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Mario Engelhardt kandidiert für die Grünen bei der Bezirkstagswahl - Über ehrenamtliche Arbeit zur Politik

Einsatz für Menschlichkeit und Miteinander

Schwanstetten
erstellt am 13.09.2018 um 17:10 Uhr
aktualisiert am 17.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Schwanstetten (tsl) "Ich habe mich bewusst für die Bezirkstagswahl aufstellen lassen, weil es ein Ehrenamt ist.
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Neben grünen Themen will Mario Engelhardt im Bezirkstag auch die Transparenz pflegen.
Neben grünen Themen will Mario Engelhardt im Bezirkstag auch die Transparenz pflegen.
Steimle
Schwanstetten
" Dieser Satz kommt nicht von ungefähr: Gesellschaftliches Engagement spielt eine große Rolle in Mario Engelhardts Leben und gab auch den Anstoß, politisch für die Grünen Partei zu ergreifen.

Es war zwar "nur" ein Teilerfolg, aber eine Initialzündung für den 51-Jährigen: Engelhardt, Listenplatz sechs, war 2009 Elternbeiratsvorsitzender, als es im Marktgemeinderat seines Heimatortes um die Bildung der Mittelschulverbünde ging. "Schwanstetten hatte die Möglichkeit, eine Umsprengelung zu beantragen", erinnert er sich, das Gremium entschied sich aber, alles so zu lassen wie es war, ohne auch nur mit dem Elternbeirat zu reden. Zur nächsten Sitzung erschienen dann 60 Eltern, der Marktrat war daraufhin bereit, das Thema erneut auf die Tagesordnung zu setzen und beschloss, doch einen Antrag zu stellen. Die Sache ging bis nach München, die Schüler mussten weiter nach Rednitzhembach, "aber ich habe gemerkt, ich muss mich politisch engagieren". Da Engelhardt sich mit Wolfgang Scharpf von den Grünen besonders gut verstand, wurde er Mitglied der Partei und kandidierte 2013 für den Marktrat.

Doch das war nicht der einzige Grund, warum sich der gelernte Stahlbauschlosser im Fahrzeugbau, für die Grünen entschieden hat. Neben den "urgrünen" Themen stehen im Hinblick auf den Bezirkstag für den Schwanstettener mehr Transparenz, Gerechtigkeit und ein verantwortungsbewussterer Umgang mit den finanziellen Mitteln im Fokus. "Die Bezirksklinik ist ein ganz wichtiger Punkt", sagt er und meint die anhaltende Kritik am Vorstand Helmut Nawratil, dem unter anderem ein fragwürdiger Umgang mit Mitarbeitern und schlechtes Management bei Bauvorhaben vorgeworfen werden. "Die Mauschelei muss ein Ende haben und wieder das Personal und die Patienten im Vordergrund stehen", ärgert sich Engelhardt.

Transparenz ist auch das Thema eines weiteren Anliegens. Engelhardt macht sich für ein Ratsinformationssystem stark, wie es schon eins in Schwanstetten gibt. Alle sollten sich informieren können, "wer was gesagt hat", vielleicht würde das auch zu mehr Ruhe, Sachlichkeit und Zielorientierung führen, findet Engelhardt, der die Sitzungen des Bezirkstag schon oft live mitverfolgt hat.

Sollte er bald selbst dort sitzen, dann möchte er der "Selbstbedienung bei den Kreisen über die Bezirksumlage" entgegentreten. "Normalerweise wird das an die Schwächeren weitergegeben, also die Kommunen. " Dass der Landkreis Roth das zuletzt nicht getan habe, sei bemerkenswert. "Wenn ich mir dann anschaue, was im Bezirk mit dem Geld passiert, da schiebt man zum Beispiel 20 Millionen Euro für Bauplanungen vor sich her. " Baumaßnahmen sollten daher besser geplant werden, "dann binde ich nicht so viel Kapital im Bezirkshaushalt, das ich für nichts anderes verwenden kann. "

Um Geld geht es auch in der Frage der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. "Sie brauchen Unterstützung, keine Frage. Es geht nicht darum, dass man nicht bereit ist, für diese Menschen Geld auszugeben", sagt Engelhardt, der selbst eine Wohnung an zwei Flüchtlinge vermietet hat, "denn es ist wichtig, dass sie eine Chance bekommen. " Es sollte aber derjenige zahlen, der dafür zuständig ist. Hintergrund ist, dass der Freistaat vom Bezirk die Kostenübernahme fordert. Denn für unter 18-Jährige zahlt noch der Freistaat. Werden sie aber volljährig und sind weiterhin auf Hilfe angewiesen, müssen die Bezirke für die Kosten aufkommen. So halte man acht Millionen als Sicherheit im Haushalt vor, falls der Bezirk zahlen muss. "Ich finde, das ist eine falsche Finanzpolitik. Da muss man sich mehr dagegen wehren. "

Angesichts der Geschehnisse in Chemnitz kritisiert Engelhardt die CSU als Regierungspartei. "Was sie im Vorfeld abgeliefert haben ist unsäglich und widerspricht meinen Grundsätzen von Politik. " Man wolle die AfD schwächen, erreiche aber das Gegenteil, "denn man gibt ihnen Recht und stärkt sie". Die Grünen, stehen laut Engelhardt für eine andere Politik, "für Menschlichkeit, für ein Miteinander".

Wenn man auf anderen Gebieten nichts vorweisen könne, "dann brauche ich ein Thema, mit dem ich Stimmung machen kann", sagt Engelhardt im Hinblick auf die Diskussion um die Flüchtlinge. So seien einige Schulen in einem desolaten Zustand, Lehrer fehlten, die Luft in den Städten sei schlecht. "Wer regiert denn seit 70 Jahren? " Es gebe viele Probleme, die "wir angehen und lösen könnten, aber das geht nur, wenn wir einen Wechsel in der Regierung herbeiführen können. " Für die Grünen stehen die Chancen gut im Freistaat, das zeigt der Blick auf die Umfragen zur Landtagswahl. "Und ich hoffe, dass ich den Sprung in den Bezirkstag schaffe", sagt Engelhardt, "es ist mir ein echtes Anliegen. "
 

ZUR PERSON

Zur Welt gekommen ist Mario Engelhardt in Nürnberg, lebt aber  seit   16 Jahren  mit seiner Frau und zwei Söhnen in Schwanstatten,  sitzt seit 2014 im Marktrat. Mit dem Fraktionskollegen Wolfgang Scharpf trieb Engelhardt das Dorfladen-Projekt voran. Hier hat der 51-Jährige drei Jahre lang als ehrenamtlicher Geschäftsführer und Gesellschafter der Unternehmergesellschaft gewirkt. Das war aber nicht das einzige Spielfeld: Bis vor eineinhalb Jahren führte Engelhardt den FV Wendelstein als Vorsitzender und stellte den finanziell angeschlagenen Verein wieder auf gesunde Füße. Außerdem engagierte er sich im Helferkreis für die Flüchtlinge. Gemeinsam mit einer Elternbeiratskollegin gründete Engelhardt den nicht eingetragenen Verein „Unser Schwanstetten“ und später den Grundschulförderverein „Bunte Mitte“, den er seit drei Jahren als Vorsitzender leitet.  
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