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Car-Sharing nur mit Werbung auf den Autos finanzierbar - Marktrat entscheidet später

Mehr Mobilität nicht ohne Schattenseiten

Thalmässing
erstellt am 13.06.2018 um 17:55 Uhr
aktualisiert am 16.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Thalmässing (al) Ein kleines Elektroauto, das man sich stundenweise oder für bis zu drei Tage ausleihen kann, oder ein Neunsitzer, der Jugendgruppen von Vereinen oder Senioren an ihren Zielort transportiert - und das alles unkompliziert online und mit Handy zu buchen, mit einem geradezu Rundum-Sorglos-Paket versehen und dazu noch mit einer absolut günstigen Miete: Die Vision, die Karl-Heinz Kaiser, Geschäftsführer der Firma Mikar, vor den Augen der Marktratsmitglieder in der Sitzung am Dienstagabend entstehen ließ, klang verführerisch.
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Derzeit rühren dessen Mitarbeiter bei Kommunen die Werbetrommel für ihr Car-Sharing-Modell, das speziell auf den ländlichen Raum zugeschnitten ist. Damit sich dieses System rechnet - ein Elektroauto kostet pro Stunde 3,90 Euro, pro Tag 24,90 Euro, ein Neunsitzer 4,90 Euro beziehungsweise 39,90 Euro - ist die Firma auf die "wohlwollende Kooperation der Gemeinde" angewiesen. Denn die Miete deckt nur etwa ein Drittel der Kosten, die restlichen zwei Drittel sollen über die Werbung örtlicher Firmen auf den Fahrzeugen erwirtschaftet werden. Dass dieses Konzept in anderen Kommunen bereits funktioniert, belegte Kaiser mit verschiedenen Referenzen.

Die Firma verspricht einen 24-Stunden-Service. Sie sieht sich auch nicht als Konkurrent bestehender Systeme oder des ÖPNV. Laut Heinz Müller (CSU), dem Vorsitzenden des Gewerbevereins, empfindet der örtliche Busunternehmer dieses Angebot "nicht als Riesenkonkurrenz". Er könne aber für diesen Preis seinen Neunsitzer nicht anbieten. Michael Kreichauf (CSU) könnte sich das Elektroauto im Car-Sharing-System vorstellen, aber nicht den Neunsitzer, weil der schon von einem örtlichen Unternehmer angeboten werde.

Zudem hat Kreichauf als Unternehmer die Erfahrung gemacht, dass man sich verpflichtet fühle, sich hier mit Werbung zu beteiligen, wenn ein Wohlfahrtsträger oder eine Kommune involviert seien. Die Vermietung eines Elektroautos könne aber dazu beitragen, dass die Bevölkerung auf die Elektromobilität umsteigt. "Da ist die öffentliche Hand in der Pflicht, das zu forcieren", unterstrich er. Für Peter Hauke (TL) ist der Neunsitzer "sehr interessant", doch sieht er es kritisch, dass die Realisierung des Projekts die Werbung von 25 Unternehmen erfordert. Gegen zwei Stimmen beschloss der Marktgemeinderat, dass die Verwaltung das Angebot prüfen soll. In einer der nächsten Sitzungen soll dann endgültig entschieden werden, ob sich die Kommune auf dieses Projekt einlässt.
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