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Robert Gattenlöhner tritt als Direktkandidat der Partei für Franken sowohl bei der Landtags- als auch die Bezirkstagswahl an

Der Vollblut-Franke

Landkreis Roth
erstellt am 20.09.2018 um 16:43 Uhr
aktualisiert am 24.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein/Roth (HK) Rot und Weiß, das sind die Farben, die das Leben von Robert Gattenlöhner dominieren. "Meine Heimat ist das Größte für mich", sagt der 62-Jährige. Mit der Gründung der Partei für Franken hat sich der Rother einen Traum erfüllt, auch der Einzug in den Bezirkstag vor fünf Jahren war ein Erfolg für ihn - daran möchte er bei der Wahl am 14. Oktober anknüpfen.
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Mit Leib und Seele ist Robert Gattenlöhner Franke und setzt sich für seine Heimat auch politisch mit einer eigens gegründeten Partei ein.
Mit Leib und Seele ist Robert Gattenlöhner Franke und setzt sich für seine Heimat auch politisch mit einer eigens gegründeten Partei ein.
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Landkreis Roth
"Ich bin wahrscheinlich der Schlimmste von allen", sagt Robert Gattenlöhner, der nicht erst seit seiner Wahl zum Nürnberger Faschingsprinzen als Extremfranke betitelt wird. Als solcher bezeichnet er sich auch gerne selbst und wenn das andere tun, "ist das vollkommen gerechtfertigt, ja sogar eine Ehre". Auch Ehefrau Elke pflichtet bei, er sei eben ein waschechter Franke - durch und durch.

Im Vorgarten der Gattenlöhners weht eine riesige Frankenfahne, am Zaun ist ein Schaukasten mit einem Parteiplakat aufgestellt, auf den weißen Hemdkragen des 62-Jährigen ist in Großbuchstaben "Die Franken" und das Parteiwappen gestickt. Schnell wird klar, für Robert Gattenlöhner ist seine Heimat wirklich das Größte und dafür setzt er sich auch politisch ein - mit einer eigens gegründeten Partei. Der Gedanke an eine fränkische Partei habe für den gebürtigen Nürnberger "schon immer einen gewissen Charme gehabt". Nach seinem Austritt aus der SPD 1999 und einer etwa zehnjährigen politischen Auszeit, veränderte sich am 31. Oktober 2009 - mit der Gründung der Partei für Franken - für Gattenlöhner vieles.

"Ich hätte nicht gedacht, dass aus einer Interessengemeinschaft mit 20 Leuten nach drei Treffen eine Partei entstehen könnte", blickt der freiberufliche Sicherheitstechniker zurück. "Eine Partei bei der ausgerechnet ich eine Schlüsselrolle einnehmen werde." Ganz schnell habe man eine Satzung und ein Grundsatzprogramm zusammengestellt. Auch die Posten seien rasch verteilt gewesen, außer das Amt des Vorsitzenden. "Keiner wollte so recht, obwohl es immer hieß, da muss man nur die Partei repräsentieren." Mit dem Segen seiner Frau habe sich Gattenlöhner dann für das Amt zur Verfügung gestellt.

52 Mitglieder zählte die Partei bei ihrer Gründung. "Heute sind wir bei etwa 300", sagt der Vorsitzende. "Das ist stark ausbaufähig, aber die Politikverdrossenheit macht uns halt das Leben schwer." Auch das mit dem "nur repräsentieren" habe bis heute nicht so recht geklappt. "Es gibt so viel Organisatorisches drumherum zu tun, dass ist einem vorher gar nicht so bewusst", sagt der Vollblut-Franke. Viel Zeit nehme die Politik in Anspruch, die er sich dank seiner Selbstständigkeit aber flexibel einteilen könne.

Das politische Ziel der Partei ist klar formuliert: Franken auf gleiche Augenhöhe wie Oberbayern bringen. "Wir wollen uns mit dem Schicksal so nicht abfinden und die Liste unserer Anliegen ist furchtbar lang", sagt Gattenlöhner. "Es wird unterstützt, was Franken nützt." Insbesondere mehr Investitionen in die Infrastruktur seien notwendig, um die medizinische und schulische Versorgung auf dem Land sowie das öffentliche Verkehrsnetz ausbauen zu können. Auch die Förderung von hiesigen Handwerksbetrieben und somit die Firmenansiedlung müsse verstärkt werden. "Es ist zwar schön, wenn junge Leute aus der Region zum Studieren in Großstädte gehen", betont der 62-Jährige, "aber umso trauriger ist es, wenn sie nicht mehr in die Heimat zurückkommen, weil es keine entsprechenden Arbeitsplätze gibt."

