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Freystädter Stadtrat billigt Container-Unterbringung für sechs Schulklassen und eine Kindertagesstätte

Millionenschwere Übergangslösung

Freystadt
erstellt am 17.05.2018 um 18:11 Uhr
aktualisiert am 21.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Freystadt (haz) Sowohl in der Freystädter Martini-Schule als auch in einer Kindertagesstätte werden viele Kinder in den nächsten zwei bis drei Jahren in Containern unterrichtet und betreut. Jeweils gegen drei Stimmen hat der Freystädter Stadtrat diese Übergangslösungen in seiner jüngsten Sitzung gebilligt.
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Auf dem Platz der jetzigen Radhalle (rechts) werden in der Freystädter Martinischule die sechs Unterrichtscontainer aufgestellt
Auf dem Platz der jetzigen Radhalle (rechts) werden in der Freystädter Martinischule die sechs Unterrichtscontainer aufgestellt
Foto: haz
Freystadt
Während der bevorstehenden Umbau- und Erweiterungsphase an der Freystädter Martini-Schule sollen sechs Klassen in Containern untergebracht werden. Laut Bürgermeister Alexander Dorr wird die Containeranlage dreigeschossig mit einem Mittelaufgang. Derzeit laufe die Ausschreibung. Die Kosten für die Übergangslösung liegen bei 325000 Euro. Kritik kam aus dem Gremium, dass man die geschlossene Schule in Möning weiter betreiben hätte sollen, bis die Baumaßnahme in Freystadt beendet ist. So hätte man sich das Geld sparen können.

Ebenfalls eine Übergangslösung mit Containern gibt es für die zweite Kindertagesstätte in Freystadt, die diesmal mit der evangelischen Kirchengemeinde Sulzkirchen als Träger verwirklicht wird. Dorr erinnerte an die Stadtratssitzung im Februar, als bereits ein Beschluss zur Errichtung von Containern an der Appianistraße getroffen wurde, bis die Tagesstätte auf dem gegenüberliegenden Grundstück "An der Bahn" fertig ist.

Nach den im April bekanntgegebenen Kosten drängte der Stadtrat darauf, andere Optionen zu prüfen wie etwa das ehemalige Schulhaus in Forchheim, das Pfarrheim und das Schulgebäude in Möning oder das Gebäude, in dem die Volkshochschule Freystadt untergebracht ist.  Letzteres sei langfristig vermietet, sagte Dorr, und bei den Alternativen in Forchheim und Möning reiche der Platz nicht aus. Dann sei der Stadt noch das Bürogebäude der ehemaligen Firma Michelin im Gewerbegebiet Rettelloh mit 650 Quadratmetern auf zwei Etagen angeboten worden. "Wir haben das Gebäude mit dem Träger und der Kita-Leitung besichtigt und dann die Containerlösung weiterverfolgt", berichtete Dorr und legte dazu Zahlen vor.

Die Containermiete für zwei Jahre koste 566000 Euro zuzüglich 188000 Euro für Außenanlagen und Parkplätze, 88 000 Euro für Mobiliar sowie 110000 Euro Nebenkosten. Für die Miete und den anschließenden Rückbau des Michelin-Gebäudes fielen 521000 Euro plus Außenanlagen, Mobiliar und Nebenkosten an. So komme man bei den Containern auf eine Summe von 952000 Euro und beim Bürogebäude auf 907 000 Euro - für einen Zeitraum von zwei Jahren. Für jeden weiteren Monat danach kostet die Miete 15000 Euro für die Container und 7000 Euro für das Bürogebäude.

Finanziell gesehen wäre so das Michelin-Gebäude durchaus interessant. Die Container könnten aber sicher Anfang September bezogen werden, während beim Bürogebäude zunächst erst einmal die Zustimmung der Konzernleitung in Holland eingeholt werden müsse. Klar ist jedoch laut Dorr, dass die Umbauplanungen und der Umbau nicht bis zum September bewerkstelligt werden können, zumal vorab auch noch eine Nutzungsänderung mit Brandschutznachweis eingeholt werden müsste.  

Pfarrer Tobias Schäfer erklärte, er habe die Zustimmung des Kirchenvorstandes zur Containerlösung. Sollte der Stadtrat anders entscheiden, müsse die Angelegenheit erneut besprochen werden. Als Träger der neuen Kindertagesstätte habe man sich auch andere Übergangslösungen vorstellen können. Denn man habe schon geahnt, dass es mit den Containern auf der anderen Straßenseite teuer wird. Doch die Alternativen seien unzumutbar wegen längerer Wege oder baulich ungünstige Zustände. Weil für Personal, Kinder und Eltern Anfang September alles neu sein wird, dürfe eine gute Atmosphäre nicht fehlen, damit sich die Kinder gut eingewöhnen.

Dorr fasste zusammen: "Ziel ist es, ab September ausreichend Betreuungsplätze zu schaffen". Mehrheitlich äußerte das Gremium jedoch die Meinung, man habe sich für die Schaffung von neuen Betreuungsplätzen zu viel Zeit gelassen und brauche nun kurzfristig Notlösungen. Es bleibe keine Wahl, als der Containerlösung zuzustimmen, was drei Räte dennoch nicht taten.

Nachgefragt wurde, was denn nun sei, wenn ein Nachbar gegen den Neubau der Kindertagesstätte auf dem Spielplatzgrundstück Widerstand leiste. Dorr will nun das Baurecht nochmals prüfen lassen.

Anschließend stand noch zur Debatte, ob die Vergabe für die Architektenleistung über einen Planerwettbewerb oder ein VgV-Verfahren erfolgen soll. Bei einem Planerwettbewerb werden verschiedene Architekten eingeladen, Vorschläge samt Modelle einzureichen, was ein Teil der Stadtratsmitglieder gerne gesehen hätte. Weil dieses Procedere jedoch mindestens drei Monate dauert, entschied man sich für das VgV-Verfahren, das sofort eingeleitet werden kann.

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