Sonntag, 22. Juli 2018
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Konzept des Arbeitskreises Tourismus trifft auf große Zustimmung - Pläne für Niedrigseilgarten und Burg-Spielplatz

Mehrere kleine Attraktionen für den Schlossberg

Heideck
erstellt am 12.07.2018 um 15:57 Uhr
aktualisiert am 16.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Heideck (HK) Der Arbeitskreis (AK) Tourismus, in dem auch die Schlossberger Bürger vertreten sind, hatte in vielen der Sitzungen den Schlossberg und seine Nutzung für die Naherholung zum Thema. Man denke nicht an sehr teure Attraktionen wie einen Aussichtsturm, die Unmengen von Leuten zu diesem Berg locken, informierte der stellvertretende Bürgermeister Dieter Knedlik.
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Die vom Forstbetrieb freigehaltene Schneise macht es möglich: Blick vom westlichen Schlossberg auf den Brombachsee.
Die vom Forstbetrieb freigehaltene Schneise macht es möglich: Blick vom westlichen Schlossberg auf den Brombachsee.
Schultheiß
Heideck
Es gebe dort ja weder Gastronomie noch die passenden Verkehrswege. Wie man den Berg mit mehreren, kleineren Attraktionen ausstatten kann, stellte er anhand von Lichtbildern vor. Geschehen sei auch schon einiges. So halten die Bayerischen Staatsforsten nicht nur die schon länger bestehende Sichtschneise nach Westen zum Brombachsee frei, sondern haben weitere Schneisen mit Blicken nach Heideck und ins Thalachtal freigeschnitten, und beim "Heideck-Blick" eine massive Sitzgarnitur aufgestellt. Der Forstbetrieb Allersberg wird im nächsten Jahr am Schlossberg im Staatswald einige Elemente eines Walderlebnispfads aufstellen und zwar neben dem Weg vom einstigen Parkplatz bis zum Brombachseeblick.

Der AK Tourismus möchte die Naturschutzverbände gewinnen, einige weitere Stationen zu gestalten, so Knedlik. Der alte Spielplatz, einst nach einer Aufforstung sonnenbeschienen, liege großteils im Schatten und sei stark vernässt. Daher möchte der AK stattdessen die Fläche am Brombachsee-Blick nutzen für einen Spielplatz unter dem Motto "Burg", da hier der Burgenweg sowie der Schlossberg-Rundweg vorbeiführt. Hierfür habe man Kosten in Höhe von etwa 30000 Euro ermittelt. Für den trockeneren Bereich des alten Spielplatzes wäre ein Niedrigseilgarten zum Balancieren oder Klettern geeignet, mit Holz, Netzen und Seilen. Hier sei außer Rindenmulch-Streu wegen der geringen Fallhöhe kein weiterer Schutz nötig. Burg-Spielplatz und Niedrigseilgarten zusammen kosten mit der Planung etwa 100 000 Euro. Der AK habe hierfür bereits eine mögliche EU-Förderung durch LEADER angefragt. Da dies kein Dorfspielplatz sei, könne solch ein Projekt wohl als Aufwertung des LEADER-Projekts Erschließung der Heidecker Burgen und Burgenweg mit 60 Prozent der Nettokosten gefördert werden. Bevor der AK Tourismus weiter plant, möge der Stadtrat entscheiden, ob es bei den vier Stationen des Forsts bleiben soll, oder ob nur der Spielplatz beziehungsweise ein Paket aus Burg-Spielplatz und Niedrigseilgarten geschaffen werden soll.

Einmütig lobten die Stadträte die Arbeit des AK Tourismus. Ralf Beyer erinnerte, dass die Stadt vor rund 50 Jahren am Schlossberg Wanderwege, den großen Spielplatz und andere Attraktionen eingerichtet hatte. Da könnte schon mal wieder etwas getan werden. Reinhard Spörl, zusammen mit Eva Schultheiß Betreuer des Burgenwegs, freute sich über die Aufwertung durch die Stationen des Forstbetriebs und auch, dass ein Burg-Spielplatz entstehen könnte. Er befürworte das Gesamtkonzept. Helga Peter gefiel das Ziel "sanfter Tourismus". Der Niedrigseilgarten wäre gut geeignet für den Schlossberg. Auch sie befürwortete das Konzept. Das einzige Negative sei, dass man aufgrund des schlechten Wegs nicht hinauffahren kann. "Was machen Leute, die nicht hinauflaufen können?" Der Weg vom Schotterparkplatz 30 Höhenmeter unterhalb sei wirklich sehr schlecht, gab der Bürgermeister zu. Aber den richtig auszubauen, das sei nicht zu leisten, "da sind Niedrigseiligarten und Spielplatz Peanuts dagegen". Auch oben wird es nicht barrierefrei sein.

Julia Kispert (CSU) bedankte sich beim AK für die viele Arbeit. Auch sie befürwortete das Ganze. Aber mit Kinderwagen sollte man hinauffahren können. Zwei gute Vorschläge hierzu kamen in der anschließenden Bürgerfragestunde nach der Sitzung. Die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Inge Brandl-Herrmann, regte zwei weitere Bänke zum Ausruhen an und Franz Meier, Wegepate des Schlossberg-Rundwegs, schlug vor, auf dem breiten Weg eine schmale, kinderwagentaugliche Spur zu richten. Rudolf Schmidler lobte das stimmige Gesamtkonzept und die Einbindung in den Burgenweg. Nicht nur Manfred Ortner ist die Meinung der Schlossberger Bürger wichtig. Ortssprecher Albert Strobl meinte, das sei ein Super-Projekt, regte aber an, das erst zu bewerben, wenn alles fertig gestellt ist.

Leider könne man am Schlossberg nirgends einkehren, bedauerte Stilla Baumann (CSU). Spörl machte auf die neuen Informationstafeln auch in den Ortsteilen aufmerksam, auf denen Gäste sich über die Einkehrmöglichkeiten kundig machen können. Grundsätzlich stufte Reinhard Siegert das Projekt als gut ein, allerdings möge man noch etwas warten. Es gebe beispielsweise auch viele desolate Straßen. Nach dem teuren Freibad sollte man nicht schon gleich wieder in den Tourismus investieren.

Der Bürgermeister fasste zusammen, dass die Maßnahme als LEADER-Projekt weitergeplant werden könne. Dafür benötige man dann einen Stadtratsbeschluss über genauere Kosten. Dieter Knedlik informeirte auch noch, dass sieben Infotafeln die Stadt weniger als 800 Euro kosteten, da auch sie im AK erarbeitet wurden.
 

Aus der Sitzung


Gewerbegebiet Kohlbuck-Erweiterung: Schon länger fehlen hier Gewerbegrundstücke. Nun wurde das reine Gewerbegebiet "Am Kohlbuck-Erweiterung" auf den Weg gebracht. Es liegt nördlich des bestehenden Gewerbegebiets "Am Kohlbuck" und ist etwa 23 Hektar groß. Im Norden und Westen wird es durch bestehenden Forstwege begrenzt und im Osten durch die Gemarkungsgrenze. Der Stadtrat beschloss die Aufstellung des Bebauungsplans und die Änderung des Flächennutzungsplans in diesem Bereich.

 
Eva Schultheiß
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