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Stefan Stromberger möchte für die FDP in den Landtag einziehen - Lebenslanges Lernen und Bildung liegen ihm am Herzen

Das große Ganze im Blick

Hilpoltstein
erstellt am 10.10.2018 um 09:20 Uhr
aktualisiert am 14.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Wendelstein (HK) Das Durchschnittsalter der bayerischen Landtagsabgeordneten liegt aktuell bei rund 50 Jahren. Stefan Stromberger will den Durchschnitt senken - er ist erst 29 Jahre alt und will bei der Wahl am kommenden Sonntag für die FDP in den Landtag einziehen.
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Möchte die FDP wieder im Maximilianeum vertreten wissen: Direktkandidat Stefan Stromberger aus Wendelstein.
Möchte die FDP wieder im Maximilianeum vertreten wissen: Direktkandidat Stefan Stromberger aus Wendelstein.
Foto: Steimle
Hilpoltstein
Nicht nur Stromberger selbst, sondern auch seine Partei könnte nach der Wahl viel Veränderung ins Parlament des Freistaats bringen: "Im Moment sehen die Prognosen so aus, dass wir mit einer Alleinherrschaft der CSU nicht mehr zu rechnen brauchen. Ich glaube, dass die FDP künftig eine ganz wichtige Rolle spielen kann."

Das Vorbild ist der Bundestag: Nach vierjähriger Abstinenz ist die FDP dort wieder vertreten. Nun will die Partei auch in Bayern den Sprung zurück ins Parlament schaffen, nachdem sie bei der Landtagswahl 2013 nur 3,3 Prozent erreichte. Etwa in dieser Zeit begann Stromberger, sich für die Partei zu engagieren. "Ich war einfach der Meinung, die FDP muss wieder in den Bundestag einziehen und jetzt in Bayern wieder ins Maximilianeum." Die vergangene Bundestagswahl habe ein Erstarken der politischen Ränder mit sich gebracht und "durch das Thema AfD habe ich gesagt, ich will mich für die Mitte einsetzen." Die FDP überzeugte ihn mit ihrem wirtschaftsorientierten Denken, ihrer pro-europäischen Einstellung sowie dem Fokus auf "Selbstbestimmung und Freiheit jedes Einzelnen".

Besonders am Herzen liegen dem jungen Politiker die Themen Europa und Bildung und bei Letzterem besonders das lebenslange Lernen. Dafür ist Stromberger selbst das beste Beispiel. Nach seiner Ausbildung zum Speditionskaufmann und einem Wechsel zu einem mittelständischen Unternehmen absolvierte er den Betriebswirt an der Abendschule.

Die Digitalisierung führe dazu, dass sich die Arbeitswelt in einem schnellen Wandel befinde, glaubt Stromberger. "Das traditionelle Arbeitsbild, das wir haben - ich mache eine Ausbildung und bleibe bis zum Renteneintritt bei einer Firma - ist sehr romantisch, das wird es in Zukunft aber nicht mehr geben." Der Staat müsse die Rahmenbedingungen schaffen, indem er es Arbeitgebern ermögliche, Arbeitnehmer in Weiterbildungen zu schicken, und dies finanziell zu fördern.

Vieles habe die bayerische Staatsregierung in diesem Bereich verschlafen, findet Stromberger. Das Drama um acht oder neun Jahre Gymnasium, der Lehrermangel, die Gehaltsschere zwischen Grundschul- und Oberstufenlehrern und die Digitalisierung der Schulen etwa. "Da braucht es einfach einen Tempomacher im Landtag, der der Regierung auf die Finger sieht und der dann auch sagt, wie es zu laufen hat." Oder eben neue Ideen liefere, wie beim Thema Studiengebühren. "Wenn es sein muss, kann man sie einführen, aber dann muss die Qualität auch entsprechend sein." Ein Gedanke sei, die Studiengebühren rückgelagert anzulegen. Damit müssten nur diejenigen, die später eine gewisse Verdienstgrenze überschreiten, Geld zurückzahlen.

"Man muss das Thema Bildung ganzheitlich sehen", betont Stromberger, eigentlich beginnt es schon bei den Kleinsten. "Für mich ist klar: Am Tag der Einschulung soll jedes Kind ganz unabhängig von Herkunft oder Einkommen der Eltern den selben Stand haben. In Bayern herrscht hier große Diskrepanz." So dürfe es zum Beispiel keine Sprachbarriere geben. Deshalb wolle die FDP in frühkindliche Bildung investieren und "vielleicht sogar das letzte verpflichtende Kindergartenjahr" einführen, das die Kinder auf die Schule vorbereitet. Dort dürfe es dann keinen Stundenausfall geben.

Ebenso ganzheitlich wird in der FDP das Thema Digitalisierung gesehen. "Das kann man von der Bildung über die Wirtschaft bis zum Umweltschutz weiterspinnen", sagt der 29-Jährige. Alle wollten im Kern dasselbe, "die Ressourcen schonen und die Umwelt erhalten". Um dieses Ziel zu erreichen, könne Digitalisierung wichtig sein. "Sie bietet auch der Landwirtschaft viele Chancen", da könne der Landwirt besser abstimmen, was er mache.

Nicht nur bei diesem Thema - dem Ressourcenschutz - brauche es einen Blick über die Grenzen. "Der Klimawandel hört nicht an der bayerischen Grenze auf", sagt Stromberger, "Bayern ist als zentraler Player in Europa immer betroffen", das gelte natürlich für den Naturschutz, oder auch für die Flüchtlinge, die aus Österreich über die deutsche Grenze kommen. Im Moment sei der ganze Kontinent nervös, egal, in welche Richtung man auch blicke. "70 Jahre Frieden, eine Einheitswährung, wirtschaftlicher Wohlstand", man müsse die vielen Vorteile wieder in den Vordergrund rücken, findet Stromberger.

Wie stehen die Chancen, dass er all diese Ideen ins Maximilaneum tragen darf? Als FDP-Politiker brauche man sich "nicht der Utopie hingeben, dass man leicht Direktmandate in Bayern erlangt", sagt Stromberger, aber er wolle bestmöglich abschneiden um zu zeigen: Die Freien Demokraten geben in Bayern wieder ein Angebot ab und sind "eine wirkliche Alternative mit Lösungsansätzen für Alltagsprobleme".
 

Zur Person

Stefan Strombeger ist 29 Jahre alt, kommt aus Schwabach und lebt gemeinsam mit seiner Frau in Wendelstein.Seit etwa zwei Jahren engagiert er sich aktiv in der Politik, der FDP hat er sich aber schon länger zuvor verbunden gefühlt. Nach seiner mittleren Reife hat Stromberger zunächst eine Ausbildung zum Speditionskaufmann gemacht und anschließend den Betriebswirt an der Abendschule absolviert. In seiner Freizeit spielt er Fußball in einer Hobbymannschaft und geht wandern oder fährt Ski. Außerdem verbringt er gerne Zeit mit Freunden.
 
Tina Steimle
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