Samstag, 20. Oktober 2018
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SPD mischt Politik mit Unterhaltung - Marcel Schneider fordert kostenlose Bildung

Poetry Slam und Pflegenotstand

erstellt am 09.10.2018 um 18:49 Uhr
aktualisiert am 13.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Rednitzhembach (rsc) Mehr bezahlbare Wohnungen, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, größeres Engagement im Tier- und Umweltschutz.
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Max Lindner moderiert den unterhaltsamen Politabend mit Marcel Schneider, Marietta Eder, Sven Ehrhardt und dem Rednitzhembacher SPD-Chef Robert Gödel (von links).
Max Lindner moderiert den unterhaltsamen Politabend mit Marcel Schneider, Marietta Eder, Sven Ehrhardt und dem Rednitzhembacher SPD-Chef Robert Gödel (von links).
Schmitt
Schrittweise kostenloser öffentlicher Nahverkehr, Sicherheit für angestellte Lehrer, mehr Pflegekräfte in Bayern. Die SPD im Landkreis Roth sowie ihre Kandidaten für Land und Bezirk sehen auf vielen Feldern Verbesserungsbedarf im Freistaat. Um die Wählerinnen und Wähler von diesen Positionen zu überzeugen, hat die SPD Rednitzhembach im Wahlkampfendspurt auf ein außergewöhnliches Format gesetzt. Die Genossen wollten mit "Politik und Unterhaltung" punkten.

Dabei wechselten sich auf der Bühne des Gemeindezentrums Musik und Poetry Slam mit einer Talkrunde ab. Der Juso-Kreisvorsitzende Max Lindner befragte nicht nur die Lokalmatadore. Landtagskandidat Marcel Schneider und Bezirkstagsaspirant Sven Ehrhardt hatten sich prominente Verstärkung an die Seite geholt. Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Marietta Eder aus Schweinfurt warf ihnen und dem Publikum die politischen Bälle zu. "Es geht darum, mit welcher Haltung wir Bayern in der Zukunft gestalten", sagte Eder und warf Ministerpräsident Markus Söder von der CSU mehrmals vor, es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen. In der Fixierung auf die schwarze Null im Freistaat sah sie den Grund für Probleme bei der Infrastruktur. "Beispielsweise fehlen 350 Millionen bei den Investitionen in die Krankenhäuser", rechnete sie vor. Das Raumfahrtprogramm Söders nannte sie "Realsatire, denn es fehlen Lehrer und Pfleger, für die wir das Geld dringender brauchen". Marcel Schneider unterstützte den Ausbau der S-Bahn von Roth nach Hilpoltstein, machte sich für einen staatlichen Zuschuss in Richtung Rother Tierheim stark und forderte kostenlose Bildung für alle vom Kindergarten bis zur Meisterschule oder dem Uni-Abschluss. Ganztagsschulen mit längerem gemeinsamem Lernen und mehr Pädagogen sind dabei für ihn wichtige Bausteine.

Sven Ehrhardt ist bei der Arbeiterwohlfahrt Mittelfranken-Süd beschäftigt. Er kennt den Pflegesektor aus erster Hand und nannte es ein "perverses System", dass private Pflegeheimbetreiber ohne Tarifverträge arbeiten. "Mit Lohndumping tragen sie ihr Renditeversprechen auf dem Rücken der Pflegekräfte aus", warf er den gewinnorientierten Akteuren auf dem Feld der stationären Pflege vor. Ebenso kritisch sah er die hohen Eigenanteile für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Sie liegen teils bei bis zu 2500 Euro. "Hier muss es den Einstieg in eine Pflegevollkaskoversicherung geben", verlangte Ehrhardt. Mit einem fixen Eigenanteil und den Rest als Versicherungsleistung. Das würde wohl auch die Last für den Bezirk Mittelfranken reduzieren. Gegenwärtig wendet er für die Hilfe zur Pflege jährlich 118 Millionen Euro auf, die zu knapp 50 Prozent von den kreisfreien Städten und Landkreisen finanziert werden.
 
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