Donnerstag, 13. Dezember 2018
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Für die Gräber gibt es nun eine Gebührenordnung - Öffentlicher Nahverkehr wird teuer für Greding

Letzte Ruhe unter Bäumen

Greding
erstellt am 12.10.2018 um 18:22 Uhr
aktualisiert am 17.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Greding (HK) Es ist eine Bestattungsform, die von immer mehr Bürgern gewünscht wird: Auf dem Bergfriedhof in Greding sind in Zukunft Baumbestattungen möglich. Hierfür haben die Mitglieder des Stadtrats einstimmig eine neue Gebührensatzung beschlossen. Für Stirnrunzeln sorgten dagegen die Kosten, die die Stadt bald für den öffentlichen Nahverkehr stemmen muss.
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Im hinteren Teil des Bergfriedhofs II sind künftig Baumbestattungen möglich. Damit trägt die Stadt dem Wunsch der Bürger nach dieser Bestattungsform Rechnung.
Im hinteren Teil des Bergfriedhofs II sind künftig Baumbestattungen möglich. Damit trägt die Stadt dem Wunsch der Bürger nach dieser Bestattungsform Rechnung.
Steimle
Greding
Urnenbestattungen gibt es schon seit einiger Zeit, mit einer Stele hat man in Greding dieser Entwicklung bereits Rechnung getragen. Künftig können die sterblichen Überreste des Verstorbenen auch in einem Baumgrab bestattet werden. Dafür hatte der Bauausschuss schon im August 2017 grünes Licht erteilt, nun stimmte der Stadtrat über die Änderung der Satzung der Friedhofsgebühren ab.

Ebenso wie die bisher übliche Urnenbestattung wird die Beisetzung unter Bäumen im hinteren Teil des Friedhofs 400 Euro kosten. Auch die Gebühren für die Nutzung des Leichenhauses ändern sich: Wenn eine Kühlung benötigt wurde, waren 250 Euro fällig, ohne 180 Euro, eine zeitliche Beschränkung gab es nicht. Nun wird ab dem vierten Tag jeder weitere Tag mit 125 Euro (mit Kühlung 90 Euro) abgerechnet.

Für mehr Diskussion sorgte die Information über die Vergabe des Linienbündels Süd des öffentlichen Nahverkehrs, die Bürgermeister Manfred Preischl gab. Die Ausschreibung endet 2018. Hintergrund ist, dass in ländlichen Gebieten der Landkreis und die Kommunen Schwierigkeiten haben, Unternehmen zu finden, die die Linien eigenwirtschaftlich betreiben. Wenn die Konzessionen enden, bemühen sich die Unternehmen nicht mehr um eine Verlängerung. Sollen aber gewisse Linien weiterhin bedient werden, müssen Landkreis und Kommunen in die Bresche springen und bezahlen. "Wir haben im vergangenen Jahr beschlossen, dass wir den ÖPNV so beibehalten wollen, wie er derzeit ist", sagte Preischl, das Landratsamt habe das Linienbündel ausgeschrieben und kein eigenwirtschaftliches Angebot erhalten. Also habe man es öffentlich ausgeschrieben und das günstigste Angebot habe das Busunternehmen Rombs aus Weißenburg abgegeben. "An den Linien ändert sich im Wesentlichen wenig, das Busunternehmen Rombs will mit Elko zusammenarbeiten." 80000 Euro würden so in Zukunft pro Jahr für Greding anfallen, die andere Hälfte übernehme der Landkreis.

Man wolle die Kosten für die nächste Haushaltsplanung berücksichtigen, erklärte der Rathauschef, "ob sie so eintreten kann das Landratsamt noch nicht sagen", denn die Prognosen basierten auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre. Jetzt wolle er nur das Gremium in Kenntnis setzen, es gehe nicht um einen Beschluss. Klar sei: "Je mehr mitfahren, desto günstiger wird es."

Markus Schneider (SPD) überlegte, ob man die Attraktivität der Linie nicht steigern könne. "Bisher endet sie in Mettendorf; wenn man sie in Richtung Kinding zum Bahnhof weiterführt, fahren mehr Leute mit und man muss weniger zahlen." Preischl antwortete, dass es diese Linie schon einmal gegeben habe. Erfolg hatte sie nicht. Jedoch: "Wir können gern darüber nachdenken."

Sich Gedanken machen möchte auch Hermann Kratzer (FW). "Seither haben wir nichts dazugezahlt, jetzt sind es 80000 Euro." Was in der Stadt gut funktioniere, funktioniere auf dem Land nicht so gut. Der Rufbus, eine Geste des guten Willens der öffentlichen Hand, werde ebenfalls nicht allzu gut angenommen. Es sei dazu nicht im Sinne des Umweltgedankens, "Geisterbusse durch die Gegend zu schicken". In neun Jahren verschleudere man 1,44 Millionen Euro, rechnete er vor; das Geld, das der Landkreis für den Nahverkehr beisteuere, komme ja letztlich auch von den Kommunen. Wenn auf einer Linie 1,25 Personen mitführen, müsse man sich fragen, "ob wir die nicht auch anders transportieren können".

Die 80000 Euro seien schon "eine Überraschung" sagte Josef Dinter (CSU) da man ja abgestimmt habe und gedacht habe "es wird schon laufen". Nun bekomme man die Rechnung präsentiert und könne nichts mehr unternehmen. Man müsse sich genauer mit den Linien befassen, um zu sehen, wie viele Leute tatsächlich mitfahren.

"Die Zielsetzung war heute, dass das Bewusstsein geschärft wird", sagte Preischl, die angeregte Diskussion zeige, dass das geglückt sei.

Tina Steimle
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