Freitag, 18. Januar 2019
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Bayerns Energieminister wirbt bei Kammersteiner Energietag für Kohleausstieg - 10H-Regel soll überprüft werden

Pschierer verteidigt Stromtrassen

Neppersreuth
erstellt am 20.09.2018 um 17:22 Uhr
aktualisiert am 24.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neppersreuth (rsc) Für den bayerischen Wirtschafts- und Energieminister Franz Josef Pschierer (CSU) sind es drei Kriterien, die künftig als Leitlinien für die Energieversorgung in Bayern gelten müssen.
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Bayerns Energieminister Franz Josef Pschierer (3. v. li.) trifft beim Kammersteiner Energietag die Energiebündel-Chefs Werner Emmer und Hermann Lorenz (v. li.) und den CSU-Abgeordneten Volker Bauer.
Bayerns Energieminister Franz Josef Pschierer (3. v. li.) trifft beim Kammersteiner Energietag die Energiebündel-Chefs Werner Emmer und Hermann Lorenz (v. li.) und den CSU-Abgeordneten Volker Bauer.
Schmitt
Neppersreuth
"Umweltverträglichkeit, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit", stellte er bei der CSU Kammerstein als gleichwertige Ziele der CSU-Energiewende dar.

Dabei ist er bei einigen entscheidenden Fragen ziemlich deutlich geworden. "Wir sind ein Hightech-Land und sollten deshalb keine Kohle mehr verfeuern", sagte Pschierer. Zur umstrittenen, einst von Horst Seehofer verfügten 10H-Abstandsregelung für Windränder, nahm er ebenfalls Stellung. "Laut Gesetz muss ihre Wirkung und die Bürgerakzeptanz fünf Jahre nach Inkrafttreten wissenschaftlich und ergebnisoffen überprüft werden", kündigte er an.

Franz Josef Pschierer hatte auch im übrigen recht konkrete Vorstellungen, wie die Energiewende im Freistaat gelingen kann. Ein Umsteuern, das Pschierer hier für schwieriger hielt als in anderen Bundesländern. "Immerhin kamen bislang gut 60 Prozent des Stroms aus den fünf bayerischen Kernkraftwerken. " Deshalb bat er um Aufgeschlossenheit neuen Stromleitungen gegenüber. "Zumindest die Südost-Trasse und den Südlink", so Pschierer, "denn wir brauchen einen gewissen Netzausbau". Dabei gehe es nicht um Strom aus Braunkohle, sondern von den Off-Shore-Anlagen an der Küste.

Für die nähere Zukunft setzt Pschierer außerdem auf zusätzliche großflächige Photovoltaik am Boden, einen Mix aus weiteren regenerativen Quellen und Speichertechniken wie "Power to Gas" und "Power to Liquid". Dabei wird überschüssiger Strom aus Sonne und Wind in Methan und Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoff umgewandelt. Eine Technik, die auch das Energiebündel Roth-Schwabach für sinnvoll hält. "Wir haben ein riesiges Gasleitungssystem, die Speicherung dort ist technisch lösbar und bezahlbar", meinte Energiebündel-Chef Werner Emmer.

Zugleich versprach Pschierer dezentrale Stromerzeugung vor Ort zu privilegieren. "Je mehr Eigenstrom erzeugt und verbraucht wird, desto besser, das darf nicht belastet werden", sagte der bayerische Energieminister. Er sei dankbar und freue sich über alle, "die eine gewisse Autarkie vor Ort in den Kommunen vorantreiben". Mit Blick auf die Strompreise machte dem Wirtschaftsminister insbesondere die heimische Industrie Sorgen. "Sie hat in Bayern immer noch einen sehr hohen Anteil an der Bruttowertschöpfung und das soll auch so bleiben", sagte Pschierer. Zugleich wies er darauf hin, dass 54 Prozent des Strompreises Steuern und Abgaben seien.

Für den Kammersteiner CSU-Landtagsabgeordneten Volker Bauer ein geeigneter Anlass, die steigenden Kosten für Familien ins Spiel zu bringen. "Sie sind gegenwärtig mit mindestens 300 Euro mehr pro Jahr belastet", rechnete Bauer vor. "Der Staat muss hier auch einmal auf Steuereinnahmen verzichten", regte Werner Emmer an. Für die Wendelsteiner Kreisrätin Cornelia Griesbeck sollte neben der Stromerzeugung auch die Speichertechnik zunehmend dezentralisiert werden. "In Wendelstein haben wir ein Modellprojekt umgesetzt, das Strom für hundert Einfamilienhäuser aufnehmen kann", erklärte sie.
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