, Parodist Wolfgang Krebs, wurde er mit Pauken und Trompeten in den ehrenwerten „Neid-Club“ aufgenommen. Mit stehenden Ovationen wurde der neue Würdenträger in der Frankenmetropole gefeiert.

Rund 650 Besucher jubelten, als er mit Gattin Karin und Landtagspräsidentin Barbara Stamm zu den Klängen des Defiliermarsches in den Festsaal einzog. Er sei überglücklich über den so tollen Empfang verbunden mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Luftflotte, so der CSU-Chef. Ordenskanzlerin Carolin Reiber überreichte ihm als Sprecherin der Würdenträger Hanteln, damit er „nicht nur in der Politik, sondern auch für die Narren die Muskeln spielen lassen kann“.

Der 49. Ordensträger Wolfgang Krebs, der traditionsgemäß die Laudatio auf „den Seeadler“ hielt, stichelte: „Niemand verdient den Orden mehr als wir. Wer also könnte dir besser gratulieren als Horst Seehofer selbst, wir zwei sind ja praktisch eins.“ Feixend spöttelte er weiter: „Ich war schon vor dir dran.“

Hellauf begeistert war der neue Luftflottenpräsident Jörg Philips, der sich nicht nur stolz darauf zeigte, Seehofer auf der Weltbühne in Nürnberg zu haben, sondern vom Geschehen insgesamt schwärmte. Dann war es so weit: Dem 50. Würdenträger wurde der Orden „Wider die Neidhammel“ umgehängt, die Ehrenmütze auf den Kopf gedrückt – zum lauten „Passt“ der Narrenschar – und nach der Verlesung die Urkunde übergeben. Helfen soll das dekorative Blech gegen Händel, die es ja in der Politik bekanntlich oft gibt.

„Der Orden ist für mich die größte Auszeichnung, weil Neid die größte Anerkennung ist“, erwiderte dankend der echte Horst Seehofer, ehe er Nürnbergs SPD-Oberbürgermeister Ulrich Maly ins Gespräch brachte, der sich von seinem Vize Christian Vogel vertreten ließ. Von seinem „engsten politischen Freund Markus Söder“ solle er Grüße ausrichten. Der bayerische Finanzminister aus Franken sei gerade in Altötting auf „Missionsreise“ und könne daher nicht bei der Verleihung dabei sein, verkündete Seehofer. In einem oberbayerischen Gasthaus habe er sich als „der bekannteste Franke“ vorgestellt, worauf der Wirt erwidert habe: „Alles in Ordnung, setzen sie sich Herr Maly“, erzählte Seehofer und erntete großes Gelächter.

Voll des Lobes zeigte sich der Oberbayer nicht nur über die Franken überhaupt, die, „wie die Geschichte zeigt, Bayern eingegliedert haben“, sondern auch über die Faschingshochburg Franken mit ihren vielen Facetten, um letztlich festzuhalten: „Wenn ihr ganz brav seid, wird der nächste Ministerpräsident aus Franken kommen, aber nur wenn ihr ganz brav seid.“

Die Ordensverleihung umrahmte ein buntes Programm mit Garden, Prinzenpaaren, Showtänzen und Büttenreden, durch das Präsident Jörg Philips führte. Den glänzenden Schlusspunkt setzte „Dreggsagg“ Michl Müller.

Von Josef Sturm
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