Donnerstag, 13. Dezember 2018
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Arena stößt regelmäßig an Kapazitätsgrenzen - Brachfläche bei der Bundesagentur als möglicher Standort

Max Bögl will neue Eishalle in Nürnberg bauen

Nürnberg
erstellt am 06.08.2018 um 13:35 Uhr
aktualisiert am 10.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Nürnberg (HK) Über den Bau einer neuen Eishalle für den Amateursport in Nürnberg denkt Max Bögl derzeit lautstark nach. Mit der Arena betreibt das Bauunternehmen aus Sengenthal bei Neumarkt bereits eine Multifunktionsarena in Nürnberg, in der die Eishockeystars der Ice Tigers auf Torejagd gehen.
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Bis zu 8000 Zuschauer kann die Arena bei den Spielen der Ice Tigers fassen, bei KOnzerten passen sogar 11000 rein.
Bis zu 8000 Zuschauer kann die Arena bei den Spielen der Ice Tigers fassen, bei KOnzerten passen sogar 11000 rein.
Foto: Arena
Nürnberg
Bei Eis denken im Sommer die meisten an Erdbeere oder Schokolade. In der Nürnberger Arena bedeutet das gleiche Stichwort hohe Auslastung und große Nachfrage. "Wir können die hohe Nachfrage nach Eiszeiten im Winter nicht mehr bedienen," sagt Jürgen Fottner, Geschäftsführer der "Arena Nürnberger Versicherung", und verweist auf das gestiegene Verlangen nach Eiszeiten insbesondere von Vereinen und Schulen.

Auch beim öffentlichen Eislaufen würde die Arena bereits an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Sogar eine "Senioren-Eislaufgruppe" dreht in der Nürnberger Arena regelmäßig ihre Runden. Zusätzlich müssen in die Eishockeycracks für die Spitzenliga in der Arena trainieren.

Deshalb denkt Fottner schon jetzt im Sommer laut darüber nach, eine neue Eishalle für den Amateursport ohne Zuschauertribünen in Angriff nehmen zu wollen. Als Standort hat er eine Brachfläche beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) ins Auge gefasst. Das Grundstück in Nürnbergs Süden liegt am Stadtring und ist für Autofahrer gut zu erreichen. Haltestellen von U- und Straßenbahn befinden sich ebenfalls in der unmittelbaren Umgebung. Mit der Stadt sollen erste Gespräche über das Vorhaben laufen. Der für Schule und Sport zuständige Bürgermeister, Klemens Gsell (CSU), hat sich bereits positiv zu den Plänen geäußert.

Die "Arena Nürnberger Versicherung" gehört zur Firmengruppe Max Bögl aus Sengenthal bei Neumarkt. Das bekannte Bauunternehmen aus der Oberpfalz hat die Nürnberger Multifunktionsarena im Jahr 2001 nach rund eineinhalbjähriger Bauzeit schlüsselfertig errichtet. Prunkstück der Arena für bis zu 11.000 Zuschauer ist das filigrane Stadiondach. In der Deckenmitte des 16 Meter hohen Hallenkonstruktion liefert ein drei mal vier Meter großer Multimediawürfel für die Eishockeyfans spektakuläre Videoaufnahmen. Neben der Haupthalle gibt es zwei Nebenhallen, die im Winter ebenfalls in Eisflächen verwandelt werden können.

Die Gesamtnutzfläche von über 30000 Quadratmeter bietet auch Platz für ein Foyer mit Kiosken und einem Restaurant. Pünktlich zum Start ins neue Jahrtausend wurde die rund 23 Millionen Euro teure Arena eröffnet. Beim Bau der Arena hat Max Bögl auf "Hightech made in der Oberpfalz" gesetzt. Alle Funktionsbereiche der Sport- und Erlebnisstätte seien laut Firmenangaben in Massivbauweise mit Stahlbeton und Mauerwerk erstellt worden. Zu den konstruktiven Schmankerln der Arena zählen die bis zu 25 Meter langen und 34 Tonnen schweren Hauptstützen aus hochwertigem Sichtbeton. Rund zehn Jahre nach der Fertigstellung hat die Multifunktionshalle für rund 2,5 Millionen Euro eine Frischzellenkur erhalten.

Mit dem Bau und dem Betrieb der modernen Arena, in der neben Weltklasse-Eishockey auch Profi-Handball und Spitzen-Musik regelmäßig zu erleben ist, kann die Firmengruppe aus Sengenthal auf ein erfolgreiches Referenzobjekt im sowieso schon umfangreichen Unternehmensportfolio für das lukrative "Betreibermodell" verweisen. Im Klartext lautet die Botschaft: Max Bögl kann nicht nur Stadien bauen, Max Bögl kann ebenso Hallen erfolgreich betreiben. Ein derartiges Betreibermodell ist immer auch mal wieder beim gegenüberliegenden Frankenstadion im Gespräch gewesen.

Nürnberg scheint generell noch eine Eishalle gebrauchen zu können. Sportbürgermeister Klemens Gsell (CSU) hat auf den starken Eissportnachwuchs in der Stadt in diesem Zusammenhang kürzlich verwiesen. Durch den Erfolg der Ice Tigers, die zum dritten Mal in Folge das Playoff-Halbfinale in der vergangenen Saison erreicht haben, boomt die spektakuläre Sportart mit Schläger und Puck offensichtlich in Nürnberg. Für die Entscheidungsträger im Rathaus sind das alles wohl genügend gute Gründe, um die Pläne des Unternehmens aus der Oberpfalz zum Bau einer neuen Eishalle speziell für den Amateur- und Nachwuchssport zu unterstützen. Außerdem zeigt ein Blick auf die Karte, dass in Franken generell weniger Eishallen als im Süden des Freistaates existieren. Neben Nürnberg gibt es in Mittelfranken nur noch in Höchstadt an der Aisch ein weiteres Eisstadion.

Jürgen Fottner drückt derweil auf die Euphoriebremse. Über den Neubau sei nicht abschließend entschieden worden. "Wir sind erst in einer Machbarkeitsstudie", sagt Fottner und erklärt, dass auch die Grundstücksfrage noch nicht abschließend geklärt sei. Dass die Stadt mit der Firmengruppe Max Bögl bereits konkrete Gespräche führt, dürften viele Eislauf- und Eishockeyfans als erfrischend positives Sommersignal verstehen.
 
Nikolas Pelke
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