Mittwoch, 14. November 2018
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Der Fastrac-Traktor ist mit vielen PS und noch mehr Komfort auf dem Feld unterwegs

Kräftig im Acker, schnell auf der Straße

Kraftsbuch
erstellt am 07.11.2018 um 18:01 Uhr
aktualisiert am 11.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Kraftsbuch/Hagenich (HK) "Er hat einen Fahrkomfort wie ein Lastwagen", sagt Wolfgang Bernreuther, über den Fastrac JCB 8290, mit dem er an diesem Tag einen Acker bei Kraftsbuch pflügt. Denn das Fahrzeug ist voll gefedert und mit 60 km/h auf der Straße unterwegs.
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300 PS hat der Bulldog, "mit 200 könnten wir aber genauso fahren", sagt Bernreuther, der die Landmaschine im Auftrag von Besitzer Reinhold Stellwag aus Hagenich lenkt. Mit einem 5-Schar Pflug bearbeitet er das Feld von Landwirt Thomas Schmidt aus Kraftsbuch. Das ist heuer kein Problem und es liegt nicht nur am Traktor: "In diesem Jahr sind die Verhältnisse beim Ackern wie im Frühjahr, wenn es kaum regnet. Es gibt eine zur Bodenbearbeitung passende Bodenfeuchte, so angenehm ist es im Herbst selten", sagt Thomas Schmidt, während Bernreuther seine Runden dreht. Etwa 13 Hektar sind es insgesamt, zwei schafft er in einer Stunde.

Was einfach aussieht, braucht Vorbereitung. Denn mit einem alten Traktor hat der Fastrac wenig gemeinsam. "Vor 20 bis 25 Jahren konnte man jeden Bulldog fahren, egal welche Marke", sagt Schmidt. Die Konstruktionen waren leicht zu überblicken und die Elektronik mit einem Auto zu vergleichen. "Wenn ich den fahren will, dann kann es sein, dass ich da fünf bis zehn Minuten oben hocke und keinen Meter weiterkomme, weil ich nicht weiß, wie es geht." Bei aller technischen Raffinesse ist der Traktor dennoch "immer nur die halbe Investition", ergänzt Schmidt. "Selbst der beste Bulldog ist allein gar nichts wert", man brauche vorne oder hinten ein Arbeitsgerät, "zum Spazierenfahren ist er zu groß und zu teuer." Deshalb zieht Bernreuther heute auch einen Pflug über das Feld, dessen hydraulische Einstellungen - etwa die Arbeitsbreite - sich von oben ändern lassen. Früher hätte man dafür vom Traktor absteigen müssen, "das war zu umständlich, das hat man dann nicht gemacht".

Aber man müsse eben eine Menge über die Arbeitsmaschine wissen: "Ohne Einweisung ist es schwierig, den Bulldog zu fahren", sagt der 23-Jährige, "du musst über das Touchdisplay einiges bestätigen, wenn du in einen anderen Fahrmodus reinwillst." Außerdem hat man Zugriff auf Zapfwelle, Allrad und Hektarzählerausschnitte und eben den Fahrmodus. Denn dieser unterscheidet sich, je nachdem, wo man unterwegs ist. "Im Acker brauchst du die Kraft, auf der Straße die Geschwindigkeit."
Egal wie uneben das Feld ist, der Fahrer bekommt davon im Fastrac wenig mit ? der Traktor ist vollgefedert. Wolfgang Bernreuther (rechts) pflügt mit der Maschine den Acker von Thomas Schmidt.
Egal wie uneben das Feld ist, der Fahrer bekommt davon im Fastrac wenig mit - der Traktor ist vollgefedert. Wolfgang Bernreuther (rechts) pflügt mit der Maschine den Acker von Thomas Schmidt.
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Letztere hat der Fastrac, wie der Name auch schon sagt, zu bieten. "Dieser hier läuft 60km/h auf der Straße, es gibt aber auch Fastrac, die bis zu 80 km/h zugelassen sind, mit denen kannst du dann auch auf die Autobahn", erklärt der Hagenicher. Das sei auch ein Grund, dafür, warum man sich für ein Modell dieser Marke entschieden habe. "Hauptsächlich machen wir mit diesem Fahrzeug Transportarbeiten", sagt der gelernte Metzger, der Traktor werde für das Silieren eingeplant oder fährt beim Dreschen in der Erntekette mit. "Es gab vorher schon mal einen Fastrac auf dem Betrieb, der wurde dann wieder verkauft und die Arbeiten mit konventionellen erledigt", sagt Bernreuther, aber von den Transporteigenschaften war man dann nicht begeistert. Also kam wieder ein Fastrac auf den Hof und dieses Modell hat "die optimale Größe für den Betrieb und die Arbeiten, die wir machen".

Ein weiteres wichtiges Argument ist der Komfort, den man, nach einer Einweisung, zu schätzen weiß: Der Landwirt muss nicht mehr selbst schalten, verschiedene Geschwindigkeiten lassen sich automatisch abrufen, "und man kann eigentlich alles, was der Bulldog kann, mit einer Hand bedienen, das ist schon gut, wenn man lange Tage hat", sagt Bernreuther. Wenn man in der Früh mit Silieren anfange und abends gegen vier oder fünf Uhr fertig sei, "dann hast du einen angenehmen Arbeitstag gehabt". Denn dieser dauere bei einem Landwirt ja oft länger als acht Stunden, "weil ich danach noch in den Stall gehe, oder eine Maschine für den nächsten Tag herrichten muss". Da sei der Fahrkomfort dann ausschlaggebend, "wie du am Ende körperlich beieinander bist".

Denn wo früher eine Sitz aus Blech war, ist heute ein luftgefederter angebracht. Die klimatisierte Kabine ist abgefedert, "das war früher bei Schleppern nicht üblich", sagt Schmidt. Die Standardschlepper seien normalerweise hinten mit deutlich größeren Rädern als vorne ausgestattet, "bei denen dann meistens nur die Vorderachse geferdert ist", fährt Schmidt fort, das ist in diesem Fall anders, der Fastrac ist vollgefedert.

3,38 Meter ist der Bulldog hoch, 5,65 Meter lang, und damit aber nur kaum länger als ein SUV. Da der Fastrac etwa elf Tonnen wiegt, darf er auf der Straße maximal ein Gespann mit einem Gewicht von 29 Tonnen ziehen. Währenddessen klettert Bernreuther wieder in seine Kabine - es liegen noch ein paar Hektar vor ihm.
Tina Steimle
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