Auf Unverständnis stößt bei Gattenlöhner auch die Tatsache, dass frisch ausgebildete Lehrer und Polizisten in Franken erstmal nach München abgezogen werden. "Da werden ganze Familien auseinandergerissen. Außerdem werden diese Kräfte auch hier gebraucht." Einen weiteren Schwerpunkt setzt der Politiker bei der Vermarktung fränkischer Produkte. Es müsse vielmehr die "Qualität vor der Tür" genutzt werden. Spargel, Karpfen, Wurst, Brot und Bier seien nur einige von vielen Produkten, die "durch kurze Wege und ganz frisch" vor Ort konsumiert werden könnten. "Wir müssen die Leute darauf aufmerksam machen, unser eigenes Zeug zu kaufen", fasst Gattenlöhner das Anliegen knapp zusammen.

Zu tun gab es im Hause Gattenlöhner in den vergangenen Wochen viel und das wird auch in den kommenden so bleiben. Ehefrau Elke ist als Beisitzerin und Leiterin der Partei-Geschäftsstelle auch in die politischen Aktivitäten ihres Mannes involviert. Momentan gebe es viel mit den Entwürfen und der Produktion von Werbeartikeln zu tun. Flyer, Plakate und Aufkleber soll es für die anstehende Wahl geben - natürlich alles im fränkischen Design. Den eigentlichen Clou daran erwähnt der 62-Jährige nur beiläufig: "Der Auftrag darf selbstverständlich nur von einer fränkischen Firma ausgeführt werden, so steht es in unserer Parteisatzung."

Auch mit dem Einzug in den Bezirkstag vor fünf Jahren und in den Rother Stadtrat 2014 sei das Arbeitspensum gestiegen. "Die Sitzungen sind meistens unter der Woche, morgens um 9 Uhr, da muss ich mich ja auch vorbereiten und einlesen", erklärt er. Doch das alles sei es ihm wert. "Ich bereue keine meiner Entscheidungen", sagt Gattenlöhner. Dazu gehöre auch die Gründung der Partei und die Position als Vorsitzender. "Ich bin von der Idee der Partei nach wie vor 100 Prozent überzeugt und würde es wieder tun." Dass manche Ziele nicht erreicht werden können, das lerne man mit der Zeit. "Wenn man mehrmals gegen die Wand rennt, dann tut's irgendwann weh und dann muss man auch einsehen, dass es nicht klappt", erklärt der 62-Jährige. Der Trick sei, "das echte Finale einer Niederlage zu verpassen", weil man schon längst neue Ziele verfolge.

Obwohl die Partei für Franken "nicht in einer Position ist, in der sie allein etwas machen kann", weiß Gattenlöhner auch, dass durch gegenseitige Unterstützung und einen fairen Umgang viel möglich ist, denn "Politik ist Gestalten". Das Ziel für die anstehenden Wahlen ist bereits anvisiert: "Dranbleiben und das Ergebnis von 2013 verbessern." Damals erhielt die Partei bei der Landtagswahl bayernweit 0,7 Prozent der Stimmen. "Ein Prozent oder 1,25 Prozent - das wäre doch was für meine Franken."
 

ZUR PERSON

Robert Gattenlöhner wurde am 6. April 1956 in Nürnberg geboren, ging dort zur Schule und machte eine Ausbildung zum Elektriker. Um sich weiterzubilden, ging er auf die Meisterschule und machte den Techniker.

Heute ist der 62-Jährige als freiberuflicher Sicherheitstechniker im Bereich Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Unfallverhütung tätig. 1977 zog er nach Roth und lebt dort gemeinsam mit seiner Ehefrau Elke.

In den 1980er-Jahren schloss sich Robert Gattenlöhner der Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialisten an und wurde 1985 Vorsitzender in Roth. Auch im SPD-Ortsverein Roth war er von 1995 bis 1998 stellvertretender Vorsitzender. 1999 verließ Gattenlöhner die SPD und nahm eine politische Auszeit. 2009 kehrte er in die Politik zurück, initiierte die Gründung der Partei für Franken und ist seitdem deren Vorsitzender.

Seit 2013 ist Robert Gattenlöhner im Bezirkstag von Mittelfranken und seit 2014 Stadtratsmitglied in Roth. Schon seit rund 37 Jahren ist der gebürtige Nürnberger Mitglied bei der Arbeiterwohlfahrt im Kreisverband Mittelfrank-Süd, im Historischen Verein Roth und im Fränkischen Bund. Außerdem ist Gattenlöhner seit November 2016 Vorsitzender der Rother Tafel.

Auch für die fünfte Jahreszeit ist das Ehepaar Gattenlöhner zu begeistern. Bereits zwei Mal wurde es zum Faschingsprinzenpaar gekürt: 2015 in Georgensgmünd und 2018 in Nürnberg. lur
 
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